Fritz.box: Domain aus dem Verkehr gezogen nach NFT-Werbeseite

Die Internetadresse „fritz.box“ sorgte kürzlich für Aufsehen, als Unbekannte im Januar die Kontrolle über die Domain übernahmen und sie zu einer NFT-Werbeseite umfunktionierten. Die Aktion zielte darauf ab, von der Bekanntheit des AVM-Routers zu profitieren. Nun gibt es jedoch eine Wendung: Die Domain wurde aus dem Verkehr gezogen.

Aufgerufen führt die Adresse nun zu einer Hinweisseite, die besagt, dass der Domainname Gegenstand eines Streitbeilegungsverfahrens war. Dieses wurde mithilfe des Uniform Rapid Suspension System (URS) durchgeführt, einem Verfahren, das von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) entwickelt wurde. Das URS dient der schnellen und kostengünstigen Beilegung offensichtlicher Fälle von Markenverletzungen im Domainnamen-System.

Im Vergleich zum umfassenderen Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy-Verfahren (UDRP) sieht das URS keine Übertragung des strittigen Domainnamens vor. Stattdessen erfolgt eine vorübergehende Aussetzung bis zur Auslauffrist der Registrierung. Dieses Verfahren kann jedoch als erster Schritt dienen, um die Nutzung der Domain zu unterbinden, bevor möglicherweise ein UDRP-Verfahren zur Übernahme eingeleitet wird.

Für die Besitzer von AVM-gestützten Heimnetzen, die die „fritz.box“ als internen Domainnamen kennen, bleibt die Situation unverändert. Sie nehmen von den Vorgängen außerhalb ihres Netzwerks nichts wahr. Die Reservierung der Domain erfolgte am 22. Januar, und es wird vermutet, aber bisher nicht bestätigt, dass AVM rechtliche Schritte gegen die unbefugte Nutzung der Domain unternommen hat.

Die Hintergründe und weitere Entwicklungen dieser Domain-Situation sind derzeit noch im Unklaren. heise online hat AVM um eine offizielle Stellungnahme gebeten, um mehr Klarheit über die Rolle des Unternehmens in diesem Streitbeilegungsverfahren zu erhalten.

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