Volt, die Partei mit dem schicken Namen, hat bei den Europawahlen 2,6 Prozent der Stimmen geholt und sich damit einen Platz im Europäischen Parlament gesichert. Junge, nette Menschen, die für Europa, Grün und sozialliberal sind – klingt doch gut, oder? Aber warum macht mir diese Partei so Bauchschmerzen?
Man könnte sagen, Volt ist wie eine Hipster-Politik für die Generation Tesla. Sie wollen ein vereintes Europa, Ökoenergie bis 2035 und klimaneutrale Wirtschaft bis 2040. Klingt nach links, oder? Mag sein, aber ich sehe da eher eine Expats-Schnösel-Partei, die vor allem deshalb für Europa ist, damit man mit Papas Tesla durch Europa cruisen kann, ohne ständig den Ausweis zeigen zu müssen.
Und dann diese Plakate! „Sei kein Arschloch“, „Für mehr Eis“ und „Power to the People“ – klingt nach einer Mischung aus Neunziger-Jahre-Jugendlichkeit und Revolution, die irgendwie nicht ganz zu Europa passt, eher nach USA und Vietnamkrieg.
Volt ist wie ein Best-of aus Grünen, SPD und FDP, aber ohne den nervigen Teil mit Regieren und Kompromissen. Deshalb landen sie auch bei Jungwählern hoch im Kurs, denn was Volt will, wollen doch eigentlich alle.
Vielleicht ist das der Grund für meine Bauchschmerzen: Volt ist eine populistische Partei, die sich als progressiv ausgibt, aber irgendwie doch nur ein Politik-Start-up von reichen Schnösel-Kids ist, die nach Sinn und Inhalt suchen. Oder so ähnlich.
