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Virtuelle Nachrichten und groteske Wortschöpfungen: Der „Aussiedlerbote“ und seine KI-Kreaturen

In der weiten Welt des Internets gibt es zahlreiche Nachrichtenportale, die um die Aufmerksamkeit der Leser buhlen. Eines davon, der „Aussiedlerbote“, hat sich als besonders kurios herausgestellt. Obwohl die Website den Anschein erweckt, ein seriöses Nachrichtenangebot zu präsentieren, entpuppt sich ein genauerer Blick als wahre Entdeckungstour in die Welt der künstlichen Intelligenz und skurriler Wortkreationen.

Ein Portal mit Phantasie-Nachrichten

Der „Aussiedlerbote“ hat es geschafft, sich in den Google News zu positionieren. Gegründet von in Deutschland lebenden Russen, hatte das Portal zeitweise sogar eine Printausgabe. Doch die Online-Ausgabe hat in letzter Zeit eine seltsame Transformation durchlaufen. Statt professioneller journalistischer Arbeit finden sich dort Artikel, die mehr an eine bizarre Mischung aus Sprachfehlern und Kunstwerken erinnern.

Beispielsweise liest man Überschriften wie „Warum die aktuelle Kritik an der DFB-Mannschaft unhinreissig ist“ oder „David Schumacher jubilt Vatergas Coming-out – Endlich gefunden jemand“. Schon beim Überfliegen dieser Zeilen wird klar: Hier wird die Sprache auf ungewöhnliche Weise verbogen.

KI statt Redakteure: Das Geheimnis der grotesken Texte

Hinter dem „Aussiedlerboten“ steckt nicht etwa eine große Redaktion, sondern künstliche Intelligenz. Die angeblichen Autoren existieren gar nicht. Der ARD-faktenfinder hat herausgefunden, dass die „Redakteure“ wie Mark Rodriguez aus Leipzig und 22 weitere „Mitarbeiter“ lediglich fiktive Figuren sind. Die Profile, die für diese Namen erstellt wurden, sind oft von der Kamera abgewandt oder gar komplett künstlich.

Selbst die Sprachfehler und stilistischen Absonderlichkeiten sind Teil eines Experiments der Firma libersave.com GmbH, die hinter dem „Aussiedlerboten“ steht. Diese IT-Firma verwendet das Portal, um Sprachmodelle zu testen und die Mängel in der Medieninhaltsproduktion aufzuzeigen. Der ursprüngliche Plan, den Journalismus mit Hilfe von KI zu revolutionieren, zeigt sich nun in Form von grotesken Texten und unübersichtlichen Illustrationen.

Die „Autoren“ und ihre sprachlichen Abenteuer

Die Beiträge im „Aussiedlerboten“ wirken oft, als wären sie mit einem Übersetzer-Tool von einer anderen Sprache ins Deutsche übertragen worden – und das nicht besonders sorgfältig. Die KI nimmt bestehende Artikel, verändert sie jedoch so stark, dass sie unkenntlich werden und teils sogar die Botschaft des Originals ins Gegenteil verkehren. Dies führt zu seltsamen Texten und Bildern, die oft mehr Fragen aufwerfen als beantworten.

Die Reaktion der Verantwortlichen

Lev Aronovich, einer der Geschäftsführer von libersave.com, erklärt, dass die „Autoren“ nur fiktive Persönlichkeiten seien, die zur Entwicklung und Prüfung von Sprachmodellen dienen. Er weist den Vorwurf des Plagiats zurück und erklärt, dass die Inhalte der „hoch angesehenen Publikationen“ entnommen, jedoch bearbeitet und ergänzt würden.

In einer Erklärung nach der Anfrage des ARD-faktenfinders gibt das Impressum des „Aussiedlerboten“ nun an, dass es sich um ein Technologieunternehmen handelt, das „die Groteske und die Unvollkommenheit der modernen Welt“ zeigen wolle. Das Portal ist demnach kein gewöhnliches Medienunternehmen, sondern ein Experiment, um die Fähigkeiten und Grenzen moderner KI zu demonstrieren.

Fazit: KI trifft auf Nachrichtenschlamperei

Der „Aussiedlerbote“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie künstliche Intelligenz in den Medien eingesetzt werden kann – allerdings auf eine Weise, die nicht unbedingt den höchsten journalistischen Standards entspricht. Statt präziser Berichterstattung gibt es groteske Sprachspiele und unkonventionelle Darstellungen, die eher an ein Kunstprojekt als an seriöse Nachrichten erinnern. Leser sollten sich bewusst sein, dass hinter diesem Portal keine echten Journalisten stecken, sondern technologische Experimente in einer noch sehr unperfekten Phase. Wer also nach verlässlichen Nachrichten sucht, sollte lieber einen anderen Nachrichtenanbieter wählen.

