Die bevorstehende Cannabis-Legalisierung in Deutschland wirft Bedenken hinsichtlich möglicher Geldwäscherisiken auf. Ein bisher unveröffentlichter Referentenentwurf für das Cannabisgesetz, datiert auf den 28. April 2023, zeigt, dass eine Referentin des Bundesgesundheitsministeriums strengere Regeln für die Zulassung von Cannabis-Clubs vorschlug, um Geldwäsche und organisierte Drogenkriminalität zu verhindern. Allerdings wurde dieser Vorschlag vom Kabinett nicht aufgegriffen, und der aktuelle Gesetzesentwurf sieht keine zusätzlichen Transparenzpflichten für die Betreiber von Cannabis-Clubs vor.
Die Cannabis-Clubs sollen als Vereine organisiert werden und dürfen keine Gewinne erwirtschaften. Bedenken werden laut, dass dies kriminellen Gruppen die Möglichkeit gibt, sich zu legalisieren, da die Gründer zunächst in Anlagen, Infrastruktur und Ausstattung investieren müssen. Die laxen finanziellen Vorgaben könnten zu einem Einfall von Schwarzgeld führen.
Der Referentenentwurf wies auf strengere Regelungen in Malta hin, wo alle Beteiligten an Cannabis-Clubs detaillierte Angaben zu ihren persönlichen und geschäftlichen Finanzen machen müssen. In Deutschland sieht das Gesetz jedoch keine Selbstauskunft zur Herkunft von Vermögen oder Investitionen vor.
Finanzexperten warnen vor intransparenten Geldflüssen, da die Geldwäsche in Deutschland bereits schwerwiegende Probleme aufweise. Kritiker befürchten, dass die Cannabis-Legalisierung die Tür für illegale Aktivitäten öffnen könnte, insbesondere in der Anfangsphase der Cannabis-Clubs.
Die Frage, wer für die Überprüfung der Clubs zuständig sein soll, bleibt unbeantwortet, und Bedenken werden laut, dass die Kontrolle schwer umzusetzen ist. In der Branche wächst die Angst, dass kriminelle Gruppen die Legalisierung nutzen könnten, um hinter den Kulissen Gewinne zu erzielen, da die Geldsummen, mit denen die Gründer operieren, beträchtlich sind.
