Der Honig-Streit zwischen TV-Satiriker Jan Böhmermann und dem Imker Rico Heinzig aus Meißen erreicht die nächste Instanz. Nachdem das Landgericht Dresden zugunsten des Imkers entschieden hatte, legte Böhmermann einen Tag vor Ablauf der Frist Berufung ein. Die Anwälte des TV-Moderators haben die Schrift am 7. März beim Oberlandesgericht Dresden eingereicht, das nun über den Fall entscheiden wird.
Hintergrund des Streits: Der Konflikt begann mit einem satirischen TV-Beitrag im „Magazin Royale“, in dem Firmen, die „Beewashing“ betreiben, kritisiert wurden. Im Zuge dessen wurde Imker Rico Heinzig gezeigt, der daraufhin einen „Beewashing“-Honig auf den Markt brachte. Böhmermanns Anwälte versuchten daraufhin, Heinzig den Vertrieb und die Werbung für den Honig mit Böhmermanns Namen und Gesicht zu verbieten, was jedoch vom Landgericht Dresden abgewiesen wurde.
Böhmermann geht in Berufung: Trotz des Urteils setzt Böhmermann nun auf eine Berufung vor dem Oberlandesgericht Dresden. Im Podcast „Freiheit deluxe“ äußerte er sein Interesse an der Frage, ob er durch Verletzung von Persönlichkeitsrechten Produkte verkaufen könne. Dies lässt Raum für Spekulationen über eine mögliche neue Form von Satire.
Imker Rico Heinzig bleibt optimistisch: Imker Heinzig äußerte sich „vorsichtig optimistisch“ bezüglich der nächsten Runde vor dem OLG. Er vermutet, dass Böhmermann auf Zeit spielt und es ihm ums Prinzip und Taktieren geht. Heinzig betont, dass es bei dem Streit um ein satirisches Plakat bei Edeka geht und er sich gegen die in Böhmermanns Sendung schlechte Darstellung wehrt.
Grundsatzentscheidung angestrebt: Der Imker möchte eine Grundsatzentscheidung für Betroffene von Satire erreichen und eine Rechtsnorm für von derartigen Sendungen Betroffene definieren lassen. Sein Anwalt sieht die „Investigationssatire“ als nahezu unangreifbar an und strebt eine Blaupause für andere Betroffene an.
Böhmermanns Motivation und öffentliche Meinung: Böhmermanns Motivation für die Klage wird von Imker Heinzig als prinzipiell und taktisch betrachtet. Die öffentliche Meinung scheint eher auf Seiten des Imkers zu stehen, wobei einige Böhmermann als „blöd“ bezeichnen. Diese Meinungsäußerungen sollten jedoch im Rahmen sachlicher und rechtlich unbedenklicher Formulierungen bleiben.
Fazit: Der Rechtsstreit zwischen Böhmermann und dem Imker Rico Heinzig geht in die nächste Runde. Eine Grundsatzentscheidung über die Rechte von von Satire Betroffenen steht im Raum, während die öffentliche Meinung sich zugunsten des Imkers zu neigen scheint. Es bleibt abzuwarten, wie das Oberlandesgericht Dresden über die Berufung entscheiden wird.