Google Chrome bleibt auf Kurs: Drittanbieter-Cookies bleiben an Bord

Das Spiel der Cookies geht in eine neue Runde: Während Apples Safari und Mozillas Firefox bereits standardmäßig auf Drittanbieter-Cookies verzichten, hat Google überraschend beschlossen, seine Position zu den umstrittenen Datenkrümeln zu ändern. Die geplante Blockierung von Drittanbieter-Cookies in Chrome wird vorerst nicht umgesetzt. Stattdessen dürfen Nutzer weiterhin durch das Netz verfolgt werden – mit allen Vor- und Nachteilen, die das für die Werbung und den Datenschutz mit sich bringt.

Drittanbieter-Cookies: Der Blick hinter die Kulissen

Drittanbieter-Cookies sind kleine Datenstücke, die von externen Werbefirmen gesetzt werden, nicht von der Webseite, die du gerade besuchst. Sie ermöglichen es Werbetreibenden, dir personalisierte Werbung anzuzeigen, indem sie dein Verhalten über verschiedene Websites hinweg tracken. Das klingt nach Science-Fiction, ist aber in der Welt der Online-Werbung Alltag. Solche Cookies helfen Werbefirmen, Profile zu erstellen und gezielte Anzeigen zu schalten, die auf deine Interessen abgestimmt sind – oder eben auf das, was sie für deine Interessen halten.

Google macht einen Rückzieher

Google hatte ursprünglich angekündigt, Drittanbieter-Cookies in Chrome zu blockieren, um den Datenschutz der Nutzer zu verbessern. Doch der Plan stieß auf massiven Widerstand von Werbebranchen und Regulierungsbehörden. Die britischen Aufsichtsbehörden prüften, ob eine solche Blockierung möglicherweise den Wettbewerb im digitalen Werbemarkt beeinträchtigen könnte. Google befürchtete zudem, dass die Änderung den eigenen Werbe-Tools den Vorzug verschaffen würde, während die Konkurrenz auf der Strecke bleiben könnte.

Letztlich hat Google beschlossen, den ursprünglichen Plan zu revidieren. Anstatt Drittanbieter-Cookies standardmäßig zu blockieren, sollen Nutzer künftig selbst entscheiden können, ob sie diese Cookies zulassen oder blockieren wollen. Google argumentiert, dass dies den Nutzern mehr Kontrolle und Bewusstsein für die von ihnen akzeptierten Cookies geben soll.

Der Unterschied zu Safari und Firefox

Im Gegensatz zu Chrome blockieren Apples Safari und Mozillas Firefox standardmäßig Drittanbieter-Cookies, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Diese Browsereinstellungen helfen, deine Online-Aktivitäten vor unerwünschtem Tracking zu schützen und deine persönlichen Daten sicherer zu halten. Nutzer können diese Blockierung bei Bedarf deaktivieren, aber der Standard ist eine datenschutzfreundliche Lösung.

Chrome in Deutschland: Immer noch auf Platz eins

Trotz der Datenschutz-Debatte bleibt Google Chrome in Deutschland der beliebteste Browser. Mit einem Marktanteil von 54,6 Prozent bei den Page Views führt Chrome weiterhin das Rennen an, obwohl Deutschland lange als Hochburg des Firefox-Browsers galt. Mozilla Firefox, der früheren Platzhirsch, hält derzeit einen Anteil von 16,7 Prozent, während Microsofts Edge mit etwa 15 Prozent auf dem dritten Platz liegt. Apples Safari kommt auf einen Marktanteil von 7,4 Prozent – ein klarer Rückstand im Vergleich zu Chrome und Firefox.

Fazit

Google Chrome bleibt also dem Trend treu und lässt Drittanbieter-Cookies weiterhin zu, statt sie standardmäßig zu blockieren. Während Datenschutz- und Werbeindustrie weiterhin darüber streiten, wie viel Kontrolle Nutzer tatsächlich haben sollten, bleibt die Wahl des Browsers und der Cookie-Einstellungen eine individuelle Entscheidung. Für diejenigen, die ihre Privatsphäre schützen wollen, bieten Safari und Firefox bereits eine integrierte Lösung. Chrome-Nutzer müssen sich dagegen selbst um ihre Cookie-Einstellungen kümmern – oder darauf vertrauen, dass Google das Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Werbeinteressen wahren kann.

SAP-Räumung: Bis zu 10.000 Stellen auf der Streichliste

Europas größter Softwarehersteller, SAP, plant tiefgreifende Umstrukturierungen, die bis zu 10.000 Stellen kosten könnten. Was für viele Mitarbeitende einen schmerzhaften Abschied bedeutet, könnte sich für den DAX-Konzern langfristig als finanzieller Vorteil erweisen.

Neuausrichtung mit KI-Fokus

SAP hat die Anzahl der geplanten Stellenstreichungen von 8.000 auf bis zu 10.000 erhöht. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, sich verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) zu konzentrieren. Die betroffenen Mitarbeiter werden durch Abfindungs- und Frühverrentungsprogramme unterstützt, die sich offenbar großer Beliebtheit erfreuen. Dies beschleunigt den Prozess des Stellenabbaus, da ältere Mitarbeiter, die oft höhere Gehälter beziehen, die Hauptzielgruppe der Programme sind.

