Das Drama um technische Probleme bei Boeing reißt nicht ab: Eine Maschine der Fluggesellschaft Southwest Airlines musste aufgrund eines Triebwerksbrands den Start abbrechen, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Die US-Luftfahrtbehörde FAA nimmt den Vorfall nun erneut unter die Lupe.
Am Donnerstagabend musste eine Boeing 737 der Southwest Airlines ihren geplanten Start am Lubbock Preston Smith International Airport im US-Bundesstaat Texas abbrechen. Grund dafür war ein Triebwerksbrand, der den Piloten einen Hinweis auf ein mögliches Triebwerksproblem gab. Die Sicherheit der Passagiere stand dabei an erster Stelle, und die Maschine kehrte sicher zum Gate zurück.
Die betroffene Maschine war eine 737-800 NG (Next Generation), ein Vorgängermodell der berüchtigten 737-MAX-Maschinen, wie die FAA mitteilte. Trotz des Vorfalls betonte Boeing, dass der Startabbruch sicher erfolgt sei und die Maschine eigenständig zum Gate zurückgekehrt sei. Die Passagiere wurden noch am selben Abend mit einer anderen Maschine zu ihrem Zielort Las Vegas gebracht.
Diese neuerliche Panne reiht sich ein in eine Serie von technischen Problemen bei Boeing. Erst Anfang des Jahres musste eine Alaska Airlines Boeing 737 MAX 9 während des Fluges notlanden, nachdem ein Teil der Kabinenwand herausgebrochen war. Dies führte zu einem vorübergehenden Flugverbot für alle 171 Flugzeuge dieses Typs.
Diese Missgeschicke haben auch finanzielle Konsequenzen für Boeings scheidenden Chef Dave Calhoun. Obwohl er für seine Arbeit im Jahr 2023 eine stattliche Summe von 33 Millionen Dollar erhalten hat, verzichtete er auf einen Bonus von 2,8 Millionen Dollar aufgrund des Vorfalls mit der Alaska-Airlines-Maschine. Boeing kürzte daraufhin sein Bonus-Paket für das laufende Jahr um 38 Prozent auf insgesamt 17 Millionen Dollar.
Die Sicherheit und Qualität von Boeings Flugzeugen stehen erneut im Fokus, insbesondere nach dem tragischen Tod von John Barnett, einem ehemaligen Boeing-Manager, der öffentlich auf Sicherheitsmängel hingewiesen hatte. Sein Tod wirft ein Schlaglicht auf die möglichen Folgen von Qualitätsproblemen in der Flugzeugproduktion und die Notwendigkeit, diese ernsthaft anzugehen.
