Niedersachsen will „begleitetes Trinken“ ab 14 verbieten

Das Land Niedersachsen plant, das sogenannte „begleitete Trinken“ von Bier und Wein für Jugendliche ab 14 Jahren zu verbieten. Der Grund: Es sendet ein falsches gesellschaftliches Signal und gefährdet die Gesundheit der Jugendlichen.

Der Vorstoß und die Motivation dahinter

Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) erläutert gegenüber dem NDR Niedersachsen, dass es ein „völlig falsches gesellschaftliches Signal“ sei, wenn Eltern, ältere Geschwister oder Freunde mit 14-Jährigen Bier oder Wein trinken. Alkohol könne die Gesundheit schädigen und aggressives Verhalten fördern, so der Minister. Das begleitete Trinken verharmlose diese Risiken und solle daher abgeschafft werden. Diese Idee wurde zuerst von der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ berichtet.

Unterstützung aus anderen Bundesländern

Der Vorstoß, das begleitete Trinken abzuschaffen, kam im April aus Mecklenburg-Vorpommern. Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) brachte den Vorschlag in die Gesundheitsministerkonferenz (GKM) der Länder im Juni in Lübeck-Travemünde ein, wo er einstimmig angenommen wurde. Gesetzesvorschläge werden voraussichtlich im November auf dem Tisch liegen.

CDU ist ebenfalls für das Verbot

Auch die CDU im niedersächsischen Landtag unterstützt den Vorschlag. Carina Hermann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Fraktion, betont, dass ein Verbot des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren aufgrund der erheblichen Gefahren des Alkoholkonsums richtig sei. Gleichzeitig fordert sie weitere Initiativen vom SPD-Gesundheitsminister, etwa Maßnahmen gegen den Missbrauch von Lachgas, das ebenso schwere gesundheitliche Folgen haben könne.

Risiken des frühen Alkoholkonsums

Das niedersächsische Gesundheitsministerium warnt, dass frühzeitiger Alkoholkonsum oft bis ins Erwachsenenalter prägt. Je früher Jugendliche mit Alkohol in Berührung kommen, desto größer ist das Risiko einer Abhängigkeit. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2019 in Deutschland rund 14.500 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt. Einer Umfrage der DAK zufolge beziehen etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen mit Alkohol-Erfahrung die entsprechenden Getränke von ihren Eltern.

Fazit

Niedersachsen setzt sich mit Nachdruck für den Schutz der Jugend vor den Gefahren des Alkoholkonsums ein. Das geplante Verbot des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren ist ein Schritt in diese Richtung. Es bleibt abzuwarten, wie die Gesetzesvorschläge im November aussehen werden und ob weitere Maßnahmen folgen, um die Gesundheit der Jugendlichen umfassend zu schützen.

Hinterlasse einen Kommentar