Finanzielle Auswirkungen und Kosteneinsparungen

Die Kosten für das erweiterte Sparprogramm beliefen sich im zweiten Quartal auf 0,6 Milliarden Euro, die als Rückstellungen für die Freiwilligenprogramme angesetzt wurden. SAP erwartet jedoch, dass die Maßnahmen ab 2025 rund 200 Millionen Euro jährlich einsparen werden – eine Verbesserung gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 500 Millionen Euro. Diese Einsparungen sollen das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im kommenden Jahr auf etwa 10,2 Milliarden Euro steigern, was eine leichte Anpassung der bisherigen Prognose darstellt.

Positive Reaktionen der Analysten

Die Quartalszahlen von SAP überraschten positiv: Das operative Ergebnis stieg im zweiten Quartal um 33 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, was die Erwartungen der Analysten übertraf. Charles Brennan von Jefferies bezeichnete das Ergebnis als „blitzsauber“, während Sven Merkt von Barclays und Toby Ogg von JPMorgan ebenfalls von „ermutigenden“ Zahlen sprachen. Alle drei Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlungen für die SAP-Aktie.

SAP-Aktie auf Rekordkurs

Die SAP-Aktie erreichte im frühen Handel ein Rekordhoch von 196,68 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits ein Plus von mehr als 30 Prozent verzeichnet. Experten prognostizieren, dass die Aktie weiter steigen könnte, mit einem Kursziel von bis zu 225 Euro, wie von Goldman Sachs vorgeschlagen.

Blick in die Zukunft

Trotz der umfangreichen Umstrukturierungen zeigt sich SAP-CEO Christian Klein optimistisch: „Aufgrund unserer Fortschritte und starken Auftragspipeline sind wir zuversichtlich, bis 2027 ein beschleunigtes Umsatzwachstum zu erreichen.“ Bis Ende dieses Jahres wird eine Mitarbeiterzahl von etwa 107.602 Vollzeitstellen angestrebt. Zwar waren es zur Mitte des Jahres nur 105.315 Stellen, aber im zweiten Halbjahr plant das Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen.

Fazit

SAPs umfassende Umstrukturierungen sind ein notwendiger Schritt in Richtung Zukunft und Innovation. Während der Stellenabbau für viele Mitarbeitende schmerzhaft ist, könnte die Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz und die damit verbundenen Kosteneinsparungen dem Unternehmen helfen, seine Position im Markt zu stärken und weitere Wachstumsziele zu erreichen. Die positive Reaktion der Analysten und der Aktienkurs bestätigen, dass SAP auf einem guten Weg ist – zumindest aus finanzieller Sicht.

Minimaler Fortschritt: Maßnahmen zum Schutz des Bundesverfassungsgerichts

Wie schützt man das Bundesverfassungsgericht vor Extremisten? Ampelkoalition und Union haben sich auf Maßnahmen geeinigt – allerdings nur auf „punktuelle“ Ergänzungen.

Ziel: Schutz vor autoritären Kräften

Das Bundesverfassungsgericht soll gegen den Einfluss autoritärer Kräfte abgesichert werden. Beispiele aus Polen und Ungarn zeigen, wie solche Kräfte die Verfassungsgerichtsbarkeit aushöhlen können. Um diese Bedrohung zu verhindern, haben sich die Ampelkoalition und die Union nun auf eine Änderung des Grundgesetzes geeinigt. Ziel ist es, das Gericht vor tagespolitischen Auseinandersetzungen zu schützen und seine Unabhängigkeit zu bewahren.

Struktur und Besetzung

Der Minimalkonsens umfasst folgende Punkte: Die Zahl der Senate (zwei), die Anzahl der Richter (je acht), ihre Amtszeit (zwölf Jahre) und die Altersgrenze (68 Jahre) werden ins Grundgesetz aufgenommen. Eine Wiederwahl wird ausgeschlossen. Diese Regelungen sollen verhindern, dass durch politische Manipulation zusätzliche, linientreue Richter eingesetzt oder unliebsame Richter vorzeitig abgesetzt werden können. Außerdem wird die Bindungswirkung der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ins Grundgesetz geschrieben. Diese Änderungen machen es schwieriger, das Gericht durch einfache gesetzliche Anpassungen zu beeinflussen.

Geschäftsordnungsautonomie

Neu hinzugekommen ist der Vorschlag, die Geschäftsordnungsautonomie des Bundesverfassungsgerichts ebenfalls ins Grundgesetz aufzunehmen. Das bedeutet, das Gericht kann seine Arbeitsweise selbst festlegen. In Polen wurde das Verfassungsgericht beispielsweise dazu verpflichtet, Fälle chronologisch statt nach Wichtigkeit abzuarbeiten, was seine Effektivität als Kontrollinstanz stark einschränkte. Solche Eingriffe sollen damit verhindert werden.

Große Leerstelle: Richterwahl

Ein wesentlicher Punkt fehlt jedoch in der Einigung: die Richterwahl mit Zweidrittel-Mehrheit. Diese ist derzeit nur im einfachen Gesetz festgelegt und könnte daher mit einfacher Mehrheit abgeschafft werden. Dies birgt das Risiko, dass bei einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag die Unabhängigkeit des Gerichts gefährdet wird. Die Debatte über eine bessere Absicherung des Bundesverfassungsgerichts begann aus diesem Grund vor Jahren, und es bleibt ein kritischer Punkt.

