Signal-Chefin warnt vor Messenger-Überwachung: „Datenschutz funktioniert für alle oder für niemanden“

Die geplante Überwachung von Messengerdiensten wie Whatsapp und Signal sorgt für Diskussionen. Innenminister Karner will mehr Kontrolle, doch Meredith Whittaker, Präsidentin der Signal-Stiftung, warnt vor den Folgen.

Innenminister Karner plant einen Gesetzesentwurf zur verstärkten Überwachung von Messengerdiensten wie Whatsapp und Signal. Die Idee: Potenzielle Terroristen sollen überwacht werden, indem man sich in ihre verschlüsselten Chats hackt. Doch Meredith Whittaker, Präsidentin der Signal-Stiftung, warnt vor den Folgen dieser Maßnahme.

In einem Interview mit dem ORF äußerte sich Whittaker besorgt über den Gesetzesentwurf. Ihrer Meinung nach ist es gefährlich, eine Tür im Datenschutz zu öffnen, denn einmal geöffnet, steht sie allen offen. „Wenn man das Hacken für eine Partei erlaubt, kann jeder, der gewählt wird, auch hacken“, warnt Whittaker.

Sie betont, dass Datenschutz für alle oder für niemanden funktioniert. Öffnet man die Tür für Regierungen, öffnet man sie auch für Terroristen und alle anderen. Whittaker sieht darin ein grundsätzliches Problem im Datenschutz.

Neben der geplanten Messenger-Überwachung warnt Whittaker auch vor dem aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz. Sie sieht die Gefahr, dass dadurch die Überwachung durch große Technologieunternehmen wie Google weiter ausgebaut wird. Als ehemalige Mitarbeiterin von Google kritisiert sie die Geschäftsmodelle großer Tech-Firmen, die auf Überwachung aufgebaut seien.

Whittaker plädiert dafür, nicht blind der Technologie zu vertrauen, sondern die sozialen Auswirkungen von KI kritisch zu hinterfragen. Es sei besorgniserregend, dass nur wenige Unternehmen die Kontrolle über diese Technologien haben.

Die Diskussion um Datenschutz und Überwachung ist damit längst nicht abgeschlossen. Whittaker fordert eine kritische Auseinandersetzung mit den Folgen solcher Gesetzesentwürfe und technologischer Entwicklungen.

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