Ein Hochgeschwindigkeits-Debakel mit Humor: Warum die neuen ICE-Züge länger auf sich warten lassen
Die Deutsche Bahn (DB) muss sich in Geduld üben: Die heiß ersehnten neuen ICE-Züge des Typs „3neo“ von Siemens kommen vorerst nicht auf die Schienen. Grund dafür sind Qualitätsmängel an den Schweißnähten, die während einer routinemäßigen internen Kontrolle entdeckt wurden. Ein Sprecher von Siemens betonte jedoch, dass alle bereits ausgelieferten Züge sicher und ohne Probleme im Betrieb seien.
Schweißnaht statt Schweißperle
Während die Deutsche Bahn sich auf die neuen Züge freut, bremst Siemens die Euphorie mit einem unfreiwilligen Boxenstopp. Ausgerechnet die Schweißnähte bereiten Sorgen – ein Detail, das selbst Technik-Laien staunen lässt. Es stellt sich heraus, dass die Fehler von einem Unterlieferanten stammen, und die bereits im Einsatz befindlichen 21 Züge sind glücklicherweise nicht betroffen.
Kosten? Kein Kommentar
Zu den finanziellen Auswirkungen der Panne schweigen sowohl Siemens als auch die Deutsche Bahn vornehm. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Verzögerungen nicht nur den Fahrplan, sondern auch die Kostenkalkulation durcheinanderbringen. Laut der „Bild“-Zeitung sind „massive Probleme bei den Bodenplatten und Seitenteilen“ aufgetreten, was teilweise dazu führt, dass fertige Züge wieder in den Rohbau zurückversetzt werden müssen. Ein aufwändiger Prozess, der zu monatelangen Verzögerungen führen könnte.
Kein Grund zur Panik
Ein Bahn-Sprecher beruhigt indes die Gemüter: „Die Maßnahmen von Siemens Mobility zur Qualitätssicherung haben aktuell keinerlei Auswirkungen auf unseren Fahrplan.“ Er versichert weiter, dass nur einwandfreie Züge abgenommen werden und der Betrieb der bereits eingesetzten Züge reibungslos verläuft. Insgesamt hat die Bahn 90 ICE-Züge des Typs „3neo“ bestellt, die Auslieferung sollte eigentlich über mehrere Jahre hinweg erfolgen.
Déjà-vu der Schweißnähte
Erstaunlicherweise ist es nicht das erste Mal, dass Schweißnähte die Auslieferung von ICE-Zügen verzögern. Bereits 2019 gab es beim Modell „ICE 4“ ähnliche Probleme, als die Auslieferung der von Siemens und Bombardier gebauten Züge über Monate gestoppt werden musste. Man könnte fast meinen, dass Schweißnähte eine Achillesferse der Hochgeschwindigkeitszüge sind.
Fazit: Geduld ist eine Tugend
Wie lange die aktuellen Probleme noch andauern und ob bereits teilweise fertiggestellte Züge wieder auseinander genommen werden müssen, bleibt abzuwarten. Siemens arbeitet jedoch mit Nachdruck an einer Lösung und steht in engem Austausch mit der Deutschen Bahn und dem betroffenen Unterlieferanten. Es bleibt zu hoffen, dass die Probleme bald behoben werden und die neuen Züge ohne weitere Verzögerungen auf die Strecke kommen.
Bis dahin heißt es für die Bahn-Fans: Geduld bewahren und hoffen, dass die nächste Fahrt mit einem blitzneuen ICE „3neo“ nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Und wer weiß, vielleicht sorgt die Zwangspause ja dafür, dass die Züge am Ende noch besser und sicherer sind – Schweißnähte hin oder her.