Lösungsvorschläge und Hürden

Die Möglichkeit, dass eine Fraktion im Bundestag mit mehr als einem Drittel der Stimmen eine Richterwahl blockiert, besteht weiterhin. Lösungsvorschläge wie ein Ersatzwahlmechanismus, bei dem der Bundesrat einspringt, wenn der Bundestag blockiert, sind im Gesetzentwurf enthalten, aber es bleibt dem einfachen Gesetzgeber überlassen, diese umzusetzen.

Skepsis und Zurückhaltung

Warum nicht mehr möglich war, lässt sich aus der Begründung der Gesetzesänderung erahnen. Es wird betont, dass die Regelungsdichte im Grundgesetz im Rahmen dessen bleibt, was der Stellung des Gerichts angemessen ist. Die Verfassung soll nicht mit Detailregelungen überfrachtet werden und die nötige Flexibilität für Anpassungen soll erhalten bleiben. Diese Formulierungen spiegeln die anfängliche Skepsis der Union wider, die sich erst nach zähen Verhandlungen auf die „punktuellen“ Ergänzungen einließ.

Fazit

Die Einigung der Ampelkoalition und der Union stellt einen Schritt in Richtung eines besseren Schutzes des Bundesverfassungsgerichts dar, bleibt jedoch hinter den Erwartungen vieler Experten zurück. Ob die minimalen Änderungen ausreichen, um das Gericht vor autoritären Einflüssen zu schützen, wird die Zukunft zeigen.

Politische Gewalt: AfD-Anhängerschaft zeigt besorgniserregende Tendenzen

Das politische Klima in Deutschland wird rauer, und die Zahl der tätlichen Angriffe auf Politikerinnen und Politiker nimmt zu. Eine neue Studie der Universität Bielefeld beleuchtet nun einen besorgniserregenden Trend: Die AfD-Anhängerschaft zeigt eine signifikant höhere Bereitschaft zur politischen Gewalt im Vergleich zu Wählenden anderer Parteien.

Gewaltbereitschaft bei AfD-Wählenden

Laut der Studie, die auf Daten der bevölkerungsrepräsentativen Mitte-Studie vom Frühjahr 2023 basiert, billigt fast ein Viertel der befragten AfD-Wählenden politische Gewalt. Über die Hälfte der Anhängerschaft sieht Gewalt als Grauzone oder akzeptiert sie zumindest. Zum Vergleich: Bei Wählerinnen und Wählern der Union liegt die Zustimmung zur Gewalt bei 9,5 Prozent, bei der SPD bei 9 Prozent. Noch geringer ist die Gewaltbereitschaft bei der Linken (4 Prozent) und den Grünen (3 Prozent).

Die Ergebnisse verdeutlichen eine gefährliche Radikalisierung innerhalb der Partei und ihrer Basis. Ein klares Nein zu Gewalt äußern nur 48,5 Prozent der AfD-Anhängerschaft – weit weniger als die Mehrheit in anderen Parteien. Bei der Union lehnen 74 Prozent Gewalt ab, bei der SPD sind es sogar 79 Prozent.

Sprachliche Gewaltbereitschaft und Feindbilder

Andreas Zick, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, sieht die höhere Gewaltbereitschaft in der Sprache und Rhetorik der AfD begründet. „Der Ton in der AfD ist aggressiver als bei anderen Parteien“, erklärt Zick. „Es werden sehr aggressive Feindbilder, auch menschenfeindliche und stereotype Meinungen über Minderheiten geteilt.“

Zick führt weiter aus, dass die AfD ihre Politik als Widerstand gegen „das System“ und „die da oben“ darstellt, was die Billigung von Angriffen gegen andere erhöht.

Auswirkungen auf die parlamentarische Arbeit

Diese Gewaltbereitschaft spiegelt sich auch in den Parlamenten wider. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen AfD-Abgeordnete Straftaten begangen haben. Viele Landesverbände der Partei werden mittlerweile als rechtsextremistisch eingestuft oder vom Verfassungsschutz als Verdachtsfälle beobachtet.

Fazit

Die Studie der Universität Bielefeld zeigt, dass ein erheblicher Teil der AfD-Anhängerschaft politische Gewalt entweder toleriert oder sogar billigt. Diese Erkenntnisse werfen ein beunruhigendes Licht auf die politischen Entwicklungen und die gesellschaftliche Polarisierung in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Akteure und die Gesellschaft auf diese alarmierenden Ergebnisse reagieren werden.

US-Wahlen: Biden verzichtet auf Präsidentschaftskandidatur – Harris als Nachfolgerin vorgeschlagen

Am Ende war der Druck wohl zu groß: US-Präsident Joe Biden tritt als Präsidentschaftskandidat der Demokraten zurück. Seine reguläre Amtszeit will er jedoch beenden. Als Nachfolgerin schlug er Vizepräsidentin Kamala Harris vor.

