Archiv des Autors: Wasserpuncher

Avatar von Unbekannt

Über Wasserpuncher

Wasserpuncher

Microsofts Sicherheitsversagen: Bericht der US-amerikanischen Cybersicherheitsbehörde CISA

Der Bericht des Cyber Safety Review Board der US-amerikanischen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) zum Diebstahl eines Azure-Master-Keys im letzten Sommer ist nun veröffentlicht worden und enthüllt schwerwiegende Vorwürfe gegen Microsoft. Die CISA wirft dem Tech-Giganten mehrfaches Versagen bei der Cybersicherheit vor und empfiehlt drastische Maßnahmen.

Im vergangenen Sommer erlangten mutmaßlich chinesische Hacker Zugang zu einem Master-Key für die Azure-Cloud, womit sie auf die Online-Exchange-Accounts diverser Regierungsbehörden zugreifen konnten. Microsoft wurde erst durch einen Azure-Kunden auf den Angriff aufmerksam gemacht, was bereits zu Beginn Kritik aufkommen ließ. Der Bericht des Cyber Safety Review Board sollte den Vorfall für den US-Präsidenten aufarbeiten.

Der Bericht rekonstruierte den Angriff und die Fehler von Microsoft akribisch und kommt zu einem vernichtenden Urteil. Eine „Kaskade vermeidbarer Fehler“ seitens Microsoft habe den Angriff erst ermöglicht. Das Unternehmen habe die Kompromittierung seiner Schlüssel nicht einmal selbst bemerkt, während andere Cloud-Anbieter über Sicherheitskontrollen verfügen, die bei Microsoft fehlen.

Besonders schwer wiegt die Tatsache, dass Microsoft im September 2023 fälschlicherweise behauptete, die Ursache des Vorfalls gefunden zu haben, und dies erst im März dieses Jahres nach mehrfacher Aufforderung durch das Board korrigierte. Ein weiterer Sicherheitsvorfall im Januar 2024 hat das Vertrauen in Microsofts Sicherheitskultur weiter erschüttert.

Die Empfehlungen an Microsoft sind drastisch. CEO Nadella und der Vorstand werden aufgefordert, sich auf die Sicherheitskultur des Unternehmens zu konzentrieren und einen Zeitplan für grundlegende Sicherheitsreformen vorzulegen. Zudem soll die Entwicklung neuer Features für die Cloud-Infrastruktur und Produkte zurückgestellt werden, bis substanzielle Sicherheitsverbesserungen erreicht sind.

Ein Unternehmen von Microsofts Bedeutung müsse höchste Standards bei Sicherheit, Verantwortlichkeit und Transparenz erfüllen. Es bleibt abzuwarten, wie Microsoft auf diese schwerwiegenden Vorwürfe und Empfehlungen reagieren wird und welche Maßnahmen das Unternehmen ergreifen wird, um sein Sicherheitsniveau zu verbessern.

Anklage gegen mutmaßliche Rädelsführer von „Combat 18 Deutschland“ erhoben

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen vier mutmaßliche Rädelsführer des verbotenen rechtsextremistischen Vereins „Combat 18 Deutschland“ erhoben. Diese sollen trotz des Verbots die Vereinigung weiter betrieben haben, wie die Behörde in Karlsruhe bekannt gab. Ihnen wird vorgeworfen, gegen das Vereinsverbot verstoßen zu haben, indem sie den organisatorischen Zusammenhalt der bereits 2020 verbotenen Gruppierung aufrechterhielten. Die Beschuldigten sollen eine bedeutende Rolle innerhalb der Gruppe gespielt haben.

Das Bundesinnenministerium hatte „Combat 18 Deutschland“ vor vier Jahren verboten, da die Gruppierung sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richtete und dem Nationalsozialismus nahestand. Sie bekannte sich zur NSDAP und verfolgte rassistische, antisemitische und fremdenfeindliche Ziele. Zudem wurde ihre kämpferisch-aggressive Grundhaltung betont, wie das Ministerium im Januar 2020 mitteilte.

Die Angeklagten sollen seit Oktober 2020 mindestens 14 konspirative Treffen organisiert haben, bei denen „Leistungsmärsche“ durchgeführt und Aufnahmeverfahren für potenzielle Mitglieder veranstaltet wurden. Diese Aufnahmeverfahren umfassten neben praktischen Prüfungen auch theoretische Teile mit Fragen zum Nationalsozialismus. Darüber hinaus sollen die Beschuldigten Rechtsrockkonzerte veranstaltet und Produkte mit Bezug zu „Combat 18 Deutschland“ vertrieben haben.

