Deutschland verzeichnet einen unerfreulichen Trend: Die Zahl gefälschter Geldscheine und Münzen steigt. Besonders im ersten Halbjahr 2024 ist die Menge an Blüten auf den höchsten Stand seit sieben Jahren gestiegen. Wer jetzt auf den falschen Fuffziger reinfällt, sollte wissen, wie man die echten von den falschen Scheinen unterscheidet.
Rekord bei Falschgeld
Laut der Bundesbank wurden im ersten Halbjahr 2024 fast 39.000 gefälschte Banknoten sichergestellt, mit einem Gesamtwert von 2,4 Millionen Euro. Damit wird der Rekord aus dem ersten Halbjahr 2017 eingestellt. Während die Schadenssumme im Vergleich nur um fünf Prozent stieg, nahm die Menge an gefälschten Scheinen um 29 Prozent zu. Die Kriminellen bevorzugen dabei kleinere Scheine – eine Tatsache, die sowohl für Verbraucher als auch für Händler von Bedeutung ist.
Falsche Fuffziger auf dem Vormarsch
Die beliebteste Fälschung ist der 50-Euro-Schein, der 37 Prozent der gefundenen Blüten ausmacht. 20-Euro-Scheine folgen mit 30 Prozent, während 100-Euro-Scheine 15 Prozent ausmachen. Interessanterweise sind gefälschte 10-Euro-Scheine häufiger geworden, machen jedoch nur sieben Prozent des Gesamtvolumens aus. Die 200- und 500-Euro-Scheine sind seltener geworden, wobei die 500-Euro-Note seit 2019 nicht mehr neu aufgelegt wird, aber weiterhin als Zahlungsmittel gilt.
Falschgeld: Ein statistisches Problem?
„Insgesamt bleibt das Falschgeldaufkommen niedrig“, erklärt Burkhard Balz von der Bundesbank. Rein rechnerisch kommen auf 10.000 Einwohner neun falsche Banknoten. Dennoch ist es ratsam, beim Umgang mit Bargeld aufmerksam zu sein. Gefälschtes Geld wird nicht ersetzt, und der Versuch, es weiterzugeben, stellt eine Straftat dar. Die Bundesbank rät dazu, verdächtige Scheine bei der Polizei oder der Bundesbank abzugeben.
Fälschungen erkennen leicht gemacht
Viele gefälschte Scheine sind auf der Vorder- oder Rückseite mit Aufdrucken wie „MovieMoney“ oder „PropCopy“ versehen. Ein einfaches Überprüfungsverfahren ist das „Fühlen-Sehen-Kippen“. Das Banknotenpapier sollte sich griffig und fest anfühlen. Beim Kippen der Note zeigen sich regenbogenfarbige Hologrammelemente, und ein Wasserzeichen wird sichtbar, wenn die Note gegen das Licht gehalten wird.
Münzen ebenfalls betroffen
Nicht nur Scheine, sondern auch Münzen sind ein Problemfeld. Im ersten Halbjahr 2024 wurden fast 80.000 gefälschte Münzen sichergestellt, was einem Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2023 entspricht. Die meisten dieser Fälschungen betreffen die Zwei-Euro-Münze. Der Anstieg wird teilweise durch Rückstände von nicht mehr umlauffähigen Münzen aus der Corona-Pandemie erklärt.
Fazit
Ob Scheine oder Münzen – die Anzahl an Falschgeld nimmt zu, und die Betrüger setzen vermehrt auf kleinere Beträge, um unentdeckt zu bleiben. Ein geschultes Auge und das richtige Überprüfungsverfahren sind entscheidend, um sich vor gefälschtem Bargeld zu schützen. Der alte Spruch „Geld stinkt nicht“ mag zutreffen, aber „Falschgeld riecht gefährlich“ – vor allem für den, der es annimmt.
