Kabinett beschließt Bundeshaushalt: So soll das Geld 2025 fließen
Nach langen und teils hitzigen Verhandlungen hat das Bundeskabinett den Haushalt für das Jahr 2025 auf den Weg gebracht. Mit geplanten Ausgaben von 480,6 Milliarden Euro und neuen Schulden in Höhe von 43,8 Milliarden Euro, soll der Entwurf nun vom Bundestag beschlossen werden. Ein klares Zeichen, dass die Schuldenbremse gerade so eingehalten wird – auch wenn dafür harte Einschnitte notwendig waren.
Die ewigen Streitereien
Der jetzt abgesegnete Haushaltsentwurf wird an den Bundestag weitergeleitet, wo er Ende November beschlossen werden soll. Doch die Milliarden-Lücken, die darin verbleiben, lassen ahnen, dass die Debatten noch lange nicht vorbei sind. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass Ausgaben gesenkt oder gar nicht erst getätigt werden – zumindest hofft man darauf. Katja Mast, die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, strebt an, die derzeitigen Einsparverpflichtungen von etwa 17 Milliarden Euro auf einen einstelligen Betrag zu reduzieren. Klingt einfach, ist aber schwerer als gedacht.
Wachstumsinitiative – Ein Hoffnungsschimmer?
Neben dem Haushalt wurde auch eine Initiative für mehr Wachstum beschlossen. Angesichts eines erwarteten Mini-Wachstums in diesem Jahr will die Regierung Maßnahmen ergreifen, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. Finanzminister Christian Lindner betonte: „Neue Spielräume im Haushalt entstehen nur durch mehr wirtschaftliches Wachstum.“ Verbesserungen bei Abschreibungen von Investitionen und Forschungszulagen sowie Entlastungen bei den Strompreisen für energieintensive Firmen stehen auf dem Plan. Lindners Credo: Bürokratie abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen – klingt fast zu schön, um wahr zu sein.
Reaktionen – Von Lob bis Tadel
Der Bundesverband der Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) forderten eine zügige Umsetzung der Maßnahmen, zeigten sich aber wenig beeindruckt und erwarteten nur „marginale Wachstumseffekte“. Die IG Metall kritisierte die Sparpläne und meinte, der Etat werde den Herausforderungen nicht gerecht. Ver.di dagegen lobte den Entwurf als keine „Spar-Orgie“, was die Dienstleistungsgewerkschaft gut fand. Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die zusätzlichen Mittel für die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt – ein Lichtblick inmitten der Kritik.
Union – Immer auf der Bremse
Die Union ließ es sich nicht nehmen, erneut scharfe Kritik zu äußern. Helge Braun, der Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, bezeichnete den Entwurf als „hart an der Grenze der Verfassungsmäßigkeit“. Besonders bemängelte er die geplante Reduzierung der Zukunftsrücklagen der Pflegeversicherung und die Schuldenaufnahmen durch bundeseigene Unternehmen. FDP-Haushälter Christoph Meyer konterte, dass die Missstände bei der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und „dem ausgeuferten Sozialstaat das Ergebnis von 16 Jahren CDU-CSU-Politik“ seien. Ein Schlagabtausch, der zeigt, dass alte Rechnungen noch lange nicht beglichen sind.
Was kommt als Nächstes?
Johann Wadephul von der Union kritisierte auch den Verteidigungsetat und meinte, dass die vom Kanzler ausgerufene Zeitenwende bereits wieder beendet werde. Der Haushaltsentwurf geht nun in die nächste Runde, wo er vom Bundestag unter die Lupe genommen wird. Bis dahin bleibt es spannend, wie die Verhandlungen weitergehen und welche Kompromisse noch geschlossen werden müssen.
Humorvoller Ausblick
In der Politik geht es oft zu wie im Zirkus: Viele Jongleure, die versuchen, ihre Bälle in der Luft zu halten. Ob das mit dem Bundeshaushalt 2025 klappt? Man darf gespannt sein.
