Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat ihre Aufmerksamkeit auf die Postbank gerichtet, nachdem vermehrt Beschwerden von Kunden eingegangen sind. Die Muttergesellschaft Deutsche Bank betrachtet die Vorwürfe als „sehr ernst“.
In den letzten Monaten haben sich die Beschwerden von Postbank-Kunden gehäuft, insbesondere im Zusammenhang mit einer IT-Umstellung. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) meldete, dass allein im ersten Halbjahr 583 Beschwerden eingegangen seien, fast so viele wie im gesamten Vorjahr. Kunden der Postbank klagten über Probleme beim Zugriff auf ihre Konten, Kontosperrungen und die Nichtausführung von Lastschriften. Der Kundenservice war schwer erreichbar oder konnte die Probleme nicht lösen.
Besonders besorgniserregend war auch die Situation rund um sogenannte Pfändungsschutzkonten. Diese Konten ermöglichen verschuldeten Personen den Schutz eines festgelegten Guthabens vor Pfändungen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Geld für wichtige Ausgaben wie Miete, Strom, Lebensmittel und Medikamente verfügbar ist. Aufgrund von Verzögerungen bei der Postbank hatten viele Kunden, die auf diese Konten angewiesen waren, mit akuten finanziellen Problemen zu kämpfen.
Die BaFin hat aufgrund dieser Beschwerden Maßnahmen ergriffen und prüft, ob aufsichtsrelevante Mängel bei der Postbank vorliegen. Die Finanzaufsicht hat die Bank aufgefordert, die Probleme im Kundenservice schnellstmöglich zu beheben. Sollte sich die Situation nicht verbessern, können weitere Schritte ergriffen werden, wie etwa eine Sonderprüfung oder die Ernennung eines Sonderbeauftragten, um sicherzustellen, dass die von der Aufsicht gestellten Anforderungen umgesetzt werden.
Die Deutsche Bank, die Muttergesellschaft der Postbank, hat betont, dass die Verbesserung des Kundenservices bei der Postbank höchste Priorität hat. Die Entwicklungen werden weiterhin aufmerksam verfolgt, und Bankkunden sollten die Situation im Auge behalten, da sie sich auf ihre Bankgeschäfte auswirken kann.
