Die jüngste Veröffentlichung von Apples Datenbrille, der Vision Pro, hat in der Tech-Welt für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Dabei sind sich die meisten Tester und Kritiker einig, dass es sich um ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst handelt. Die Brille überzeugt durch ihren Formfaktor, der sowohl an eine Taucherbrille als auch an ein Science-Fiction-Artefakt erinnert. Doch trotz aller technologischen Raffinesse wirft die Vision Pro auch dystopische Fragen auf.
Die Geschichte der Computerbrillen ist von Missverständnissen geprägt. Vor rund zehn Jahren sorgte Googles Glass für Aufsehen, aber die Nutzer wurden damals als „Glassholes“ kritisiert. Die Vision-Pro-Nutzer könnten nun ähnlich auffallen, wie Videos zeigen, in denen Menschen die Brille am Steuer tragen oder unsichtbare Tastaturen bedienen.
Die Funktionen der Brille sind mittlerweile bekannt. Nutzer können schwebende Softwarefenster vor sich platzieren oder sich in virtuelle Umgebungen versetzen. Dieses Konzept, von Apple als „Spatial Computing“ bezeichnet, verspricht einen räumlichen Umgang mit Computern. Doch die Frage bleibt, ob dies tatsächlich die Zukunft der Interaktion mit Technologie ist.
Der Bildschirm der Datenbrille umhüllt die Nutzer regelrecht, was zu Immersionsproblemen führen kann. Einige Tester sind irritiert von dem schwarz schimmernden Visier, das die Augen der Nutzer zwar vage erkennen lässt, in Wirklichkeit jedoch nur Bildschirme zeigt. Die Grenze zwischen Realität und virtueller Welt verschwimmt, und die Isolation wird maximal.
Die Vision Pro wirft damit die Frage auf, ob diese Brille letztendlich nicht nur eine Schnittstelle ist, die biometrische Gesten erfasst, sondern auch die Kontrolle darüber, was die Nutzer sehen und fühlen können. Die Realität wird durch die Brille zu einem vom Hersteller bestimmten „Screensaver“.
Trotz dieser dystopischen Überlegungen konnte Apple in der ersten Woche nach dem Verkaufsstart bereits 200.000 Exemplare der Vision Pro absetzen. Obwohl die Brille als ernsthaftes Produkt gilt, bleibt sie auch eine kritische Reflexion über die Entwicklungen in der Technologiebranche.
