Die „hochgefährliche“ Verbindung: AfD und Burschenschaften

In den Reihen der AfD gibt es zahlreiche Verbindungen zu Burschenschaften. Report Mainz deckt auf, dass das Netzwerk größer ist als bisher bekannt und von Experten als „hochgefährlich“ eingestuft wird.

Die Beziehung zwischen der AfD und Burschenschaften zieht immer wieder Aufmerksamkeit auf sich. Doch wie eng ist diese Verbindung wirklich? Report Mainz hat umfangreiche Recherchen angestellt und ist auf ein weit verzweigtes Netzwerk gestoßen.

Nicht weniger als 50 Abgeordnete der AfD haben Verbindungen zu Studentenverbindungen, die meisten von ihnen sind selbst Mitglieder. Besonders häufig sind sie in Burschenschaften vertreten, die dem umstrittenen Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ angehören. Darüber hinaus beschäftigen viele Abgeordnete Mitarbeiter aus diesem Milieu oder halten bereits Vorträge in Burschenschaftshäusern.

Die Recherche ergab auch, dass rund 60 Mitarbeiter der AfD, die im Hintergrund tätig sind und Zugang zu wichtigen Informationen haben, ebenfalls Bezüge zu Burschenschaften haben.

Experten warnen vor den Konsequenzen dieser engen Verflechtung. Die Politikwissenschaftlerin Alexandra Kurth bezeichnet das Netzwerk als „hochgefährlich“. Sie ist der Ansicht, dass es dazu beitragen wird, die ideologische Ausrichtung der AfD noch weiter nach rechts zu verschieben.

Die Verbindungen gehen bis in die Spitze der Partei: Auch Partei- und Fraktionschefin Alice Weidel beschäftigt mindestens drei Burschenschafter, darunter ihr Pressesprecher. Der EU-Spitzenkandidat Maximilian Krah hat einen Mitarbeiter, der der umstrittenen Berliner Burschenschaft „Gothia“ angehört.

Einige der Verbindungen stehen im Mittelpunkt von Skandalen: So ist der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Halemba Mitglied der Würzburger Burschenschaft „Teutonia zu Prag“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen mutmaßlicher Volksverhetzung.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic fordert, dass die Sicherheitsbehörden diese Verbindungen genauer beobachten. Sie betont, dass es nicht ausreiche, nur auf prominente Fälle zu reagieren, sondern dass auch die vernetzten Strukturen genauer untersucht werden müssen.

Aktuell stehen mindestens fünf Burschenschaften wegen extremistischer Tendenzen im Fokus der Verfassungsschutzbehörden. Die Burschenschaft der Raczeks in Bonn gehört jedoch nicht dazu.

Die Verflechtung zwischen AfD und Burschenschaften ist ein Thema, das weiterhin für Diskussionen sorgen wird und zeigt, dass die Ideologie der AfD tief in der rechtsextremen Szene verwurzelt ist.

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