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Neue Embedding-Modelle und API-Updates: OpenAI stellt Innovationen vor

OpenAI präsentiert eine neue Generation von Embedding-Modellen, darunter die Modelle GPT-4 Turbo und Moderation, aktualisierte API-Management-Tools und bald auch eine Preissenkung für GPT-3.5 Turbo.

Die neuen Modelle umfassen:

  1. Zwei neue Embedding-Modelle
  2. Ein aktualisiertes GPT-4 Turbo-Preview-Modell
  3. Ein aktualisiertes GPT-3.5 Turbo-Modell
  4. Ein aktualisiertes Text-Moderationsmodell

Standardmäßig wird die an die OpenAI-API gesendete Daten nicht für das Training oder die Verbesserung der OpenAI-Modelle verwendet.

Neue Embedding-Modelle mit niedrigeren Preisen

OpenAI führt zwei neue Embedding-Modelle ein: ein kleineres und äußerst effizientes Text-Embedding-3-Small-Modell sowie ein größeres und leistungsstärkeres Text-Embedding-3-Large-Modell.

  • Text-Embedding-3-Small:
    • Verbesserte Leistung: Im Vergleich zum Vorgängermodell Text-Embedding-Ada-002 steigt die durchschnittliche Punktzahl auf dem Multi-Language Retrieval-Benchmark (MIRACL) von 31,4% auf 44,0%, während die durchschnittliche Punktzahl auf dem Benchmark für englische Aufgaben (MTEB) von 61,0% auf 62,3% steigt.
    • Reduzierter Preis: Der Preis für Text-Embedding-3-Small wurde um das 5-fache gegenüber Text-Embedding-Ada-002 gesenkt, von $0,0001 pro 1.000 Tokens auf $0,00002.
  • Text-Embedding-3-Large:
    • Verbesserte Leistung: Text-Embedding-3-Large ist das neue leistungsstärkste Modell. Auf MIRACL steigt die durchschnittliche Punktzahl von 31,4% auf 54,9%, während auf MTEB die durchschnittliche Punktzahl von 61,0% auf 64,6% steigt.
    • Preis: Text-Embedding-3-Large wird zu $0,00013 pro 1.000 Tokens angeboten.

Entwickler haben die Möglichkeit, Embeddings zu kürzen und so eine flexible Nutzung zu ermöglichen. Dies ermöglicht es, Kosten zu sparen, ohne wesentliche Einbußen bei der Leistung zu haben.

Weitere Updates und niedrigere Preise

  • Aktualisiertes GPT-3.5 Turbo-Modell und niedrigere Preise:
    • In der kommenden Woche wird das neue GPT-3.5 Turbo-Modell, GPT-3.5-Turbo-0125, eingeführt und die Preise um 50% für die Eingabe und 25% für die Ausgabe gesenkt.
  • Aktualisiertes GPT-4 Turbo-Preview:
    • Das aktualisierte GPT-4 Turbo-Preview-Modell, GPT-4-0125-Preview, bietet eine verbesserte Leistung bei Aufgaben wie Code-Generierung.
  • Aktualisiertes Moderationsmodell:
    • Das Moderations-API erhält mit Text-Moderation-007 ein robustes Update.

Neue Möglichkeiten zur API-Nutzung und Schlüsselverwaltung

OpenAI führt zwei Plattformverbesserungen ein, um Entwicklern mehr Transparenz über ihre Nutzung zu bieten und die Kontrolle über API-Schlüssel zu ermöglichen.

  1. Entwickler können nun Berechtigungen für API-Schlüssel direkt von der API-Schlüssel-Seite aus zuweisen.
  2. Das Dashboard und die Exportfunktion für die Nutzung zeigen jetzt Metriken auf API-Schlüssel-Ebene an.

Diese Verbesserungen sollen Entwicklern helfen, ihre API-Nutzung besser zu verstehen und API-Schlüssel effektiver zu verwalten.

Für die neuesten Updates zu OpenAI-APIs folgen Sie @OpenAIDevs auf Twitter.