Überraschende Ankündigung

US-Präsident Joe Biden verkündete, dass er bei der Wahl im November nicht für eine zweite Amtszeit antreten wird. Der Demokrat teilte seine Entscheidung über die sozialen Medien mit. In den vergangenen Wochen stand der 81-Jährige wegen seines Alters und seines mentalen Zustandes massiv unter Druck, auch aus den eigenen Reihen.

Dramatische Wende

Bidens Rückzug so kurz vor der Wahl ist eine dramatische Wende und verursacht weiteres Chaos in einem ohnehin historischen US-Wahljahr. „Obwohl es meine Absicht war, mich um eine Wiederwahl zu bemühen, glaube ich, dass es im besten Interesse meiner Partei und des Landes ist, wenn ich mich zurückziehe und mich für den Rest meiner Amtszeit ausschließlich auf die Erfüllung meiner Pflichten als Präsident konzentriere“, schrieb Biden in einer Erklärung. „Ich werde im Laufe dieser Woche vor der Nation ausführlicher über meine Entscheidung sprechen.“

Nach seiner Ankündigung schlug Biden ebenfalls in den sozialen Medien seine Stellvertreterin Kamala Harris als Ersatzkandidatin für die Wahl vor.

Desaströses TV-Duell mit Donald Trump

Biden geriet nach einem desaströsen Auftritt bei einem Fernsehduell gegen Ex-Präsident Trump Ende Juni stark in die Kritik. Während des Schlagabtauschs verhaspelte sich Biden regelmäßig, verlor den Faden, starrte mit offenem Mund ins Leere und konnte häufig seine Sätze nicht richtig beenden.

Schon vorher gab es innerhalb der Demokratischen Partei und in der Bevölkerung wegen Bidens Alter Vorbehalte gegen seine Wiederwahlambitionen. Doch nach dem Duell entflammte die Debatte über seine Eignung als Präsidentschaftskandidat in ganz neuem Ausmaß – und in aller Öffentlichkeit.

Biden gab sich bis zuletzt trotzig

Nach der Debatte verschlechterten sich Bidens Umfragewerte deutlich. Und in seiner eigenen Partei forderten immer mehr prominente Stimmen öffentlich seinen Rückzug aus dem Rennen um die Präsidentschaft. Biden selbst versuchte zunächst, sich herauszureden. Seinen schwachen Auftritt begründete er mit Müdigkeit nach anstrengenden Auslandsreisen. Er habe nicht auf seine Berater gehört und sich übernommen.

Bei diversen Auftritten gab sich Biden trotzig und versicherte ein ums andere Mal, er werde sich nicht zurückziehen. Doch es folgten weitere Patzer. Am Ende wurde der Druck aus den eigenen Reihen zu groß.

Entscheidung nach Corona-Zwangspause

In den vergangenen Tagen hatte sich Biden nach einer Infektion mit dem Coronavirus in sein Privathaus zurückgezogen und keine öffentlichen Termine absolviert. Während dieser Zwangspause fasste er nun den Entschluss, sich dem Druck seiner Parteikollegen zu beugen.

Die Demokraten müssen nun in kürzester Zeit umsatteln und die Nachfolge regeln. Als Ersatzkandidatin rückte in den vergangenen Wochen bereits mehr und mehr Bidens Stellvertreterin Kamala Harris in den Fokus. Die 59-Jährige war in ihrem Vizepräsidentenamt an der Seite Bidens bislang blass geblieben, bekam angesichts von dessen Schwäche zuletzt allerdings die Unterstützung einer ganzen Reihe wichtiger Parteimitglieder. Die Demokraten nominieren ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell bei einem Parteitag in Chicago Mitte August.

Europol-Analyse: Cybercrime auf dem Vormarsch – Jetzt auch mit KI-Unterstützung

Cyberattacken, Liebesbetrug und sexualisierte Gewalt gegen Kinder: Das organisierte Verbrechen im Internet nimmt in der Europäischen Union rasant zu. Die Kriminellen nutzen dabei immer häufiger neueste Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI). Was bedeutet das für die Sicherheit im Netz und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden?

Cybercrime – Eine wachsende Bedrohung

Die europäische Polizeibehörde Europol hat eine besorgniserregende Analyse veröffentlicht. Demnach sind Millionen Bürgerinnen und Bürger in der EU täglich Opfer von Cyberverbrechen. Zu den bedrohlichsten Verbrechen zählen Cyberattacken, sexuelle Ausbeutung von Kindern und finanzieller Betrug. Besonders alarmierend ist die Zunahme der Kriminalität unter jungen Tätern, die immer ausgeklügeltere Methoden anwenden.

Kleine und mittelgroße Betriebe im Visier

Cyberkriminelle zielen zunehmend auf kleine und mittelgroße Unternehmen ab. Diese verfügen oft über weniger ausgereifte digitale Schutzmaßnahmen, was sie zu leichten Zielen macht. Neben Phishing-Attacken und dem sogenannten Romance-Scam (Dating- oder Liebesbetrug) werden auch immer mehr Menschen von betrügerischen Webshops abgezockt.

