In einem aktuellen Bericht werden schwere Vorwürfe gegen das Bistum Trier und die Staatsanwaltschaft erhoben. Demnach wurde sexualisierte Gewalt vertuscht und Ermittlungen wurden behindert.
Der dritte und vorläufig letzte Bericht der unabhängigen Aufklärungskommission umfasst 96 Seiten. Die ehemaligen Staatsanwälte Ingo Hromada und Jürgen Brauer haben ein Jahr lang Ermittlungsakten, Fotos und Aufzeichnungen durchforstet und dabei Hinweisen auf sexualisierte Gewalt des Seelsorgers Dillinger nachgegangen.
Mindestens 19 Opfer von sexuellem Missbrauch
Die Ermittler fanden Hinweise auf mindestens 19 Opfer sexualisierter Gewalt, die zwischen 1961 und 2018 von Dillinger missbraucht worden sein sollen. Trotz mehrerer Anzeigen wurde der Seelsorger vom Bistum Trier nicht angemessen kontrolliert, und die Taten wurden vertuscht.
Besonders schwerwiegend sei das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Die Behörde ließ im Juli 2023 Beweismittel, darunter Kalender und Notizbücher von Dillinger, verbrennen, obwohl die Ermittler noch Tage zuvor ein Gesuch auf Akteneinsicht gestellt hatten.
Die Ermittlungen in Deutschland sind nun abgeschlossen, jedoch werden noch weitere Zeugen in Afrika befragt. Dillinger reiste in den 1970er-Jahren mehrfach nach Kamerun und Togo und gründete dort einen Verein, die CV Afrika-Hilfe.
Die Suche nach Zeugen und Opfern gestaltet sich schwierig, da Anfragen an das Auswärtige Amt bisher ignoriert wurden.
