Boeing, der altbekannte Name in der Welt der Luftfahrt, steht erneut im Rampenlicht – diesmal jedoch nicht wegen eines glanzvollen Flugzeugstarts, sondern wegen Qualitätsproblemen. Ein ehemaliger Mitarbeiter behauptet, dass der US-Flugzeugbauer bei der Produktion einige Abkürzungen genommen habe, um Zeit zu sparen. Insbesondere geht es um den beliebten 787 „Dreamliner“, von dem behauptet wird, er könnte eine verkürzte Lebensdauer haben.
Doch Boeing gibt sich kämpferisch und weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher betonte, dass die Behauptungen bereits von der US-Luftfahrtbehörde FAA untersucht worden seien und keine Grundlage für weitere Maßnahmen bestünde. Trotzdem bleibt die Aufsichtsbehörde am Ball und nimmt die Vorwürfe ernst.
Nicht nur die FAA schaltet sich ein, auch der US-Senat zeigt Interesse an der Angelegenheit. Ein Unterausschuss plant eine Anhörung mit dem Whistleblower als Zeugen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei dürfte auch Boeing-Chef Dave Calhoun auf dem heißen Stuhl Platz nehmen.
Die Vorwürfe gegen Boeing kommen nicht aus heiterem Himmel. Der Flugzeughersteller steckt bereits seit einiger Zeit in der Krise, geplagt von Qualitätsproblemen und Fertigungsfehlern. Eine Pannenserie jagt die nächste, angefangen von defekten Klimaanlagen bis hin zu Rumpfbrüchen während des Fluges.
In dieser schwierigen Phase verliert Boeing auch im Wettbewerb gegen den europäischen Konkurrenten Airbus weiter an Boden. Die Auslieferungszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Airbus lieferte im März mehr als doppelt so viele Flugzeuge aus wie Boeing. Damit hinkt der US-Hersteller nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich hinterher.
Ob die aktuellen Vorwürfe gegen Boeing nur heiße Luft sind oder tatsächlich ernsthafte Qualitätsprobleme aufdecken, bleibt abzuwarten. Eins ist jedoch sicher: In der Luftfahrtbranche wird es für Boeing zunehmend turbulenter.
