Microsoft: Neuer Treiber schützt Standard-Browser-Einstellung

Eine neue Entdeckung hat kürzlich für Aufsehen gesorgt: Microsoft hat still und heimlich einen neuen Treiber in Windows integriert, der die Einstellungen für Standard-Apps wie den Browser besser schützen soll.

Der Entwickler Christoph Kolbicz stieß Ende Februar auf Fehlermeldungen bezüglich seiner Tools SetUserFTA und SetDefaultBrowser unter Windows 10. Es stellte sich heraus, dass Microsoft eine Schutzvorrichtung implementiert hatte, die es verhindert, dass „fremde“ Apps die Einstellungen für Standard-Anwendungen ändern können. Dies wurde erstmals offenbar mit den Updates zum Februar-Patchday eingeführt.

In Windows 11 findet sich zwar kein zugehöriger Eintrag in der Windows-Dienste-Liste, jedoch zeigt der Befehl „sc query ucpd“ an der Eingabeaufforderung den Treiber an. Dieser verhindert unerlaubte Änderungen an den Standard-App-Einstellungen wie dem Standard-Browser. Der Treiber enthält eine Black- und eine White-List mit verbotenen und erlaubten Programmen, wobei Programme mit gültiger Microsoft-Signatur auf die White-List gesetzt werden.

Bisher wird der Treiber anscheinend nur unter Windows 10 aktiviert, und auch nicht auf allen Systemen. Dies könnte Teil eines gestaffelten Rollouts sein, den Microsoft üblicherweise durchführt, um Probleme rasch zu beheben.

Obwohl der Schutz der Standard-App-Einstellungen grundsätzlich eine gute Idee ist, kann die Komplexität des Einstellungssystems für einige Nutzer abschreckend wirken. Früher war die Änderung der Standard-Apps einfacher, jetzt ist es komplizierter geworden.

Für diejenigen, die sich an dieser Schutzfunktion stören, gibt es jedoch eine Lösung: Sie können den Dienst selbst deaktivieren oder entfernen. Kolbicz hat dazu in einem Blog-Beitrag eine Analyse und die entsprechenden Befehle veröffentlicht. Allerdings ist das Beenden des Treibers nicht einfach, wenn er als „unstoppable“ läuft, was Administratorrechte und einen Neustart erfordert.

Es bleibt abzuwarten, wie diese neue Schutzfunktion von der Windows-Gemeinschaft aufgenommen wird und ob Microsoft möglicherweise weitere Anpassungen an seinem Schutzmechanismus vornimmt.

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