CDU-Chef wollte hinwerfen: Merz‘ Rücktrittsdrohung wegen Zeitungsartikel

Einem Bericht des Spiegel zufolge soll CDU-Chef Friedrich Merz im Jahr 2023 ernsthaft erwogen haben, von seinem Amt zurückzutreten. Auslöser dafür war offenbar ein Zeitungsartikel von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Wüst, der auch Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen ist, hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Beitrag veröffentlicht, der den Titel „Das Herz der CDU schlägt in der Mitte“ trug. Dieser Debattenbeitrag wurde in der Parteiführung als Überraschung wahrgenommen, und Merz reagierte laut Spiegel mit scharfer Empörung.

„Ich werf‘ hin. Ich hab‘ die Schnauze voll. Sollen die doch ihren Scheiß alleine machen“, soll Merz seinem Umfeld zufolge am Nachmittag der Veröffentlichung gesagt haben. Ein von ihm initiiertes Krisengespräch mit Wolfgang Schäuble soll ihn schließlich von seinem Rücktrittsplan abgebracht haben.

Auch Wochen später ärgerte sich Merz noch über den Artikel und äußerte sich wiederholt verärgert über Wüst und den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther. Letzterer hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem er für einen offeneren Umgang seiner Partei mit der Linkspartei warb.

Die CDU wird in der kommenden Woche auf ihrem Parteitag in Berlin ein erneuertes Programm präsentieren, das sich als Gegenmodell zur Ampel-Koalition positionieren soll. Dabei will die Partei unter anderem Halt, Orientierung und Zuversicht für Deutschland bieten. Friedrich Merz stellt sich beim Parteitag zur ersten Wiederwahl als Parteivorsitzender.

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