In einem Vorfall vor dem viel diskutierten Treffen in Potsdam sorgt ein rechtsextremes Treffen in Schwaben für Aufsehen. Martin Sellner, ein bekannter Rechtsextremist aus Österreich, berichtet begeistert auf „Telegram“ von einem Treffen im schwäbischen Dasing. Die Veranstaltung, organisiert von der Gruppierung „Reconquista 21,“ einer rechtsextremen Identitären Bewegung zugeordnet, beschäftigte sich mit dem Thema „Remigration,“ das oft als Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund verstanden wird.
Sellner sprach über den „Widerstand“ und erwähnte die Verteilung eines rechten Kinderbuchs. An der Veranstaltung nahmen verschiedene Akteure der rechtsextremen Szene teil, darunter Sellner und eine Führungsfigur der „GegenUni,“ die eine rechtsextremistische Dominanz im vorpolitischen Raum anstrebt. Überraschend war die Anwesenheit von zwei Landtagsabgeordneten der AfD, Daniel Halemba und Franz Schmid.
Fotos der Veranstaltung zeigen Sellner bei einem Vortrag auf der Bühne mit dem Symbol von „Reconquista 21“ im Hintergrund. Auf denselben Bildern sind die Landtagsabgeordneten Halemba und Schmid zu sehen. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz bestätigt die Anwesenheit der AfD-Abgeordneten und geht davon aus, dass sie die Veranstaltung besucht haben.
Die Teilnahme von AfD-Abgeordneten an einem Treffen mit Rechtsextremen stößt auf Kritik. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußert Besorgnis über die Verbindung der AfD zu rechtsextremistischen Gruppen. Grüne und SPD im Landtag fordern erneut ein Verbot der AfD und betonen die zunehmende Radikalisierung der Partei.
Die AfD-Fraktion bestätigt die Anwesenheit ihrer Abgeordneten, betont jedoch, dass es sich nicht um eine offizielle Veranstaltung der AfD mit der Identitären Bewegung handelte. Die Parteiführung versucht, Distanz zu den rechtsextremen Verbindungen zu wahren. Der Vorfall verstärkt jedoch die Forderungen nach einer genauen Prüfung und möglichen weiteren Schritten gegen die AfD.