Künstliche Intelligenz im Werkzeugkasten der Verbrecher

Eine der beunruhigendsten Entwicklungen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch Cyberkriminelle. KI wird genutzt, um Erpressungsmethoden zu verfeinern und Betrugsszenarien noch glaubhafter zu gestalten. Stimmen können kopiert und Bilder manipuliert werden, um täuschend echte Fälschungen zu erzeugen. So werden etwa Stimmen für sogenannte Schock-Anrufe verwendet, um Angehörige und Freunde zu täuschen und so Geld oder Bankzugangsdaten zu erpressen.

Deepfakes und sexuelle Ausbeutung

Besonders problematisch ist der Einsatz von Deepfakes – täuschend echte Fälschungen von Bild und Ton. Diese Technik wird nicht nur für Erpressungen genutzt, sondern auch für die Verbreitung von Videos und Bildern mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Banden verkaufen im Internet Vorlagen für Betrug, sexuelle Ausbeutung und Phishing-E-Mails. Diese skriptgesteuerten Dialoge helfen Straftätern, ihre Grooming-Techniken zu verfeinern und gezielt Minderjährige zu manipulieren.

Was tun gegen Cybercrime?

Angesichts dieser beunruhigenden Entwicklungen stellt sich die Frage: Was kann gegen die zunehmende Cyberkriminalität unternommen werden? Hier sind einige Maßnahmen, die sowohl von Unternehmen als auch von Privatpersonen ergriffen werden können:

  1. Stärkung der digitalen Sicherheitsmaßnahmen: Unternehmen, besonders kleine und mittelgroße, sollten in robuste Sicherheitslösungen investieren und ihre Mitarbeiter regelmäßig schulen.
  2. Aufklärung und Sensibilisierung: Bürgerinnen und Bürger sollten über die Risiken im Internet aufgeklärt und sensibilisiert werden, um sich besser vor Phishing-Attacken und anderen Betrugsmaschen zu schützen.
  3. Einsatz von KI zur Bekämpfung von Cybercrime: Genau wie Kriminelle KI nutzen, sollten auch Sicherheitsbehörden und Unternehmen KI-basierte Lösungen einsetzen, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und abzuwehren.
  4. Internationale Zusammenarbeit: Cybercrime kennt keine Grenzen. Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit ist notwendig, um Cyberkriminelle effektiv zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Herausforderungen sind groß, doch durch gezielte Maßnahmen und eine enge Zusammenarbeit können wir dem wachsenden Cybercrime-Trend entgegenwirken und die Sicherheit im Netz erhöhen. Bleiben wir wachsam und setzen wir auf präventive Maßnahmen, um den digitalen Raum sicherer zu gestalten.

Bleiben Sie sicher im Netz und lassen Sie sich nicht von den Machenschaften der Cyberkriminellen täuschen. Informieren Sie sich, schützen Sie sich und handeln Sie verantwortungsbewusst.

https://www.europol.europa.eu/publication-events/main-reports/internet-organised-crime-threat-assessment-iocta-2024

Harris: Die Lügenmaschine läuft wieder heiß

Nach dem Rückzug von US-Präsident Joe Biden gilt die Kandidatur seiner bisherigen Vizepräsidentin Kamala Harris als sehr wahrscheinlich. Dies rückt die Demokratin erneut in den Fokus von Desinformationskampagnen.

Ein wirres Zitat, das nie gesagt wurde

„Heute ist heute. Und gestern war heute gestern. Morgen wird heute morgen sein. Also lebe heute, damit die Zukunft heute so sein wird wie die Vergangenheit heute, wie sie morgen ist.“ Dieses vermeintliche Zitat von Kamala Harris verbreitet sich momentan viral. Tatsächlich handelt es sich hierbei um ein manipuliertes Video. Das Original stammt von einer Rede Harris‘ über reproduktive Rechte an der Howard Universität in Washington DC. Weder im Transkript noch im Originalvideo finden sich die genannten Passagen.

Laut der britischen Faktencheck-Seite Full Fact wurde die Tonspur des Videos ersetzt, möglicherweise mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, um die Mundbewegungen mit den gefälschten Aussagen zu synchronisieren. Seit der Bekanntgabe von Joe Bidens Verzicht auf die Kandidatur und der möglichen Nachfolge durch Harris verbreiten sich solche Falschinformationen wieder rasant.

Die alte Debatte über die Herkunft

Ähnlich wie bei Barack Obama wird auch bei Kamala Harris ihre Herkunft immer wieder infrage gestellt. Verschwörungstheorien behaupten, sie sei nicht berechtigt, für das Präsidentenamt zu kandidieren, da sie keine „natural-born citizen“ sei. Diese Behauptungen wurden bereits vor der letzten Wahl von Trump-Anhängern und sogar Donald Trump selbst verbreitet. Harris wurde in Oakland, Kalifornien, geboren und erfüllt somit alle Voraussetzungen für eine Kandidatur. Die Herkunft ihrer Eltern aus Jamaika und Indien spielt dabei keine Rolle.