Die vier Männer waren Teil einer bundesweiten Razzia gegen Neonazinetzwerke im April 2022 und wurden daraufhin festgenommen. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen aufgrund der besonderen Bedeutung des Falls. Die Verfahren gegen 17 weitere Verdächtige wurden im Sommer an die zuständigen Staatsanwaltschaften der Länder übergeben.

Über die Zulassung der Anklage und den möglichen Beginn des Hauptverfahrens entscheidet nun das Oberlandesgericht Düsseldorf. Die vier mutmaßlichen Rädelsführer befinden sich derzeit auf freiem Fuß.

Lebenserwartung während der Corona-Pandemie gesunken: Studie der University of Washington

Eine Studie der University of Washington hat ergeben, dass die Lebenserwartung der Menschen weltweit während der Corona-Pandemie gesunken ist. Laut den Ergebnissen der Studie, die im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurden, ist die weltweite Lebenserwartung zwischen 2019 und 2021 um 1,6 Jahre gesunken. Covid-19 war dabei im Jahr 2021 die zweithäufigste Todesursache, während sie im Jahr 2020 die dritthäufigste war.

Die häufigsten Todesursachen vor der Pandemie waren laut der Studie koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Infektionen der unteren Atemwege. Die Corona-Pandemie hat jedoch zu einer Verschiebung dieser Reihenfolge geführt.

Es wurden auch regionale Unterschiede festgestellt: Die Lebenserwartung verringerte sich aufgrund von Covid-19 in Südostasien, Ostasien und Ozeanien am wenigsten um 0,4 Jahre, während sie in Lateinamerika und der Karibik am stärksten um 3,6 Jahre abnahm.

Trotz dieser negativen Auswirkungen stieg die Lebenserwartung von 1990 bis 2021 insgesamt um 6,2 Jahre. Dieser Anstieg wurde unter anderem durch einen Rückgang der Todesfälle durch Darminfektionen und Infektionen der unteren Atemwege erreicht. Die Studie betonte auch Erfolge im Kampf gegen Schlaganfälle und koronare Herzkrankheiten.

Liane Ong, Mitautorin der Studie, betonte die Bedeutung dieser Erkenntnisse: „Unsere Studie zeichnet ein nuanciertes Bild der weltweiten Gesundheit und zeigt sowohl die Erfolge bei der Prävention von Todesfällen durch bestimmte Krankheiten als auch die Herausforderungen, die uns die Covid-19-Pandemie bereitet hat.“

Die Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) basierte auf Daten aus mehr als 160 Ländern und Gebieten und wurde von mehr als 11.000 Mitarbeitern weltweit unterstützt.

Hunderte Polizisten unter Extremismusverdacht in deutschen Bundesländern

Etwa 400 Polizistinnen und Polizisten der deutschen Bundesländer stehen derzeit unter dem Verdacht des Rechtsextremismus. Dies ergab eine Abfrage in den 16 Innenministerien der Länder für einen aktuellen Medienbericht. Sowohl der zuständige Bundesbeauftragte als auch Vertreter aus den Ländern warnen vor der wachsenden Bedrohung durch extremistische Ansichten innerhalb der Polizeikräfte.

Die aktuellen Zahlen zu den Disziplinarverfahren und Ermittlungen gegen Polizeibeamte wegen Verdachts auf rechtsextreme Gesinnung oder das Vertreten von Verschwörungsideologien könnten sogar noch höher liegen, da vier Bundesländer – Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Thüringen – keine aktuellen Daten liefern konnten.

Uli Grötsch, der Polizeibeauftragte des Bundes beim Deutschen Bundestag, äußerte sich besorgt über die Situation: „Wir leben in Zeiten, in denen von Rechtsextremen gezielt versucht wird, die Polizeien zu destabilisieren.“ Er betonte die große Gefahr, die von dieser Entwicklung ausgehe, sowohl für das gesamte Land als auch für die Polizeikräfte selbst.

Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, äußerte sich ähnlich alarmiert: „Polizistinnen und Polizisten, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen, sondern extremistische Ansichten verfolgen, sind eine große Gefahr für die Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit.“ Er betonte, dass solche Personen keinen Platz bei der Polizei haben dürften.

Die Ermittlungen gegen mögliche Extremisten innerhalb der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sind kein neues Phänomen. Bereits im Jahr 2022 hatte das Bundesinnenministerium einen Lagebericht zu diesem Thema veröffentlicht. Damals wurde bekannt, dass innerhalb von drei Jahren 327 Mitarbeiter wegen nachweislicher Verbindungen zum Rechtsextremismus oder zur Szene der Reichsbürger aufgefallen waren.

Im Jahr 2023 wurde ein weiterer Bericht veröffentlicht, der sich unter anderem mit den politischen Einstellungen von Polizeibeamten befasste, insbesondere nach Rassismusvorwürfen gegen die Polizei. Die Studie konfrontierte Führungskräfte und Vollzugsbeamte mit diesen Vorwürfen und stellte fest, dass viele Befragte diese als „bedauernswerte Einzelfälle“ abtaten.

Anzeigen gegen Signa und Benko: Immobilienunternehmer gerät juristisch in Bedrängnis

René Benko, der österreichische Investor, und seine insolvente Signa-Gruppe sehen sich einer Vielzahl von Anzeigen gegenüber. Bis Mitte Februar wurden bereits 37 Sachverhaltsdarstellungen gegen den Immobilien- und Handelsunternehmer sowie Signa-Firmen bei Staatsanwaltschaften in Österreich eingereicht, wie sein Rechtsanwalt dem österreichischen Parlament mitteilte. Diese Zahl könnte mittlerweile noch höher liegen.

Eine geplante Befragung Benkos vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss wurde kurzfristig abgesagt, da Benko keinen Überblick über alle rechtlichen Vorwürfe hatte. Seine Anwesenheit hätte zu einem Konflikt zwischen Wahrheitspflicht und dem Recht zur Aussageverweigerung führen können. Benko hat sich seit dem Niedergang der Signa-Gruppe nicht öffentlich geäußert und öffentliche Veranstaltungen gemieden.

Die Untersuchung sollte die mögliche Bevorzugung von Superreichen wie Benko, die Verbindungen zur konservativen Kanzlerpartei ÖVP haben, beleuchten. Die Befragung eines ehemaligen hochrangigen Finanzbeamten wegen Steuerverfahren der Signa-Gruppe steht jedoch weiterhin auf dem Programm des Untersuchungsausschusses.

Experten zufolge könnte es für Benko juristisch eng werden, da es Hinweise auf strafrechtliche Vergehen im Zusammenhang mit dem Niedergang der Signa-Gruppe gibt. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen Geldwäsche-Verdachts im Zusammenhang mit der Signa-Gruppe.

Benko hatte ein undurchsichtiges Firmennetzwerk aufgebaut, zu dem unter anderem der unfertige Elbtower in Hamburg sowie die insolventen Kaufhausmarken KaDeWe und Galeria Karstadt Kaufhof gehören. Mit dem Anstieg von Zinsen, Baukosten und Energiepreisen brach die Signa-Gruppe jedoch zusammen. Ein Treuhänder soll nun die Vermögenswerte verkaufen.

Die österreichische Finanzprokuratur hält den beschlossenen Sanierungsplan für den falschen Weg und plädiert stattdessen für einen Konkurs als sauberere Lösung. Sie bemängelt einen geringen Aufklärungswillen und fragwürdige Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Sanierungsplan der Signa-Gruppe.

Thüringens AfD-Chef Höcke mit weiterer Anklage konfrontiert

Die Anklagen gegen den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke nehmen zu. Die Staatsanwaltschaft Halle (Saale) hat eine weitere Anklage gegen ihn erhoben, dieses Mal wegen des mutmaßlichen Verwendens von Kennzeichen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation.

Konkret wird Höcke vorgeworfen, am 12. Dezember 2023 bei einer Veranstaltung der AfD in Gera die verbotene Losung der Sturmabteilung (SA) der NSDAP „Alles für Deutschland!“ verwendet zu haben. Die SA war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP. Höcke sprach den ersten Teil der Losung selbst aus und animierte das Publikum durch Gesten, den zweiten Teil „Deutschland“ zu rufen.

