In Essenbach, einem beschaulichen Ort nordöstlich von München, wird der Straßenverkehr ein wenig schlauer. Bayern probiert dort für 100.000 Euro eine innovative Ampel mit KI-Technologie aus. Doch was genau macht diese „Ampel der Zukunft“ so besonders?
Auf den ersten Blick mag sie wie jede gewöhnliche Ampel aussehen, aber laut Bayerns Verkehrsministerium steckt hinter ihrer Fassade eine Menge High-Tech. Künstliche Intelligenz soll die Ampelphasen flexibler gestalten und dazu beitragen, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.
Die „intelligente“ Ampel ist mit verschiedenen Technologien ausgestattet, die speziell darauf abzielen, schwächere Verkehrsteilnehmer zu begünstigen und Unfallzahlen zu senken. Zum Beispiel warnt ein Kollisionswarner Autofahrer mit einem orangefarbenen Blinklicht am Ampelmast vor drohenden Zusammenstößen. Doch Vorsicht: Das Licht blinkt nicht dauerhaft, sondern nur im konkreten Gefahrenfall.
Auch Radfahrer sollen von der neuen Technologie profitieren. Ein Radardetektor ermittelt die Geschwindigkeit der Radler und empfiehlt ihnen, ihre Geschwindigkeit anzupassen, um bei Grün die Kreuzung sicher passieren zu können. Darüber hinaus kann die Ampel die Grünphase für Radfahrer verlängern, wenn es erforderlich ist.
Für Fußgänger entfällt das lästige Drücken einer Bedarfstaste. Mithilfe von Kameras und KI erkennt die Ampel automatisch, ob jemand die Straße überqueren möchte. Eine einfache Handbewegung genügt, um die Ampel zu aktivieren. Besonders praktisch: Die Technologie erkennt auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität und verlängert entsprechend die Grünphase.
Sogar Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr können von der intelligenten Ampel profitieren. Sie können sofortige Grünphasen anfordern, um schnell zum Einsatzort zu gelangen, ohne dabei auf rote Ampeln zu stoßen.
Das Projekt in Essenbach ist nur ein Testlauf, aber bei Erfolg plant Bayern, die neue Ampel bayernweit einzusetzen, insbesondere an Kreuzungen mit hohen Unfallzahlen. Die Kameras und Sensoren erfassen dabei keine Autokennzeichen oder Personen, um die Privatsphäre zu schützen.
Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die „Ampel der Zukunft“ in der Praxis bewähren wird. Vielleicht werden wir schon bald alle von schlauen Ampeln profitieren und uns sicherer durch den Verkehr bewegen können.
