Maximilian Krah: Die unendliche Geschichte der AfD-Affären

Es ist wirklich nicht zu fassen: Maximilian Krah, AfD-Politiker und Meister der Affären, scheint einfach nicht klein beizugeben. Obwohl er eine Liste an Vorwürfen und Skandalen vorweisen kann, die normalerweise ausreichen würden, um gleich mehrere Politiker zum Rücktritt zu zwingen, macht Krah einfach weiter. Und es scheint, als wäre er noch lange nicht am Ende.

Da ist zum Beispiel die Geschichte aus dem Jahr 2019, als Krah auf Einladung von chinesischen Stadtverwaltungen durch China reiste. Die Reisekosten wurden großzügig übernommen, auch Huawei, der umstrittene Telekommunikationsausrüster, lud Krah ein. Wenige Wochen später setzte er sich dann bei AfD-Politikern für Huawei ein und lobte die Technik des Unternehmens in den Himmel. Es riecht schon ein bisschen nach dubioser Einflussnahme für China, oder?

Aber auch in anderen Angelegenheiten sorgt Krah regelmäßig für Schlagzeilen. So wurde er schon zweimal von der rechtsnationalen ID-Fraktion im Europaparlament suspendiert, einmal wegen Wahlkampfunterstützung für den französischen Rechtsextremisten Éric Zemmour und ein weiteres Mal wegen Vorwürfen der Manipulation bei einer Ausschreibung von Werbeleistungen. Obwohl er für Monate suspendiert wurde, konnten die Vorwürfe nicht bestätigt werden.

Und dann wäre da noch sein Assistent im Europaparlament, Jian G., der kürzlich wegen Spionageverdachts verhaftet wurde. Aber auch das scheint Krah nicht wirklich zu stören. Er ist immer noch AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, sitzt im Europaparlament und hat sogar einen Platz im kommenden Europaparlament so gut wie sicher.

Die Frage, die sich viele stellen: Wie kann das sein? Warum darf Krah einfach weitermachen, trotz all dieser Affären?

Vielleicht liegt die Antwort auf dem Neumarkt in Dresden. Dort fand am 1. Mai ein „Familien- und Frühlingsfest“ der AfD statt, zu dem Krah als Redner geladen war. Hunderte Anhänger und Neugierige versammelten sich, um Krah zuzuhören. Und der enttäuschte nicht. Mit beeindruckender Eloquenz führte er die Zuhörer durch die Welt der AfD, während der Applaus nicht enden wollte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Führungsfiguren der AfD scheut Krah auch den Kontakt zu den sogenannten „Mainstream-Medien“ nicht. Im Gegenteil, er liebt es, vor laufenden Fernsehkameras zu stehen und mit Journalisten zu diskutieren. Für ihn ist das eine Möglichkeit, seine Bekanntheit zu steigern und über die rechten Kreise hinaus bekannt zu werden.

Die AfD-Spitze hält Krah zwar für eine Nervensäge, aber sie schätzt auch, dass er Aufmerksamkeit erregt und Menschen anzieht. Trotzdem musste er sich wegen des Spionagefalls seines Assistenten Jian G. sogar vor der Parteiführung rechtfertigen. Doch auch das konnte Krah nicht aufhalten. Er machte einfach weiter Wahlkampf.

Die Liste der Affären von Maximilian Krah scheint unendlich lang zu sein. Trotzdem steht er weiterhin an vorderster Front der AfD und dürfte dort noch lange nicht am Ende sein. Es bleibt abzuwarten, welche Skandale er als nächstes aufdeckt – und wie lange er noch unbehelligt weitermachen kann.

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