Ab Juli 2024 müssen alle Neuwagen in der EU einen Assistenten an Bord haben, der Fahrer auf eine Überschreitung des Tempolimits hinweist. Die gute Idee ist jedoch nicht immer gut umgesetzt. Ein Blick auf die neue Vorschrift und ihre Tücken.
Gute Idee, schlechte Umsetzung?
Als im April 1951 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet wurde, war das Ziel klar: Frieden durch Handel und Kooperation. Heute jedoch sehen viele das Friedensprojekt EU als bürokratisches Monster. Ein Beispiel hierfür ist die neue Vorgabe, dass alle Neuwagen einen Tempolimit-Warner haben müssen. Ab dem 7. Juli 2024 ist die sogenannte „Intelligent Speed Assistance“ (ISA) Pflicht. Diese soll visuell und akustisch warnen, wenn das Tempolimit überschritten wird – und das bei jedem Neustart des Autos.
Ein gut gemeinter Ansatz
Der Hintergrund dieser Vorschrift ist durchaus sinnvoll. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Die Idee, Autofahrer durch technische Hilfsmittel auf zu hohes Tempo aufmerksam zu machen, ist daher lobenswert. Denn die Polizei kann nicht überall sein, um Tempolimits zu überwachen. Eine automatische Warnung könnte hier eine hilfreiche Unterstützung sein.
Der Teufel steckt im Detail
Leider ist die Realität nicht so einfach. Die ISA-Systeme sind zwar vorgeschrieben, ihre Zuverlässigkeit jedoch nicht. In Tests zeigt sich eine breite Qualitätsspanne. Hersteller wie Mercedes und BMW sind auf einem guten Weg, aber sie sind die Ausnahme. Bei den meisten Autos funktioniert das System nur mangelhaft. In meinem eigenen Corsa-e liegt die Trefferquote bei etwa 30 Prozent – ein untragbarer Wert.
Nervige und unzuverlässige Warnungen
Die Folge: Viele Fahrer werden den nervigen Warnton schnell ignorieren. Bei einigen Autos ist das Ausschalten des Warnsystems einfach, bei anderen erfordert es tiefes Navigieren durch das Infotainmentsystem – und das bei jedem Neustart des Autos. Statt eine Hilfe zu sein, wird die ISA in vielen Fällen zur Plage.
Bürokratie im Alltag
Diese schlecht umgesetzte Vorschrift zeigt ein weiteres Mal, wie gut gemeinte EU-Regeln in der Praxis scheitern können. Das führt zu Frustration bei den Autofahrern und schadet dem Ansehen der EU. Es bietet auch jenen Kräften Munition, die die europäische Gemeinschaft schwächen wollen.
Fazit
Die Einführung eines Tempolimit-Warners in Neuwagen ist ein klassisches Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht umgesetzte Bürokratie. Während die Idee, Verkehrsunfälle durch Tempolimits zu reduzieren, lobenswert ist, scheitert die praktische Umsetzung oft kläglich. Der Murks-Melder wird so eher zum Ärgernis als zur Hilfe. Hier besteht dringender Nachholbedarf, um das Vertrauen der Bürger in solche Regelungen wiederherzustellen.
