Die Ingolstädter CSU steht unter Druck: Gegen den Kreisvorsitzenden Stefan Huber wird wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten ermittelt. Die Staatsanwaltschaft prüft einen möglichen Fall von Untreue im Zusammenhang mit dem CSU-Faschingsball 2023.
Nachdem bekannt wurde, dass bei den Ticketeinnahmen des CSU-Faschingsballs 2023 Unstimmigkeiten in Höhe von mehr als 10.000 Euro aufgetreten sind, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen den Ingolstädter CSU-Kreisvorsitzenden Stefan Huber. Es besteht der Verdacht der Untreue. Huber kündigte an, sein Amt bis zur Klärung des Vorfalls ruhen zu lassen, um die CSU nicht weiter zu belasten. Sein bisheriger Stellvertreter Christopher Hofmann übernimmt kommissarisch.
Bereits im November letzten Jahres ergab eine Sonderprüfung der CSU-Kassenprüfer, dass die durch den Ticketverkauf eingenommene Summe nicht mit der Anzahl der verkauften Tickets übereinstimmte. Statt eines Gewinns verzeichnete die Veranstaltung ein Minus von 1600 Euro. Hauptgast des Abends war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Die Unregelmäßigkeiten führten zu Spannungen innerhalb der Partei. Auch CSU-Schwergewicht Horst Seehofer musste eingreifen, um für Ruhe zu sorgen. Eine Krisensitzung sollte die Vorwürfe klären, doch die Partei konnte keine eindeutigen Belege für die fehlenden Einnahmen vorlegen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Stefan Huber wegen des Verdachts der Untreue. Die Vorwürfe belasten die CSU zusätzlich zu früheren Affären, wie dem Bestechungsverfahren gegen den langjährigen Oberbürgermeister Alfred Lehmann im Jahr 2019.
Trotz der Ermittlungen betont der CSU-Fraktionschef Franz Wöhrl, dass sich für ihn seit Februar nichts geändert habe. Er kenne keine Beweise für persönliche Bereicherung. Huber selbst äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein vorübergehendes Ausscheiden aus dem Amt wird mit gesundheitlichen Gründen begründet.
