Die jährliche Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. So auch in diesem Jahr, als die Zahlen für das Jahr 2023 eine Zunahme der registrierten Straftaten verzeichneten. Bundesinnenministerin Nancy Faeser betonte jedoch bei der Vorstellung der Statistik, dass Deutschland trotzdem eines der sichersten Länder der Welt sei. Doch was steckt hinter diesem Anstieg, und wie soll darauf reagiert werden?
Mit rund 5,94 Millionen statistisch erfassten Straftaten war das Jahr 2023 das Jahr mit den meisten Vergehen seit 2016. Besonders alarmierend war auch der Anstieg der Gewaltkriminalität. Faeser fordert hier eine konsequente Nulltoleranzpolitik, gepaart mit verstärkter Prävention.
Ein Blick auf die möglichen Ursachen des Anstiegs zeigt, dass vor allem drei Faktoren eine Rolle spielen könnten: Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die hohe Inflation und eine verstärkte Zuwanderung. Insbesondere der Anstieg nichtdeutscher Tatverdächtiger um 17,8 Prozent fällt hierbei ins Gewicht. Faeser betont jedoch auch hier eine klare Nulltoleranzpolitik und eine schnellere Abschiebung bei ausländischen Tätern.
Die Auswirkungen der Pandemie, wie etwa der Mangel an sozialen Kontakten und die psychischen Belastungen bei Jugendlichen, könnten zu einem Nachholeffekt geführt haben, bei dem Straftaten später verübt wurden. Auch die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der hohen Inflation könnten zu einem Anstieg der Straftaten beigetragen haben, insbesondere in ökonomisch schwächeren Regionen.
Trotz der Bedeutung der PKS gibt es auch Kritik an ihrer Aussagekraft. Der Kieler Kriminologe Martin Thüne plädiert sogar für eine Abschaffung der Statistik in ihrer jetzigen Form, da sie seiner Meinung nach unvollständig und verzerrt ist. Besonders die Erfassung ausländischer Tatverdächtiger sieht er kritisch, da diese oft nicht mit der ausländischen Wohnbevölkerung vergleichbar sei.
Insgesamt bleibt die PKS ein wichtiger Indikator für die Sicherheitslage in Deutschland, auch wenn ihre Interpretation und Aussagekraft immer wieder diskutiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik auf die aktuellen Zahlen reagieren wird und welche Maßnahmen zur Prävention und Strafverfolgung ergriffen werden.
