Ransomware-Bedrohung im Gesundheitswesen: Auswirkungen auf Patientenmortalität

Cyberangriffe auf Krankenhäuser nehmen zu und könnten laut ersten Untersuchungen in den USA die Sterblichkeit von Patienten beeinflussen. Die beunruhigenden Erkenntnisse verdeutlichen die ernsten Konsequenzen von Ransomware-Angriffen auf die Gesundheitsversorgung.

Im Jahr 2020 ereignete sich in Düsseldorf ein exemplarischer Vorfall, der die drastischen Auswirkungen verdeutlicht: Ein Ransomware-Angriff auf das Universitätsklinikum führte dazu, dass ein Rettungswagen eine lebensbedrohlich erkrankte Frau zu einem weit entfernten Krankenhaus umleiten musste. Kurz nach der Ankunft verstarb die Patientin. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall zeigten die Schwierigkeiten bei der juristischen Zuordnung von Todesfällen zu Cyberangriffen auf.

Weltweit gibt es bisher keinen eindeutigen Nachweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen Ransomware-Angriffen auf Krankenhäuser und Patiententoden. Die Herausforderung besteht darin, einen klaren Zusammenhang zwischen einem Cyberangriff und dem Eintritt von Schäden wie dem Tod eines Patienten nachzuweisen. In Fällen, in denen der Angriff nur indirekte Auswirkungen hat, wie z.B. Verzögerungen bei der Behandlung, fehlt oft der eindeutige kausale Zusammenhang.

Eine Forschungsgruppe der University of Minnesota School of Public Health hat in einer ersten Studie 374 Ransomware-Angriffe auf Einrichtungen im Gesundheitswesen in den USA von 2016 bis 2021 analysiert. Die Ergebnisse zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Angriffe haben sich seit 2016 mehr als verdoppelt.

Die Auswirkungen dieser Angriffe auf die Gesundheitsversorgung können von Ausfällen administrativer Systeme bis zur Schließung von Krankenhäusern reichen. In fast der Hälfte der untersuchten Fälle kam es zu Störungen in der Gesundheitsversorgung, darunter Ausfälle elektronischer Systeme, Absagen geplanter Behandlungen und die Umleitung von Rettungswagen.

In einer weiteren Studie betrachteten die Forscher konkret die Patientenversorgung nach einem Ransomware-Angriff. In 74 von 374 Attacken waren insgesamt 163 Krankenhäuser betroffen. Die Patientenversorgung war in diesen Krankenhäusern oft wochenlang beeinträchtigt. In drei von vier Fällen verschlechterte sich die Patientenversorgung, was indirekt die Sterblichkeit erhöhen kann.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Patienten, in einem von Ransomware betroffenen Krankenhaus zu sterben, erhöht sich um 20 bis 35 Prozent. Die Forscher schätzen, dass im Zeitraum von 2016 bis 2021 zwischen 42 und 67 Patienten aufgrund der Auswirkungen von Ransomware-Angriffen gestorben sein könnten. Die Untersuchung verdeutlicht die drängende Notwendigkeit, Sicherheitsmaßnahmen im

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