Rechtsextreme Attacke auf Politiker: Solidaritätswelle rollt, AfD wehrt sich

Nach dem Angriff auf einen SPD-Politiker und einen Wahlkampfhelfer der Grünen in Dresden ermittelt die Polizei gegen vier Tatverdächtige. Dabei gehen sie von einem rechtsextremen Motiv aus. Währenddessen zeigt sich die Politik solidarisch, und es werden Forderungen nach härteren Strafen laut. Doch nicht alle sind sich einig, wer für die aufgeheizte Stimmung verantwortlich ist.

Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) geht bei einem der Tatverdächtigen des Angriffs auf den SPD-Europapolitiker Matthias Ecke von einem rechtsextremen Motiv aus. Dem 17-jährigen mutmaßlichen Täter werden daher politisch motivierte Straftaten zugeordnet.

Die vier Tatverdächtigen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren sind mittlerweile alle bekannt, ihre Wohnungen wurden durchsucht. Die Polizei ermittelt weiterhin, hat jedoch keine Haftgründe gefunden. Unterdessen befindet sich Ecke auf dem Weg der Genesung, nachdem er wegen mehrerer Frakturen operiert wurde. Er zeigte sich dankbar für die Solidarität und Anteilnahme, betonte aber auch, dass niemand in einer Demokratie Angst haben sollte, seine Meinung zu äußern.

Die Solidaritätswelle aus Politik, Kultur und Gesellschaft reißt nicht ab. Doch die AfD wehrt sich gegen die Vorwürfe, für die Eskalation der politischen Gewalt verantwortlich zu sein. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer fordert derweil härtere Strafen für Gewalttaten und warnt vor den Folgen derartiger Angriffe für Politik und Gesellschaft.

In Dresden und Berlin demonstrierten Tausende für Demokratie und gegen Gewalt. Doch auch abseits der Demonstrationen wird der Ruf nach einem respektvollen politischen Diskurs lauter. Der Dresdner Musikfestspielintendant Jan Vogler betonte, dass Verständigung und Dialog dringend notwendig seien, um die aufgeheizte Stimmung in der Gesellschaft zu beruhigen.

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