Die EU-Kommission hat entschieden, dass Apple’s iMessage vorerst nicht als Gatekeeper-Dienst eingestuft wird. Dies bedeutet, dass Apple nicht verpflichtet ist, iMessage für den Austausch von Nachrichten mit anderen Messaging-Diensten zu öffnen. Im Gegensatz dazu müssen Meta’s große Konkurrenten wie WhatsApp und Facebook Messenger für Interoperabilität sorgen, insbesondere wenn kleinere Anbieter dies wünschen.
Die Entscheidung basiert auf der Prüfung von Argumenten und Rückmeldungen von relevanten Interessengruppen sowie einer abgeschlossenen Marktuntersuchung. Obwohl iMessage in Europa über 45 Millionen Nutzer zählt und damit theoretisch unter die Regeln des Digital Markets Act (DMA) fällt, argumentierte Apple, dass der Dienst nicht als Gatekeeper einzustufen ist, da er praktisch nicht für die Kommunikation zwischen Unternehmen und Endkunden genutzt wird.
Die EU-Kommission betonte jedoch, dass sie die Entwicklung dieses Marktsegments weiterhin aufmerksam verfolgen wird. Gleichzeitig kündigte Apple im November 2023 an, den RCS-Standard in der Nachrichten-App zu unterstützen, um die Kommunikation mit Android zu verbessern. Dies könnte eine alternative Lösung für den Nachrichtenaustausch bieten, da RCS parallel zu iMessage und SMS in die auf iPhones vorinstallierte Nachrichten-App integriert wird.
Die Entscheidung über iMessage kommt pünktlich zur Einspruchsfrist gegen die Einstufung als Gatekeeper. Ab März 2024 muss Apple jedoch gemäß den neuen Regeln des DMA das iPhone in Europa umfassend öffnen und unter anderem alternative App-Marktplätze zulassen. Die Blockade von Beeper, einem Versuch, iMessage auf Android zu bringen, könnte weiterhin für Apple ein Nachspiel haben, insbesondere da die FCC aufgefordert wurde, Apples Vorgehen zu untersuchen, da es möglicherweise gegen Regeln verstößt.
