Im langjährigen Rechtsstreit zwischen dem Messenger-Dienst WhatsApp, einer Tochtergesellschaft von Meta, und der israelischen NSO Group hat WhatsApp einen Teilerfolg erzielt. Die zuständige Richterin Phyllis Hamilton entschied, dass die NSO Group den Quellcode ihrer leistungsfähigen Spyware Pegasus an WhatsApp übergeben muss. Die Entscheidung erfolgte im Rahmen eines seit 2019 laufenden Gerichtsverfahrens vor dem US-Bundesbezirksgericht für das nördliche Kalifornien.
Der Rechtsstreit begann, als Meta der NSO Group vorwarf, mit Pegasus gegen US-Gesetze verstoßen zu haben, darunter das Bundesgesetz über Computerbetrug und -missbrauch. Die NSO Group soll Anfang 2019 unrechtmäßig auf WhatsApp-Server zugegriffen und dadurch die Überwachung von 1.400 Personen, darunter Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, ermöglicht haben. Die Entscheidung der Richterin sieht vor, dass die NSO Group den Quellcode aller relevanten Spyware, die zwischen Ende April 2018 und Mai 2020 eingesetzt wurde, an WhatsApp herausgeben muss. Allerdings sind Informationen zu Kunden und Details zur Server-Architektur von dieser Entscheidung ausgenommen.
Der Quellcode von Pegasus gilt als zentrales Geschäftsgeheimnis der NSO Group und ist in Israel sogar als Staatsgeheimnis eingestuft. Die Gerichtsentscheidung stellt somit einen erheblichen Erfolg für WhatsApp dar. Der Rechtsstreit dauert bereits mehr als vier Jahre an, und die Klage wurde vor einem Jahr vom Supreme Court zugelassen. Die Spionagesoftware Pegasus der NSO Group wurde weltweit bei Hacks von Smartphones von Journalisten, Regierungsbeamten und Menschenrechtsaktivisten eingesetzt und hat politische Konsequenzen in verschiedenen Ländern nach sich gezogen. Die US-Regierung hat zuletzt angekündigt, gegen Hersteller solcher Spyware entschiedener vorzugehen.