Falschbehauptungen zur Corona-Impfung

Auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wird Kamala Harris zur Zielscheibe von Falschinformationen. Es wird behauptet, ihre Covid-19-Impfung sei inszeniert gewesen. Videos, die angeblich eine Nadel an der Spritze vermissen lassen, basieren meist auf schlechter Videoqualität. Nachrichtenagenturen zeigen jedoch eindeutig, dass Harris den Moderna-Impfstoff tatsächlich erhalten hat. Ihre Impfung wurde sogar live im Fernsehen übertragen.

Gefälschtes Bild mit Epstein

Ein weiteres manipuliertes Bild zeigt Harris neben Jeffrey Epstein, der wegen sexueller Ausbeutung von Minderjährigen festgenommen wurde und später in seiner Zelle starb. Das Originalfoto zeigt jedoch Harris mit ihrem Mann Douglas Emhoff. Eine einfache Bilderrückwärtssuche enthüllt die Fälschung.

Warum Harris?

Dass Kamala Harris besonders oft Ziel von Desinformation ist, wurde bereits bei der letzten Wahl deutlich. Eine Studie, die mehr als 300.000 Posts gegen 13 Politikerinnen untersuchte, zeigte, dass Harris in über drei Viertel der Fälle angegriffen wurde. Viele dieser Angriffe ähneln denjenigen, die gegen Barack und Michelle Obama gerichtet waren: Zweifel an ihrer Abstammung, ihrer rechtlichen Qualifikation und ihrem persönlichen Leben.

Laut den Studienautoren spielen Harris‘ Geschlecht und Hautfarbe eine entscheidende Rolle. Geschlechtsspezifische Belästigungen und Desinformationskampagnen gegen nicht-weiße Frauen im Internet sind noch einmal umfangreicher und schwerwiegender als jene gegen weiße Frauen.

Fazit: Ein klarer Blick auf die Fakten

Es ist entscheidend, bei der Bewertung von Informationen kritisch zu bleiben und Quellen zu überprüfen. Die Verbreitung von Falschinformationen, besonders im Zusammenhang mit politischen Figuren wie Kamala Harris, zeigt, wie leicht die Wahrheit verzerrt werden kann. Bleiben wir also wachsam und informieren uns gründlich, um den Lügenmaschinen keine Chance zu geben.

Kein städtisches Engagement für den Elbtower: Hamburg sagt „Nein, danke!“

Nach der Benko-Pleite: Hamburgs klare Absage an eine städtische Beteiligung

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat klargestellt, dass die Stadt Hamburg den Weiterbau des Elbtowers nicht finanziell unterstützen wird. Diese deutliche Absage kam als Reaktion auf Forderungen des Milliardärs Klaus-Michael Kühne. Tschentscher sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Herr Benko, die Signa-Gruppe und ihre Investoren haben in Österreich und Deutschland großen Schaden für das Gemeinwesen angerichtet. Daraus ergibt sich keine moralische Position, um irgendetwas von den betroffenen Städten oder unbeteiligten Dritten zu fordern.“

Kapitalismus pur: Kritik an Kühnes Vorschlag

Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linken, Heike Sudmann, kritisierte Kühnes Vorschlag ebenfalls scharf. „So einfach geht Kapitalismus“, sagte sie. „Die Risiken werden auf die öffentliche Hand und die Steuerzahler verlagert, während die Gewinne privatisiert werden.“

Kühne plädiert für Zusammenarbeit von Stadt und Privatwirtschaft

Kühne hatte vor kurzem gefordert, dass die Stadt Hamburg „möglichst aus dem Mund des Ersten Bürgermeisters“ klar erklären solle, dass sie bereit sei, zusammen mit der Privatwirtschaft das Elbtower-Projekt „zu einem guten Ende zu führen“. Die Stadt solle sich verpflichten, die Hälfte der Mietflächen des Elbtowers für städtische Behörden zu verwenden und diese unmittelbar nach Fertigstellung anzumieten – zu Mietkonditionen, die die Wirtschaftlichkeit des Objektes sicherstellen.

Hamburg bleibt standhaft: Projektrisiko beim privaten Investor

Tschentscher betonte, dass die Stadt Hamburg zu ihren Verträgen und Zusagen stehe. Das Grundstück sei für 122 Millionen Euro verkauft und der Bau des Elbtowers genehmigt worden. Es sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass das Projektrisiko beim privaten Investor liege. „Der Senat beabsichtigt definitiv nicht, die Federführung oder Regie für den Weiterbau zu übernehmen oder sich mit eigenem Kapital an der Fertigstellung zu beteiligen.“

Lösung noch in diesem Jahr erwartet

Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass der Insolvenzverwalter an einer privatwirtschaftlichen Lösung arbeite. „Ich begrüße das Engagement der privaten Bieter und gehe davon aus, dass im zweiten Halbjahr eine Lösung für die Fertigstellung des Elbtowers gefunden wird“, sagte Tschentscher. Die Planungen seien darauf ausgelegt, dass der Tower zu Ende gebaut werde. Bauliche Änderungen seien in Absprache mit der Stadt und dem Architekten möglich, aber für eine grundlegend andere Bebauung des Grundstücks müsse ein komplett neues Verfahren gestartet werden.

