Bargeldlos Bezahlen: Welche Karte passt wofür?

Ein Überblick über Girocard, Debit- und Kreditkarten

In Deutschland ist der Trend hin zum bargeldlosen Bezahlen unübersehbar. Ob Girocard, Debit- oder Kreditkarte – die Plastikkarten haben das Bargeld in vielen Bereichen des täglichen Lebens abgelöst. Doch welche Karte ist wofür am besten geeignet? Und warum ist es manchmal ratsam, mehrere Karten im Portemonnaie zu haben? Hier ein sachlicher und objektiver Überblick mit einem Hauch Humor.

Kartenzahlung an der Supermarktkasse

An deutschen Supermarktkassen hat sich die Kartenzahlung längst durchgesetzt. Ob Girocard oder Kreditkarte – die meisten Verbraucher greifen lieber zur Plastikkarte als zum Bargeld. Doch aufgepasst: Eine Karte allein reicht oft nicht aus, um überall bequem bezahlen zu können, sei es in Deutschland oder im Urlaub im Ausland. Besonders ausländische Fußballfans bei der Europameisterschaft mussten feststellen, dass man in vielen deutschen Kneipen das Bier nicht mit Kreditkarte bezahlen kann.

300 Milliarden Euro bargeldloser Umsatz

Im Jahr 2023 wurde im stationären Einzelhandel ein Drittel der Umsätze noch in bar abgewickelt, während 61,8 Prozent der Einkäufe mit einer Bezahlkarte erfolgten. Dies ermittelte das Forschungsunternehmen EHI. Die Umsätze beim bargeldlosen Bezahlen überschritten erstmals die Marke von 300 Milliarden Euro. Dabei dominierte die Girocard, die fast 70 Prozent der Umsätze ausmacht.

Von der EC-Karte zur Girocard

Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt die Girocard unter ihrem alten Namen „EC-Karte“ bekannt. Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest erklärt: „Viele sagen immer noch EC-Karte, obwohl sie seit über zehn Jahren Girocard heißt. Sie ist die Karte zum Girokonto, mit der man Geld abheben und bezahlen kann, allerdings vor allem in Deutschland. Alles, was man mit dieser Karte bezahlt, wird sofort dem Konto belastet.“

Maestro: Noch bis 2027 im Einsatz

Damit die Girocard international eingesetzt werden kann, war sie bisher oft mit dem Maestro-Symbol von Mastercard versehen. Obwohl Maestro offiziell eingestellt wurde, gibt es noch Karten mit diesem Symbol, die bis 2027 im Ausland genutzt werden können. Einige Banken haben hierfür Ausnahmegenehmigungen erhalten.

Debit-Karten: Der neue Standard?

Für den internationalen Zahlungsverkehr empfiehlt sich eine Debit-Karte von Visa oder Mastercard, die in die weltweiten Zahlungssysteme der Anbieter eingebunden ist. Einige deutsche Banken bieten diese Karten bereits als neuen Standard an. Doch aufgepasst: In Deutschland akzeptieren viele kleinere Geschäfte noch keine Debit-Karten von Visa oder Mastercard, hier funktioniert oft nur die Girocard – oder Bargeld.

Im Ausland: Lieber noch eine Kreditkarte

Wer im Ausland unterwegs ist, sollte zusätzlich eine Kreditkarte dabeihaben. Zwar können Debit-Karten vieles, was Kreditkarten auch können, doch bei Hotel- und Mietwagenbuchungen wird oft eine Kaution verlangt, die mit einer Debit-Karte nicht hinterlegt werden kann. Eine Kreditkarte ist hier also unerlässlich. Die eigene Hausbank bietet Kreditkarten gegen eine Gebühr an, doch Vorsicht vor versteckten Kosten, insbesondere vor der „Teilzahlungsfunktion“. Diese kann horrende Zinsen verursachen, wenn der Betrag nicht vollständig am Monatsende abgebucht wird.

Fazit: Flexibilität ist gefragt

Bis sich eine einheitliche Karte für alle Bezahlvorgänge durchgesetzt hat, bleibt Flexibilität gefragt. In Deutschland empfiehlt es sich, eine Girocard oder Debit-Karte zu nutzen, während im Ausland eine Kreditkarte Sinn macht. Und ein bisschen Bargeld für alle Fälle schadet nie – schließlich gilt in manchen Bereichen immer noch: Nur Bares ist Wahres.

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