Nach den Auftrittsverboten für die beiden AfD-Spitzenkandidaten Krah und Bystron soll nun die Nummer drei auf der Europawahlliste retten, was noch zu retten ist. Der Mann heißt René Aust und kommt aus dem Landesverband von Björn Höcke.
René Aust, 37 Jahre alt, studierter Wirtschaftsgeograph und Landtagsabgeordneter aus Thüringen, tritt beim „Pfalztreffen“ in Kirchheimbolanden im Donnersbergkreis auf. In einer Zeit, in der die AfD wieder einmal von Skandalen erschüttert wird, soll Aust das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen. Ein einfacher Job? Sicherlich nicht. Ein Himmelfahrtskommando? Wahrscheinlich.
René Aust: Die letzte Hoffnung der AfD?
Gerade hat es in Mannheim einen brutalen Messerangriff gegeben. Der mutmaßliche Täter war ein Afghane, und unter den Verletzten war der Anti-Islam-Aktivist Michael Stürzenberger. Ein Polizist schwebt in Lebensgefahr. Vor diesem Hintergrund fordert Aust bei seinem Auftritt ein „Sofortprogramm“: Leichtere Inhaftierung von Gefährdern, Abschiebung von ausländischen Straftätern und die Errichtung einer „Festung Europa“.
Die 500 Personen in der Stadthalle Kirchheimbolanden applaudieren begeistert. Es scheint, als hätten sie auf solche Töne gewartet.
Ein überraschendes Rampenlicht
Nach den Auftrittsverboten für Krah und Bystron steht Aust plötzlich im bundesweiten Rampenlicht. Er ist der Ausputzer, der die AfD in dieser turbulenten Phase retten soll. Aust wird als smart und angenehm beschrieben, bisher nicht negativ aufgefallen. Kann er die Wähler überzeugen und der AfD ein besseres Image verleihen?
Karriere unter Höcke
Aust hat eine bemerkenswerte Karriere in der AfD hinter sich. Einst in der SPD, wechselte er wegen der Flüchtlingskrise zur AfD und machte im Landesverband von Björn Höcke Karriere. Jürgen Pohl, Bundestagsabgeordneter und Höcke-Vertrauter, sieht in Aust großes Potenzial und glaubt, dass Europa eine Chance für ihn sein kann.
Das Netzwerk der jungen AfD-Politiker
Aust gehört zu einer jüngeren Generation von AfD-Politikern, die pragmatisch und freundlich auftreten. Diese Gruppe, zu der auch Sebastian Münzenmeier, René Springer und Jan Wenzel Schmidt gehören, hat erkannt, dass radikale Tiraden nicht helfen, neue Wähler zu gewinnen.
Zukunftsaussichten
Für René Aust könnte die Europawahl ein entscheidender Moment werden. Wird er die Erwartungen erfüllen und die AfD aus der Krise führen? Oder wird er, wie viele vor ihm, an den internen und externen Herausforderungen scheitern? Vieles hängt davon ab, wie die AfD bei der Europawahl abschneidet.
Ein „Pfalztreffen“ und viele Fragen. Die AfD setzt ihre Hoffnungen auf René Aust. Kann er der Partei den ersehnten Neuanfang bringen? Nur die Zeit wird es zeigen. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als gespannt zuzuschauen, wie sich die Dinge entwickeln.