Karnevals-Eklat in Sankt Augustin: Youtuber Staiy äußert sich fassungslos

In einer Karnevalssitzung in der Aula der Realschule Niederpleis, Sankt Augustin, sorgte ein Vorfall am 13. Januar 2024 für Empörung weit über die Grenzen des Rhein-Sieg-Kreises hinaus. Ein Erwachsener äußerte anzügliche Kommentare gegenüber einem Mädchen im Grundschulalter. Die unschicklichen Bemerkungen, wie „Endlich kann ich mal mit dir knutschen, ohne dass deine Mama mit mir schimpft“, wurden von vielen als inakzeptabel empfunden.

Die Prinzengarde, vertreten durch ihren Präsidenten, der die Veranstaltung moderierte, geriet in die Kritik. Der Vorfall wurde auch von Youtuber Staiy (Marcel) aufgegriffen, der auf verschiedenen Plattformen wie Twitch, Tiktok und Youtube aktiv ist und eine beträchtliche Anhängerschaft hat.

In seinem neuesten Youtube-Video äußerte sich Staiy fassungslos über die Vorfälle in Sankt Augustin. Mit fast 236.000 Abonnenten allein auf Youtube hat sein Kommentar eine Reichweite, die die Aufmerksamkeit auf die Problematik lenkt. Er betont die Notwendigkeit einer gründlichen Überprüfung der familiären Verbindungen, insbesondere zum Schutz des Mädchens. Staiy fordert eine unabhängige Aufklärung, um Licht in die normalerweise internen Abläufe der Karnevalsvereine zu bringen.

Die Reaktion des Festkomitees Kölner Karneval auf den Vorfall ist schockiert, aber nicht überrascht. Das Komitee plant verstärkte Maßnahmen für die Sicherheit von Kindern im Karneval. Eine Strafanzeige gegen den Präsidenten der Prinzengarde wurde von einer Rechtsanwältin bei der Bonner Staatsanwaltschaft eingereicht. Staiy drückt seine Hoffnung aus, dass die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit eingehend untersuchen wird, um die Sicherheit der jungen Mädchen zu gewährleisten.

Die Prinzengarde von Sankt Augustin hat sich von ihrem Präsidenten getrennt und sich von dessen Äußerungen distanziert. Sogar der ehemalige Präsident der Prinzengarde entschuldigte sich öffentlich für die unsensiblen Äußerungen. Staiy zeigt sich besorgt über die anfängliche Reaktion des Präsidenten und sieht diese als besorgniserregend an.

Das Youtube-Video von Staiy, in dem er sich zu den Vorfällen äußert, hat binnen eines Tages fast 100.000 Aufrufe erreicht. Es bleibt abzuwarten, wie die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft und die Maßnahmen des Festkomitees Kölner Karneval in Bezug auf die Sicherheit von Kindern im Karneval weiterentwickeln werden.

Link zum Youtube-Video von Staiy

Urteil im Fall Künast – Meta in der Pflicht

Die Auseinandersetzung zwischen der Bundestagsabgeordneten Renate Künast und dem Technologiekonzern Meta hat eine neue Wendung genommen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat bestätigt, dass Meta weiterhin dazu verpflichtet ist, Memes mit Falschaussagen von Renate Künast eigenständig zu suchen und zu löschen. Dies betrifft nicht nur das ursprüngliche falsche Zitat, sondern auch sinngleiche Varianten, ohne dass Künast jedes einzelne Posting melden muss.

Der Hintergrund des Falls:

Die Klage von Renate Künast gegen Meta geht auf ein Meme zurück, das seit etwa zehn Jahren auf Facebook kursiert. Es zeigt ein Bild der Politikerin, begleitet von einem falschen Zitat: „Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher mal türkisch lernen!“ Das Landgericht Frankfurt urteilte 2022, dass dieses Zitat falsch sei und Künast einen Anspruch auf Unterlassung hat. Meta legte Berufung gegen dieses Urteil ein, doch das Oberlandesgericht wies diese nun zurück.

