Neues Jahr, neues Modell: Spotify ändert sein Ausschüttungsmodell für Künstler

Die Welt des Musikstreamings erfährt eine Neujustierung, und diesmal betrifft es vor allem die Künstler: Spotify plant, Anfang 2024 sein Ausschüttungsmodell zu überarbeiten. Die Änderungen umfassen eine Mindestgrenze für Tantiemen, Kriterien für nicht-musikalische Inhalte und strengere Maßnahmen gegen Betrug. Was bedeutet das für Musiker und die Musikindustrie?

Die Pläne von Spotify waren schon seit einigen Wochen Gegenstand von Spekulationen, und nun hat das schwedische Unternehmen die Neuerungen in einem Blogbeitrag offiziell bekannt gegeben. Ab „Anfang 2024“ werden Songs mindestens 1000 Mal in 12 Monaten gestreamt werden müssen, um für Auszahlungen in Frage zu kommen. Zudem wird für „nicht musikalische“ Inhalte wie Rauschen oder Hintergrundgeräusche eine Mindestlänge von zwei Minuten eingeführt, um Ausschüttungen zu erhalten. Perspektivisch plant Spotify auch, den Wert dieser Streams im Vergleich zu Musik zu verringern. Der dritte Punkt betrifft Manipulationsversuche, bei denen Labels und Vertriebe Strafen zahlen müssen, wenn Betrug im Zusammenhang mit von ihnen vertriebenen Inhalten festgestellt wird.

Aktuell verhandelt Spotify mit Rechteinhabern, darunter Major- und Indie-Labels sowie Vertriebe, um deren breite Zustimmung für die Änderungen zu erhalten. Der genaue Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Regeln im kommenden Jahr steht noch aus. Spotify betont, dass vorerst nur die Zahlungen für die Rechte an den Aufnahmen betroffen sind und die Zahlungen an Songwriter und Verlage unverändert bleiben.

Die Änderungen sollen dazu führen, dass Spotify in den nächsten fünf Jahren eine Milliarde Dollar mehr an „aufstrebende und professionelle Künstler“ ausschüttet. Dieser Fokus auf die Künstler, die am meisten auf Streaming-Einnahmen angewiesen sind, unterstreicht die Bemühungen von Spotify, eine gerechtere Verteilung der Erlöse zu gewährleisten.

Die Diskussion über die Ausschüttungsmodelle der Streamingdienste, die den Großteil ihres Umsatzes an die Musikindustrie abgeben, ist nicht neu. Die nun angekündigten Änderungen von Spotify basieren auf dem bestehenden „Pro-Rata“-Modell. Dabei fließen alle Einnahmen eines Abrechnungszeitraums für jeden Markt gesondert in den jeweiligen Ländertopf, und die Verteilung erfolgt nach Marktanteilen.

In der aktuellen Diskussion wurde vermehrt auf die Masse an täglich neu veröffentlichten Songs hingewiesen, die oft kaum gehört werden. Spotify reagiert darauf mit seiner angepassten Ausschüttungspolitik und adressiert damit die Herausforderungen der großen Menge an verfügbaren Songs in der Streamingwelt.

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