Der Wandel des iPod: Vom Trendsymbol zum Comeback

Apple: Farewell to the iPod Nach fast 22 Jahren stellt Apple die Produktion der Geräte ein, die die Verbraucherelektronik verändert haben und zur Entstehung des iPhone geführt haben.

Der iPod begann mit einem bescheidenen Ziel: Lassen Sie uns ein Musikprodukt schaffen, das die Menschen dazu bringt, mehr Macintosh-Computer zu kaufen. Innerhalb weniger Jahre würde er die Verbraucherelektronik und die Musikindustrie verändern und dazu führen, dass Apple das wertvollste Unternehmen der Welt wurde.

Erstmals im Oktober 2001 vorgestellt, wog das rechteckige Gerät in Taschengröße mit weißem Gesicht und poliertem Stahlrahmen 6,5 Unzen. Es wurde mit weißen Ohrhörern in einer benutzerdefinierten Farbe, mondgrau, geliefert und konnte 1.000 Songs speichern.

In den folgenden Jahren explodierte seine Popularität und schuf die sogenannte iPod-Generation. Während eines Großteils der 2000er Jahre wanderten Menschen mit Kopfhörern in den Ohren umher. Der iPod war allgegenwärtig.

Am Dienstag sagte Apple offiziell all dem Lebewohl. Das Unternehmen gab bekannt, dass die Produktion seines iPod Touch eingestellt wurde, womit eine zweijährige Produktlinie endet, die die Entstehung des iPhone inspirierte und dazu beitrug, dass Silicon Valley zum Epizentrum des globalen Kapitalismus wurde.

Seit der Einführung des iPod im Jahr 2001 hat Apple nach Angaben von Loup Ventures, einem auf Technikforschung spezialisierten Risikokapitalunternehmen, schätzungsweise 450 Millionen Stück verkauft. Im vergangenen Jahr wurden schätzungsweise drei Millionen iPods verkauft, ein Bruchteil der geschätzten 250 Millionen verkauften iPhones.

Apple: Warum denn heute wieder ein iPod? Vom iPhone verdrängt, vom Trend zurückgeholt: Der iPod ist wieder heiß begehrt. Warum eigentlich? Ein Selbstversuch plus Ratgeber.

Keine Onlineanbindung, keine Bluetooth-Schnittstelle, begrenzte Speicherausführungen – für viele dürfte der iPod der 2000er Jahre heute überholt wirken. Dennoch entwickelt er sich in einigen Kreisen wieder zum Trendobjekt – und die Gründe gehen weit über eine einfache Detox-Bewegung hinaus.

Um zu verstehen, warum das passiert, gilt es, tief in die Materie einzusteigen. Das beinhaltet für mich einen ausgiebigen Selbstversuch, vom Erwerb des Gerätes über seine Nutzung bis zu seiner Erweiterung mit überraschenden Features. Dabei erhalte ich Einblick in eine Szene, die ein 20 Jahre altes Musikprodukt zu modernisieren sucht: ein Gerät mit Gefolgschaft und Geschichte.

Vom Zusatzprodukt zum Trendsymbol Heute wirkt es überraschend, wie wenige 2001 vor Ort waren, als Apple seinen iPod erstmals vorstellte. Damals noch als exklusives Zusatzprodukt für den iMac gedacht, präsentierte man ihn als mobilen Begleiter, der die stationäre Musiksammlung transportabel machen sollte. Dazu dockte er wie ein kleines Raumschiff („Pod“) an den heimischen Rechner an und sicherte verfügbare Lieder auf seinem internen 5-Gigabyte-Speicher. Das Konzept war so erfolgreich, dass man weitere Versionen des Begleiters in Produktion nahm.

Was folgte, waren Iterationen mit schrittweisen Verbesserungen: Mehr Speicher wurde verbaut (10 GByte, 20 GByte), das Scrollwheel, zuerst noch eine drehbare Scheibe im Gehäuse, wich einer formgleichen Touch-Oberfläche, und auch Windows-Nutzer erhielten schließlich Zugang zu dem Gerät.

Es erschienen neue Varianten in verschiedensten Farben und Formen: der iPod Mini (2004, 2005), der iPod Nano (2005-2012) und der schlanke iPod Shuffle (2005-2010). All das, während das klassische Design noch bis 2009 mit neuen Auflagen versorgt wurde. Apple verstand es, seine Technik nahbar zu machen, und entwarf Abwandlungen für jeden Geschmack. So wurde der iPod zum Musikbegleiter, zum Mode-Statement und schließlich zum Trendsymbol. Das ist keine Selbstverständlichkeit im Elektronikbereich.

Heute aber gibt es ihn nicht mehr.

Und das betrifft nicht nur den klassischen iPod: Wer Apples Website besucht, wird kaum noch eine Spur der Produktlinie finden. iPod, iPod Nano, iPod Shuffle, selbst sein späterer Ableger, der iPod Touch, wird mit keinem Wort mehr erwähnt. Aber warum genau? Er scheint wie vom iPhone verschluckt.

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