Es wird behauptet, dass Höcke sich der Strafbarkeit dieser Losung bewusst war, da bereits ein Strafverfahren wegen einer ähnlichen Äußerung gegen ihn eröffnet wurde. Dieses bezieht sich auf eine AfD-Kundgebung in Merseburg (Sachsen-Anhalt) im Mai 2021.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, die beiden Verfahren zu verbinden und gemeinsam zu verhandeln, doch eine Entscheidung des Landgerichts steht noch aus.

Höcke hat bisher nicht öffentlich zu der erneuten Anklage Stellung genommen. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verfassungsschutz in Thüringen stuft Höcke als Rechtsextremisten ein, und die AfD in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Höcke plant, als Spitzenkandidat für die AfD bei der Thüringer Landtagswahl am 1. September anzutreten.

Spionagevorwürfe gegen Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek: Lieferung eines Geheim-Laptops an russische Agenten

Die Agentenaffäre um den ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek nimmt immer größere Ausmaße an. Neuen Enthüllungen zufolge soll Marsalek hochsensible IT-Hardware an russische Geheimdienstler geliefert haben, darunter ein Laptop mit deutscher Kryptotechnologie.

Die aktuellen Vorwürfe gegen Jan Marsalek und seine mutmaßlichen Komplizen werfen ein Schlaglicht auf eine vermeintliche Spionageoperation, die direkt aus einem Agentenfilm zu stammen scheint. Laut Ermittlungsunterlagen, die dem SPIEGEL und dem »Standard« vorliegen, soll ein früherer österreichischer Verfassungsschützer namens Egisto Ott im Auftrag von Marsalek Handys von österreichischen Spitzenbeamten russischen Spionen übergeben haben. Doch das ist nicht alles: Ott soll den Agenten auch einen Laptop mit deutscher Kryptotechnologie überreicht haben, der dann ebenfalls in Moskau landete.

Der Fall wirft nicht nur ein grelles Licht auf das Ausmaß der Spionageaktivitäten, sondern auch auf die potenzielle Beteiligung deutscher Technologie an diesen illegalen Machenschaften. Der besagte Laptop stammt aus einer Linie von Verschlüsselungslösungen für Computerkommunikation, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt wurden und von deutschen Behörden sowie der Nato für die Übertragung sensibler Daten verwendet werden. Die Tatsache, dass solch hochsensible Technologie in die Hände russischer Geheimdienste gelangt sein könnte, wirft ernsthafte Fragen nach der Sicherheit und Integrität von Informationen auf, die durch diese Systeme geschützt werden sollen.

Die Ermittlungen in diesem Fall wurden durch Daten aus einem laufenden Verfahren in Großbritannien gegen eine Gruppe bulgarischer Verdächtiger vorangetrieben, die ebenfalls mit Marsalek und dem russischen Geheimdienst in Verbindung gebracht werden. Diese Daten, darunter Telegram-Chatnachrichten zwischen den Gruppenmitgliedern und Marsalek, haben es den Ermittlern ermöglicht, die Spur der vermeintlichen Spionageaktivitäten bis nach Österreich und Deutschland zu verfolgen.

Bislang haben weder Marsalek noch seine mutmaßlichen Komplizen die Vorwürfe kommentiert. Die Ermittlungen in diesem Fall werden jedoch voraussichtlich weitergehen, da die Behörden versuchen, das Ausmaß der Spionageaktivitäten und die Beteiligung weiterer Personen aufzudecken.

Es bleibt abzuwarten, wie dieser Skandal weiter eskaliert und welche Auswirkungen er auf die Sicherheit und den Schutz sensibler Informationen haben wird, insbesondere im Hinblick auf die Verwendung von Verschlüsselungstechnologien wie der Sina-Laptopserie in Deutschland und anderen Ländern.

AfD verlangt Antworten von Bystron wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit pro-russischem Propagandaportal

Der Druck auf Petr Bystron, den AfD-Kandidaten für die Europawahl, steigt, da er sich zu Vorwürfen im Zusammenhang mit dem russischen Propagandaportal „Voice of Europe“ erklären soll. Die Parteispitze gibt ihm Zeit bis Donnerstag, um auf die Anschuldigungen zu reagieren.

