Eine Gruppe von Cyberkriminellen belästigt ihre Opfer seit Jahren mit massenhaften Pizzabestellungen über Lieferando. Dabei nutzen sie offenbar eine eigene Softwareanwendung namens „Pizzerando“. Was steckt hinter diesem Phänomen?
Anne und Philipp Kotz, beide aktive Twitch-Streamer, wurden kürzlich Opfer eines „Pizzabombings“. Unbekannte bestellten innerhalb von Minuten Dutzende von Essenlieferungen auf ihren Namen und an ihre Adresse. Eine unangenehme Erfahrung, die Opfer weltweit betrifft.
Eine gemeinsame Recherche von Kontraste und Spiegel zeigt, dass hinter diesen Angriffen in Deutschland eine gut organisierte Gruppe von Cyberkriminellen steht, die sich „NWO“ nennt – eine ironische Anspielung auf den Verschwörungsmythos einer „Neuen Weltordnung“.
Diese Gruppe nutzt eine eigene Computeranwendung namens „Pizzerando“, um massenhafte Bestellungen über Lieferando zu tätigen. Das Unternehmen Lieferando sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, nicht ausreichend gegen diese Art von Missbrauch vorzugehen. Opfer wie Anne und Philipp Kotz fühlen sich unzureichend geschützt und sehen Lieferando in der Verantwortung.
Die psychologischen Folgen für die Opfer sind gravierend. Viele fühlen sich durch die dauerhafte Belästigung bedroht und ängstlich. Auch Politiker sind ins Visier der Täter geraten. Eine alarmierende Entwicklung, die zeigt, dass Cybermobbing nicht nur ein Phänomen unter Jugendlichen ist, sondern auch politische Dimensionen annehmen kann.
Die ARD-Dokumentation „Swatting: Die Polizei als Waffe – Wie Cyber-Kriminelle ihre Opfer quälen“ beleuchtet dieses Thema und ist ab sofort in der ARD-Mediathek verfügbar.
