„Meme-Aktien“ sind zurück im Rampenlicht: Angeführt von angeschlagenen US-Aktien wie GameStop erleben diese Papiere plötzlich wieder sagenhafte Kursgewinne. Doch hinter diesem Internet-Phänomen steckt mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
Wer die Spekulationsblase bei Internet-Aktien um die Jahrtausendwende miterlebt hat, dem wird das Phänomen der so genannten „Meme Stocks“ bekannt vorkommen. Auch hier diskutieren mehr oder weniger anonyme User in Börsenforen über einzelne Aktien, oft kaum bekannte Titel mit geringem Marktwert.
Doch was steckt hinter diesen „Meme Stocks“? Der Begriff „Meme“ deutet darauf hin, dass diese Zockerpapiere genauso viral gehen wie lustige Internet-Bildchen oder Videos mit aktuellem Bezug („Memes“). Das Ergebnis: plötzliche Bekanntheit und massive Kursgewinne, wie wir es derzeit bei GameStop und AMC Entertainment erleben.
Ausgelöst wurde dieser neue Hype durch die Rückkehr eines der klügeren „Pusher“, heute „Finfluencer“ genannt. Keith Gill, auch bekannt als „Roaring Kitty“ und „DeepF***ingValue“, veröffentlichte kürzlich ein Bild, das in der Online-Gaming-Welt als ernsthaftes Signal gilt. Diese Aktion löste eine Welle der Begeisterung aus und brachte GameStop und andere Titel zurück ins Gespräch.
Doch was steckt hinter dieser Bewegung? Die grundlegende Börsen-Zoologie der 2000er-Jahre existiert auch heute noch, doch in den vergangenen Jahren sind zwei wesentliche Faktoren hinzugekommen. Erstens: Die kritische Masse Gleichgesinnter hat zugenommen, vor allem dank der Sozialen Medien, die als Plattformen für den Austausch von Börsentipps dienen. Zweitens: Eine zunehmende Professionalisierung bestimmter „Pusher“, die gezielt auf Aktien angeschlagener Unternehmen setzen, die zuvor von vielen Profis „leerverkauft“ wurden.
Die Geburtsstunde der „Meme Stocks“ war im Januar 2021 zu beobachten. Die Aktie von GameStop stand im Fokus, die zuvor massiv leerverkauft worden war. Ein „Short Squeeze“ sorgte für ein Kursplus von 400 Prozent, was mehrere Hedgefonds Milliardenverluste bescherte.
Doch Vorsicht ist geboten: Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Privatanleger bei solchen spekulativen Welle ohne fundamentale Basis Geld verlieren, weil sie zum falschen Zeitpunkt ein- und aussteigen. Die „Meme Stocks“ sind keine Erfolgsgeschichte. Denn nur wenige Wochen oder Monate nach der Kursexplosion sind GameStop & Co. wieder auf ihre Niveaus vor dem Hype zurückgefallen. An ihrer schwierigen geschäftlichen Lage hatte dieser nämlich nichts geändert.