Die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla haben von Bystron eine schriftliche Erklärung gefordert. In einem Schreiben aus dem AfD-Parteivorstand, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, wird Bystron aufgefordert, bis Donnerstag, 14 Uhr, eine Stellungnahme zu den Vorwürfen abzugeben.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Bericht über eine Audioaufzeichnung, die Bystron belasten soll. Die tschechische Zeitung „Denik N“ berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise, dass Bystron im Verdacht stehe, mit dem pro-russischen Netzwerk „Voice of Europe“ in Kontakt gestanden zu haben und möglicherweise Geld von ihnen erhalten zu haben. Auch der „Spiegel“ berichtete über mögliche Zahlungen von „Voice of Europe“ an den AfD-Politiker.

Das tschechische Kabinett hatte beschlossen, Betreiber und Hintermänner der Internetplattform wie den Putin-Vertrauten Wiktor Medwedtschuk auf die nationale Sanktionsliste zu setzen. Auf der Sitzung soll auch Bystrons Name gefallen sein, wie „Denik N“ berichtete.

Bystron selbst weist die Vorwürfe zurück und betont, sich nichts vorzuwerfen zu haben. Er fordert den tschechischen Geheimdienst auf, die angeblichen Mitschnitte zu veröffentlichen, um Klarheit zu schaffen. Es soll demnächst auch ein persönliches Gespräch mit der Parteispitze geben, um die Angelegenheit zu klären.

Die Anschuldigungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt für die AfD, da sie kurz vor der Europawahl stehen und sich bereits inmitten politischer Kontroversen befinden. Die Forderung nach Aufklärung seitens der Parteiführung zeigt das ernsthafte Interesse der AfD, mögliche Verbindungen ihrer Mitglieder zu pro-russischen Interessen zu klären.

EILMELDUNG Meta-Dienste von Ausfällen betroffen: Whatsapp, Instagram und Facebook nicht erreichbar

Am Mittwochabend erlebten Nutzer weltweit massive Ausfälle der Online-Dienste des Meta-Konzerns, zu dem Plattformen wie Whatsapp, Instagram und Facebook gehören. Laut Berichten von Nutzern traten Probleme bei der Nutzung dieser Dienste auf.

Die Website „allestörungen.de“ verzeichnete über 78.000 Problemmeldungen für Whatsapp und mehr als 2.500 Ausfälle bei Instagram. Die genauen Ursachen für diese Störungen sind derzeit noch unbekannt.

Meta hat sich bisher nicht öffentlich zu den Ausfällen geäußert, und es ist unklar, wann die Dienste wieder vollständig verfügbar sein werden. Nutzer weltweit sind von diesen Ausfällen betroffen und hoffen auf eine rasche Lösung des Problems.

Wir werden Sie weiterhin über aktuelle Entwicklungen in diesem Zusammenhang informieren.

Facebook schnüffelte heimlich den Snapchat-Verkehr seiner Nutzer aus, enthüllen Dokumente

Im Jahr 2016 startete Facebook ein geheimes Projekt, das darauf abzielte, den Netzwerkverkehr zwischen Personen, die die Snapchat-App nutzen, und den Servern von Snapchat abzufangen und zu entschlüsseln. Das Ziel war es, das Verhalten der Nutzer zu verstehen und Facebook dabei zu helfen, mit Snapchat zu konkurrieren, wie aus neu veröffentlichten Gerichtsdokumenten hervorgeht. Facebook nannte dies „Project Ghostbusters“, in klarem Bezug auf das geisterhafte Logo von Snapchat.

Am Dienstag veröffentlichte ein Bundesgericht in Kalifornien neue Dokumente, die im Rahmen der Sammelklage zwischen Verbrauchern und Meta, dem Mutterunternehmen von Facebook, entdeckt wurden.

Die neu veröffentlichten Dokumente zeigen, wie Meta versuchte, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten, einschließlich Snapchat und später Amazon und YouTube, zu verschaffen, indem es den Netzwerkverkehr analysierte, wie die Nutzer mit den Konkurrenten von Meta interagierten. Angesichts der Verschlüsselung dieser Apps musste Facebook spezielle Technologien entwickeln, um dies zu umgehen.

Ein Dokument beschreibt Facebooks „Project Ghostbusters“. Das Projekt war Teil von Facebooks „In-App Action Panel“ (IAPP)-Programm, das eine Technik zur „Abfangung und Entschlüsselung“ des verschlüsselten App-Verkehrs von Nutzern von Snapchat und später von Nutzern von YouTube und Amazon verwendete, schrieben die Anwälte der Verbraucher in dem Dokument.

