Teurer Höhenflug oder strategischer Weitblick?
Was für eine Geldverschwendung und Selbstinszenierung! Friedrich Merz, der CDU-Chef, hat für seinen Flug im Eurofighter mehr als 100.000 Euro verpulvert. Dafür müssen sogenannte Bürgergeldbetrüger, auf die Merz gerne verweist, lange hart arbeiten. Klingt nach einer katastrophalen Aktion, die Merz politisch schaden könnte, oder? Vielleicht nicht. Dieser Überschallflug könnte ihm langfristig sogar helfen.
Kritik aus allen Richtungen
Natürlich kam die Kritik sofort. Ein „Abenteuer“, wie Merz es nennt, das typisch ist für einen Topverdiener, der sich selbst zum Mittelstand zählt. Grüne und Linke weisen zu Recht auf die Belastung von Haushalt und Klima hin. Ein Soldat hätte diesen Flug als Übung nutzen können, was ihm nun fehlt. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mag solche Flüge rechtfertigen können, aber Friedrich Merz, ein Oppositionspolitiker ohne verteidigungspolitische Verantwortung?
Symbolpolitik vom Feinsten
Doch Politik ist immer auch Symbolpolitik. Ricarda Lang von den Grünen wirft Merz Selbstinszenierung und Instinktlosigkeit vor. Dabei zielt auch sie in jedem Interview auf die Zustimmung der Bevölkerung ab. Und der Vorwurf der Selbstinszenierung ist an sich schon eine Form der Selbstinszenierung. Sie präsentiert sich stets als das Gegenteil von Merz: pragmatisch und problemorientiert, während Merz hier und da zum Populismus neigt. Symbolik gegen Pragmatismus – eine Wasserpistole gegen einen Kampfjet.
Der Mann mit dem Verteidigungsinstinkt
Hier kommt die Weitsicht ins Spiel. Friedrich Merz weiß, wie wichtig die symbolische Nähe zur Bundeswehr durch die russische Bedrohung und den Überfall auf die Ukraine geworden ist. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat auch deswegen den Job bekommen, weil er Wehrdienst geleistet hat. Merz setzt sich mit dieser Aktion von der fast durchweg zivilen Spitzenpolitik ab und zeigt seine Nähe und sein Interesse für die Truppe. Und ganz nebenbei erfüllt er sich wahrscheinlich einen Traum.
Das Fazit: Merz im Höhenflug
Zwar konnte Merz den Kampfjet nicht alleine fliegen, das Kommando hatte Oberstleutnant Dirk Pingel. Doch diese Aktion dürfte bei vielen Soldatinnen und Soldaten gut angekommen sein. Und bei den Wählerinnen und Wählern bleibt vielleicht unterbewusst hängen: Der Mann versteht etwas von Verteidigung. Diese feinen Unterschiede können am Ende entscheidend sein. Denn manchmal ist es genau diese symbolische Geste, die einem Politiker den nötigen Schub verleiht – und nicht nur im Eurofighter.
