Kritik an Verifizierungshäkchen: X droht Millionenstrafe in der EU

Seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk und der Umbenennung in X steht die Plattform immer wieder im Fokus der Kritik. Besonders das neue Verifizierungsmodell sorgt für Aufregung. Jetzt droht dem Unternehmen eine empfindliche Geldstrafe von der EU-Kommission.

Vorwürfe der EU-Kommission

Die EU-Kommission hat vorläufig festgestellt, dass X gegen europäisches Recht verstößt. Dies könnte für die Plattform teuer werden, denn die Kommission sieht Anzeichen dafür, dass die Nutzer durch die neue Art der Verifizierung in die Irre geführt werden. Während früher nur Prominente, Politiker und Personen des öffentlichen Lebens nach einer Prüfung durch das Unternehmen ein weiß-blaues Häkchen erhielten, können nun alle Abo-Kunden ein solches Symbol kaufen. Dies führte bereits zu mehreren Vorfällen, bei denen falsche Accounts von Unternehmen und Prominenten plötzlich echt wirkten.

Missbrauch vermeintlich verifizierter Konten

Die Kommission betont, dass böswillige Akteure diese vermeintlich verifizierten Konten missbrauchen könnten, um andere Nutzer zu täuschen. Online-Plattformen müssen sich seit einiger Zeit an strengere Regeln halten, die unter anderem mehr Transparenz im Bereich Werbung und den Zugang zu bestimmten Daten für Forschende vorschreiben. In diesen Punkten verstößt X laut der vorläufigen Einschätzung der EU-Kommission gegen den Digital Services Act (DSA).

Hohe Strafzahlungen möglich

Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, könnte die EU-Kommission eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von X verhängen. Dies könnte für das Unternehmen teuer werden, besonders da die Umsätze seit der Übernahme durch Musk rückläufig sind. Im Jahr 2021 lag der Höchstwert des Umsatzes bei rund 5,08 Milliarden US-Dollar, doch Berichten zufolge sind die Einnahmen im ersten Halbjahr 2023 um 40 Prozent auf 1,48 Milliarden Dollar gefallen.

Verfahren wegen Falschnachrichten

Neben den Vorwürfen zur Verifizierung steht X auch in der Kritik, nicht entschieden genug gegen Falschinformationen und Hassrede auf der Plattform vorzugehen. Nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gab es zahlreiche Hinweise auf illegale und irreführende Beiträge. Die EU-Kommission hat X bereits einen Fragenkatalog dazu geschickt, doch die Antworten waren offenbar nicht zufriedenstellend, weshalb ein weiteres Verfahren eröffnet wurde.

Fazit

Die Kritik an der Verifizierungspraxis und der Umgang mit illegalen Inhalten könnten X teuer zu stehen kommen. Sollte die EU-Kommission ihre vorläufige Einschätzung bestätigen, droht eine empfindliche Geldstrafe. Bis dahin hat X jedoch noch die Möglichkeit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Situation entwickelt und welche Maßnahmen das Unternehmen ergreifen wird, um den EU-Vorgaben zu entsprechen.

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