Auf der Suche nach dem perfekten Krankenhaus: Der neue Klinikatlas im Check

Der staatliche Klinikatlas hat ein neues Gesicht bekommen

Vor einem Monat wurde der staatliche Klinikatlas mit großem Tamtam gestartet, um Patienten bei der Suche nach dem optimalen Krankenhaus zu unterstützen. Doch schon bald hagelte es Kritik von allen Seiten: zu komplex, zu viele Informationen, zu wenig Überblick. Das Gesundheitsministerium hat reagiert und den Atlas nun einer Generalüberholung unterzogen.

Das Update verspricht weniger ist mehr: Statt der ursprünglich überladenen Datenbank mit Details zu 23.000 Eingriffen können Patienten jetzt die Behandlungsqualität bei 20 wichtigen Eingriffen abfragen. Eine Vereinfachung, die hoffentlich für mehr Klarheit sorgt – und nicht nur für Kopfschütteln über zu viel Bürokratie.

Auf der neuen Startseite des Portals sind jetzt sieben übersichtliche Kacheln zu finden, von Herz über Lunge bis zu Neurologie. So soll jeder auf den ersten Blick erkennen können, welche Klinik in der Nähe die beste Adresse für spezifische Behandlungen ist. Ob das wirklich gelingt, darüber scheiden sich allerdings die Geister.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz zeigt sich wenig begeistert: Auch das Update sei gescheitert, meint Vorstand Eugen Brysch. Die erhoffte Nutzerfreundlichkeit für komplexe Krankheiten sei nicht gegeben. Das klingt, als würde man versuchen, eine Pizza ohne Käse als Pizza zu verkaufen – halbgar und nicht wirklich überzeugend.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigt hingegen die Überarbeitung. Die Daten seien immer korrekt gewesen, beteuert er. Doch die Diskussion um die Qualität der Informationen und die Praktikabilität für Patienten geht weiter.

Am Ende des Tages bleibt der Klinikatlas ein Versuch, mehr Transparenz in die Welt der Krankenhausbehandlungen zu bringen. Ob er den Erwartungen gerecht wird oder eher ein zahnloser Papiertiger bleibt, wird sich zeigen. Vielleicht sollte man ihm noch ein paar Monate geben – so wie einem schlechten Haarschnitt, der vielleicht doch noch irgendwie wächst.

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