Im Mai 2023 begann der Prozess gegen eine rechtsextreme Gruppe, die einen Umsturz plante. Nun muss sich ein weiterer Mann wegen der geplanten Entführung von Karl Lauterbach vor Gericht verantworten.
Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Fall der geplanten Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angeklagt. Dem 42-Jährigen wird vorgeworfen, die Gruppe bei ihren Umsturzplänen unterstützt zu haben.
Im April 2022 wurden mehrere mutmaßliche Anführer der Gruppe Vereinte Patrioten festgenommen. Sie planten den Sturz der Bundesregierung und die Einführung eines autoritären Systems nach Vorbild des Deutschen Kaiserreichs. Die Gruppe plante gezielte Sabotageakte gegen die Strominfrastruktur sowie die öffentlichkeitswirksame Entführung Lauterbachs.
Der 42-jährige Angeklagte soll über einen Kurznachrichtendienst mit der Gruppe in Kontakt gekommen sein und angeboten haben, Waffen für den Umsturz zu beschaffen. Die erste Sitzung der neuen Regierung, die die Umstürzler bilden wollten, wollte er mit Waffen absichern.
Die Vorwürfe müssen noch vor Gericht bewiesen werden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Das Oberlandesgericht München muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
Bereits seit Mai 2023 wird gegen fünf mutmaßliche Anführer der Gruppe vor dem Oberlandesgericht Koblenz verhandelt. Ihnen wird die Gründung einer inländischen terroristischen Vereinigung beziehungsweise die Mitgliedschaft darin vorgeworfen sowie die Planung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund.
Seitdem kam es zu weiteren Festnahmen. Im Oktober wurden fünf weitere mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Gruppe gefasst. Ende April wurden in mehreren Städten Anklagen gegen sie erhoben, zudem begann in Koblenz ein weiterer Prozess gegen zwei mutmaßliche Unterstützer.
