Bluesky-CEO lehnt Anzeigen ab und setzt auf Community-Moderation

In einem Interview mit Wired äußerte sich Jay Graber, die Chefin von Bluesky, zu den Plänen des sozialen Netzwerks nach der Öffnung für alle Nutzer. Bluesky, das auf dem AT-Protokoll basiert und wie Mastodon als dezentrales soziales Netzwerk konzipiert ist, will weiterhin kostenlos bleiben und als Föderation von Instanzen betrieben werden.

Die anfängliche Beschränkung des Netzwerks auf Einladungscodes, die nur von bestehenden Bluesky-Nutzern verteilt wurden, hatte laut Graber nicht den Zweck der Exklusivität. Vielmehr sollte das Wachstum kontrolliert werden, um die Hintergrundstrukturen, insbesondere das AT-Protokoll, weiterzuentwickeln.

Graber betont die Diversifikation als großen Vorteil von Bluesky. Neben dem eigenen Algorithmus gibt es mittlerweile 25.000 andere Feeds, die von externen Entwicklern erstellt wurden. Dies ermöglicht eine Vielzahl von Inhalten und die Schaffung eigener „Bubbles“.

Obwohl Bluesky eine kostenlose Option beibehalten möchte, plant Graber keine Finanzierung durch Anzeigen, um die Qualität des Netzwerks zu erhalten. Sie verweist auf den Begriff „Enshittification“, der beschreibt, wie das Nutzungserlebnis digitaler Dienste durch eine zunehmende Monetarisierung verschlechtert wird. Bluesky setzt stattdessen auf Community-Moderation und nutzt bereits KI zur Erkennung illegaler Inhalte. Zukünftig sollen externe Fact-Checking-Organisationen in den Prozess eingebunden werden, um gegen Desinformation vorzugehen. Bluesky strebt an, eine Grundlage für Moderation zu schaffen und den Nutzern den Rest zu überlassen.

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