Die EU hat entschieden, dass Gatekeeper wie WhatsApp ihre Plattformen für andere Anbieter öffnen müssen. Eine Entscheidung, die bei Datenschutzschwerpunkten wie Signal und Threema auf wenig Begeisterung stößt.
Während Meta, das Unternehmen hinter WhatsApp, gezwungen ist, seinen Messenger für die Integration mit anderen Apps zu öffnen, lehnen Signal und Threema diese Idee kategorisch ab. Datenschutz, Verschlüsselung und Anonymität stehen für beide Messenger im Vordergrund, und eine Verbindung mit WhatsApp könnte diese Prinzipien gefährden, so die Befürchtungen der Anbieter.
Ein Sprecher von Threema bestätigte, dass der Messenger keine Verbindung zu WhatsApp herstellen wird. „Der Hauptgrund liegt darin, dass unsere Sicherheits- und Datenschutz-Standards nicht damit vereinbar sind. Wir können und wollen von diesen Standards nicht abweichen – sie sind, was Threema ausmacht“, erklärte der Sprecher gegenüber heise online.
Signal-Präsidentin Meredith Whittaker betonte ebenfalls, dass ihre Standards nicht für WhatsApp gesenkt werden. „Unsere Messlatte für den Schutz der Privatsphäre liegt extrem hoch, und wir werden sie nicht nur nicht senken, sondern wollen sie immer weiter anheben. Derzeit würde eine Zusammenarbeit mit Facebook Messenger, iMessage, WhatsApp oder auch mit einem Matrix-Dienst eine Verschlechterung unserer Datenschutzstandards bedeuten.“
Ein zentraler Punkt der Ablehnung betrifft Metadaten, die viel über eine Person aussagen. Martin Blatter, der CEO von Threema, erklärte gegenüber der Schweizer Tagesschau: „Diese Daten würden bei Meta landen und das wollen wir nicht.“
Gemäß dem Digital Markets Act (DMA) der EU müssen als „Gatekeeper“ eingestufte Unternehmen, zu denen Meta gehört, ihre Plattformen für andere Anbieter öffnen, um den Wettbewerb zu stärken. Die Frist für WhatsApp, ein Referenzangebot für Interoperabilität zu veröffentlichen, läuft bis zum 7. März 2024.
Während Meta gezwungen ist, sich zu öffnen, haben andere Plattformen, wie Signal und Threema, die Freiheit zu entscheiden, ob sie diese Möglichkeit nutzen wollen oder nicht. Beide Messenger setzen auf das Signal-Protokoll für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, das sich langsam zum Branchenstandard entwickelt. Trotzdem betonen sie, dass eine Zusammenarbeit mit anderen Apps ihre hohen Datenschutzstandards gefährden könnte, was nicht akzeptabel ist.