Das Dokument enthält interne E-Mails von Facebook, die das Projekt diskutieren.

„Wenn jemand eine Frage zu Snapchat stellt, lautet die Antwort normalerweise, dass wir aufgrund der Verschlüsselung ihres Datenverkehrs keine Analysen über sie haben“, schrieb Meta-Chef Mark Zuckerberg in einer E-Mail vom 9. Juni 2016, die im Rahmen der Klage veröffentlicht wurde. „Angesichts ihres schnellen Wachstums scheint es wichtig zu sein, eine neue Möglichkeit zu finden, zuverlässige Analysen über sie zu erhalten. Vielleicht müssen wir Panels erstellen oder benutzerdefinierte Software schreiben. Du solltest herausfinden, wie man das macht.“

Die Lösung der Facebook-Entwickler bestand darin, Onavo zu verwenden, einen VPN-ähnlichen Dienst, den Facebook 2013 erworben hatte. Im Jahr 2019 stellte Facebook Onavo nach einer Untersuchung von TechCrunch ein, in der enthüllt wurde, dass Facebook heimlich Jugendliche bezahlt hatte, um Onavo zu nutzen, damit das Unternehmen auf alle ihre Webaktivitäten zugreifen konnte.

Nach Zuckerbergs E-Mail nahm sich das Onavo-Team des Projekts an, und einen Monat später schlug es eine Lösung vor: sogenannte Kits, die auf iOS und Android installiert werden können und den Verkehr für bestimmte Subdomains abfangen, „damit wir verschlüsselten Verkehr lesen können, der sonst verschlüsselt wäre, um die In-App-Nutzung zu messen“, heißt es in einer E-Mail von Juli 2016. „Dies ist ein ‚Man-in-the-Middle‘-Ansatz.“

Ein Man-in-the-Middle-Angriff – heute auch Adversary-in-the-Middle genannt – ist ein Angriff, bei dem Hacker den Internetverkehr abfangen, der von einem Gerät zu einem anderen über ein Netzwerk fließt. Wenn der Netzwerkverkehr unverschlüsselt ist, ermöglicht dieser Angriff den Hackern das Lesen der Daten darin, wie Benutzernamen, Passwörter und andere In-App-Aktivitäten.

Da Snapchat den Verkehr zwischen der App und seinen Servern verschlüsselte, würde diese Netzwerkanalysetechnik nicht effektiv sein. Aus diesem Grund schlugen die Facebook-Ingenieure vor, Onavo zu verwenden, das bei Aktivierung den Vorteil hatte, den gesamten Netzwerkverkehr des Geräts zu lesen, bevor er verschlüsselt und über das Internet gesendet wurde.

„Wir haben jetzt die Möglichkeit, detaillierte In-App-Aktivitäten zu messen“ aus „Analyse von Snapchat-Daten, die von incentivierten Teilnehmern im Onavo-Forschungsprogramm gesammelt wurden“, lautet eine weitere E-Mail.

Später, so die Gerichtsdokumente, erweiterte Facebook das Programm auf Amazon und YouTube.

Innerhalb von Facebook gab es keine Einigkeit darüber, ob Project Ghostbusters eine gute Idee war. Einige Mitarbeiter, darunter Jay Parikh, der damalige Leiter der Infrastrukturentwicklung von Facebook, und Pedro Canahuati, der damalige Leiter der Sicherheitstechnik, äußerten Bedenken.

„Ich kann keinen guten Grund dafür finden, warum das in Ordnung ist. Keine Sicherheitsperson fühlt sich jemals damit wohl, egal welche Zustimmung wir von der Allgemeinheit erhalten. Die Allgemeinheit weiß einfach nicht, wie das funktioniert“, schrieb Canahuati in einer E-Mail, die in den Gerichtsdokumenten enthalten ist.

Im Jahr 2020 reichten Sarah Grabert und Maximilian Klein eine Sammelklage gegen Facebook ein, in der sie behaupteten, dass das Unternehmen über seine Datensammlungsaktivitäten gelogen habe und die Daten, die es „täuschend extrahiert“ habe, ausgenutzt habe, um Wettbewerber zu identifizieren und dann unfair gegen diese neuen Unternehmen vorzugehen.