Elbtower: Ein ambitioniertes Projekt in der Schwebe

Der Elbtower sollte nach den bisherigen Plänen in der Hafencity mit 64 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden. Die Fertigstellung war für 2025 geplant, mit geschätzten Kosten von rund 950 Millionen Euro. Ende Oktober 2023 stellte das beauftragte Bauunternehmen jedoch bei 100 Metern Höhe die Arbeiten ein, da die Signa Gruppe des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko Rechnungen nicht bezahlt hatte. Die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG meldete im Januar Insolvenz an, als mittelbare Tochter der ebenfalls insolventen Signa Prime Selection AG.

Fazit: Ein Turm, der (noch) nicht in den Himmel wächst

Der Elbtower ist ein ehrgeiziges Projekt, dessen Zukunft momentan in den Sternen steht. Die Stadt Hamburg hat klargestellt, dass sie nicht bereit ist, die finanziellen Risiken zu übernehmen. Während private Investoren nun das Ruder übernehmen müssen, bleibt abzuwarten, ob und wann der Elbtower letztlich fertiggestellt wird. Bis dahin gilt: Ein Hochhausbau ist nichts für schwache Nerven – oder leere Kassen.

Russland rückt vor: Krieg in der Ukraine spitzt sich zu

Russische Fortschritte in der Ostukraine

Das russische Verteidigungsministerium meldet Erfolge im Osten der Ukraine und berichtet von der Einnahme mehrerer Ortschaften in den Regionen Donezk, Luhansk und Charkiw. Besonders bedeutend scheint der Vormarsch westlich der Großstadt Donezk zu sein. Hier konnten russische Einheiten die Kleinstadt Krasnohoriwka nahezu vollständig einnehmen. Dabei wurden auch ukrainische Soldaten gefangen genommen und Zivilisten „in Sicherheit gebracht“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtet.

Unabhängige Bestätigungen schwer zu erhalten

Angaben zu Kriegsverlauf und Opfern von russischen und ukrainischen offiziellen Stellen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Die US-Forschungseinrichtung Institute for the Study of War (ISW) bestätigte jedoch durch geolokalisierte Aufnahmen das Vorrücken russischer Soldaten bis ins Zentrum von Krasnohoriwka. Zudem gab es südwestlich von Donezk Bodenangriffe, die auf weitere strategische Ziele Russlands hinweisen.

Strategische Bedeutung der Region Donezk

Die vollständige Kontrolle über die Region Donezk ist eines der zentralen Kriegsziele Russlands. Obwohl die Region völkerrechtswidrig annektiert wurde, ist sie noch nicht vollständig unter russischer Kontrolle. Je weiter die Frontlinie nach Westen verschoben wird, desto besser kann Russland Donezk als Nachschubbasis und für die Ausbildung von Soldaten nutzen.

Weitere Erfolge in Luhansk und Charkiw

Auch in den nördlicheren Regionen Luhansk und Charkiw vermeldet das russische Verteidigungsministerium die Einnahme weiterer Ortschaften, darunter das Dorf Rosiwka in Luhansk und Pischtschane Nischne in Charkiw. Trotz dieser Erfolge bleibt die Frontlinie, die über 1100 Kilometer lang ist, umkämpft. Viele Kämpfe führen zu keinen nennenswerten Geländegewinnen.

Herausforderungen der ukrainischen Verteidigung

Die ukrainischen Truppen kämpfen mit erheblichen Schwierigkeiten. Nach Berichten haben sie nicht ausreichend Munition und Flugabwehr, um sich effektiv zu verteidigen. Zudem sind sie zahlenmäßig unterlegen und viele Soldaten sind durch den kontinuierlichen Einsatz erschöpft. Laut Militärexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations hat die Ukraine erfahrene Brigaden, aber auch viele schlecht ausgebildete Einheiten. Die Qualität der Ausbildung der Kommandeure variiert stark, was ein typisches Problem von Mobilmachungsarmeen darstellt.

Hohe Verluste auf beiden Seiten

Nach Angaben der Ukraine erleidet Russland massive menschliche Verluste, wobei täglich Hunderte Soldaten getötet oder verletzt werden. Westliche Nachrichtendienste schätzen, dass Russland monatlich etwa 30.000 neue Soldaten rekrutiert. Dies deutet darauf hin, dass der Krieg noch lange andauern könnte und beide Seiten weiterhin hohe Verluste hinnehmen müssen.

Fazit: Ein langwieriger Konflikt

Der Krieg in der Ukraine bleibt erbittert und blutig. Die jüngsten Fortschritte der russischen Armee in den Regionen Donezk, Luhansk und Charkiw zeigen, dass der Konflikt noch lange nicht beendet ist. Die Herausforderungen für die ukrainische Verteidigung sind enorm, und die internationalen Bemühungen zur Unterstützung der Ukraine müssen intensiviert werden. Angesichts der strategischen Bedeutung der eroberten Gebiete bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Eines ist sicher: Der Weg zu Frieden und Stabilität ist noch weit.