Globale IT-Störung: Ein Update legt die Welt lahm

Flugzeuge am Boden, Kliniken operieren nicht

Ein fehlerhaftes Update hat weltweit für Chaos gesorgt: Flughäfen, Krankenhäuser und Medienunternehmen waren betroffen. Was bisher über die IT-Panne bei Crowdstrike und Microsoft bekannt ist und welche Folgen die Störung hat.

Was ist passiert?

Das US-Unternehmen Crowdstrike hat mit einem fehlerhaften Update weltweit IT-Probleme ausgelöst. Das Problem sei inzwischen „identifiziert, isoliert“ und „wird behoben“, erklärte Unternehmenschef George Kurtz auf den Plattformen X und LinkedIn. Ursache war ein fehlerhaftes Update für Anwendungen des Microsoft-Programms Windows.

Wie schnell kann die Störung behoben werden?

Jan Lemnitzer, IT-Experte an der Copenhagen Business School, zeigte sich im Interview mit tagesschau24 zuversichtlich, dass die Störung schnell behoben werden könne und keine nachhaltigen Probleme hinterlässt. Am Berliner Flughafen konnten die Computersysteme bereits wieder hochgefahren werden, es komme nur noch vereinzelt zu Ausfällen.

Warum kam es zur Störung?

Laut Medienberichten könnte ein fehlerhaftes Update des Crowdstrike-Produkts Falcon die Störungen ausgelöst haben. Falcon dient dazu, bösartige Aktivitäten im Datenverkehr zu entdecken. Der Fehler bei Crowdstrike habe wiederum Software von Microsoft gestört. Warum das Problem von Crowdstrike zu Ausfällen bei Microsoft führte, sei noch unklar.

Ein Indiz dafür, dass es sich um ein Update-Problem und nicht um einen großflächigen Cyberangriff handelt, ist die Tatsache, dass die Ausfälle in Australien begannen. Solche Updates werden normalerweise an einem bestimmten Datum freigegeben, und in Australien beginnt der Tag zuerst.

Wie groß ist der finanzielle Schaden?

Das Ausmaß des finanziellen Schadens wird sich erst nach Wochen oder Monaten abschätzen lassen. Neben den sofortigen Kosten könnten auch spätere Nachforderungen durch betroffene Kunden eine Rolle spielen. Die Aktie von Crowdstrike verzeichnete im vorbörslichen Handel ein Minus von zeitweise mehr als 20 Prozent.

Wer ist in Deutschland betroffen?

Am Berliner Hauptstadtflughafen BER stand der Flugbetrieb zunächst still. Zwar gab es einzelne Abflüge, aber bis 10 Uhr war der Betrieb nahezu eingestellt. Mittlerweile laufen die Systeme wieder, es kommt jedoch noch vereinzelt zu Ausfällen und längeren Wartezeiten. Auch andere deutsche Flughäfen wie Hamburg, Stuttgart, Baden-Airpark, Köln und Düsseldorf waren betroffen.

Neben Flughäfen sind auch Kliniken betroffen: Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sagte für heute alle geplanten Operationen an ihren Standorten in Kiel und Lübeck ab. Die Ambulanzen blieben ebenfalls geschlossen. Die Notfallversorgung sei jedoch gesichert.

Wie sieht es weltweit aus?

In zahlreichen Ländern wie den USA, Spanien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Indien wurde der Flugverkehr teilweise weitgehend eingestellt. In den USA ordnete die Flugaufsichtsbehörde FAA an, alle Flüge zu stoppen. Die niederländische Fluggesellschaft KLM musste weltweit den Großteil ihres Betriebs einstellen. Auch Medienunternehmen waren betroffen: Sky News und Canal+ hatten vorübergehende Ausfälle.

Gab es schon mal solche Ausfälle?

Solche Ausfälle sind nicht neu. 2021 legte eine Cyberattacke auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya zahlreiche Unternehmen lahm, darunter auch die schwedische Supermarkt-Kette Coop.

Fazit

Die globale IT-Störung zeigt, wie abhängig unsere Welt von wenigen großen Software-Anbietern und Cybersicherheitsfirmen ist. Ein fehlerhaftes Update kann immense Auswirkungen haben und ganze Branchen lahmlegen. Bleibt zu hoffen, dass die notwendigen Lehren gezogen werden und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

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