Künast hatte bereits 2015 klargestellt, dass das Zitat falsch sei und auf eine Reaktion gegenüber Thilo Sarrazin in der Talkshow „Beckmann“ zurückgehe. Dort sagte sie: „Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher sich ihren Namen mal merken.“

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts:

Das Gericht entschied, dass Meta weiterhin verpflichtet ist, aktiv nach Memes mit dem falschen Zitat zu suchen und diese zu entfernen. Es betonte, dass es für Meta technisch und wirtschaftlich zumutbar ist, entsprechende Inhalte zu finden und zu löschen. Automatisierte Techniken könnten dabei unterstützen, und die abschließende Bewertung könnten menschliche Moderator*innen vornehmen.

Die Forderung von Renate Künast nach einem Schmerzensgeld von 10.000 Euro wurde jedoch abgelehnt, da Meta die identischen Inhalte bereits zügig gelöscht hatte. Die Streitfrage bezog sich auf sinngleiche Postings, zu denen es damals noch keine klare Rechtsprechung gab.

Bedeutung des Urteils:

Das Urteil von 2022 gilt als Meilenstein in der Durchsetzung der Rechte von Betroffenen gegenüber Social-Media-Plattformen. Es legt fest, dass Plattformen wie Facebook eine Mitverantwortung tragen, wenn falsche oder diffamierende Inhalte verbreitet werden. Renate Künast betont, dass dieses Urteil ein Meilenstein für das Persönlichkeitsrecht sei und aufzeige, wie wichtig die Verantwortung von Social-Media-Plattformen im Umgang mit rechtsextremen Strukturen ist.

Die Klage von Künast basiert auf einem Urteil aus dem Jahr 2019, in dem die ehemalige österreichische Politikerin Eva Glawischnig vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Meta erfolgreich war. Das heutige Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt etabliert diese Auslegung auch für Deutschland – vorbehaltlich einer möglichen Revision durch Meta, die dann vom Bundesgerichtshof entschieden werden müsste.

SAP und der Angestelltenprotest – Eine neue Ära?

Die Entscheidung von SAP-Chef Christian Klein, eine dreitägige Büropflicht pro Woche für die Mitarbeiter einzuführen, sorgt für Unruhe in der Belegschaft. Der SAP-Betriebsrat äußert seinen Unmut und betont, dass das gute Jahresergebnis größtenteils im Homeoffice erzielt wurde. Die Ankündigung der Büropflicht wird von über 4.600 Mitarbeitern kritisiert, wie aus einer internen E-Mail hervorgeht.

Der Protest der Belegschaft:

Die interne E-Mail des Betriebsrats bezeichnet SAP in drastischen Worten als beendet: „SAP, wie wir es kannten, ist vorbei.“ Über 4.600 Mitarbeiter haben das Schreiben bisher unterzeichnet, und fast 2.000 Personen haben es positiv bewertet. Die Belegschaft fühlt sich verraten, da sie bis vor Kurzem ermutigt wurde, von zu Hause aus zu arbeiten. Es wird betont, dass Mitarbeiter vermehrt nach neuen Jobs suchen, die ihre Wertschätzung und Respekt widerspiegeln.

Kulturkampf und neues Bewertungssystem:

Die Einführung eines neuen Bewertungssystems durch CEO Klein, das Angestellte in drei Leistungskategorien segmentiert, verschärft den Konflikt. Diese Kategorisierung hat Auswirkungen auf Boni und Trainings. Beobachter sprechen von einem Kulturkampf im Unternehmen. Das bisherige Vertrauensarbeitsmodell wird durch die Büropflicht und das neue Bewertungssystem in Frage gestellt.

Christian Kleins Verteidigung:

Christian Klein verteidigt seine Entscheidung und betont, dass die Rückkehr ins Büro aufgrund von 15.000 neuen Mitarbeitern nötig sei. Er argumentiert, dass eine Einführung und Coaching im Büro notwendig seien, um einen erfolgreichen Start bei SAP zu gewährleisten. Klein sieht den Austausch im Büro auch als förderlich für die Karriere an. Trotz der Büropflicht betont er, dass es keine Kontrolle der Mitarbeiter im Homeoffice geben werde.

Der Umbau bei SAP:

Diese Entwicklungen kommen im Kontext eines massiven Umbaus bei SAP, bei dem 8.000 Stellen weltweit zur Disposition stehen. Der Betriebsrat akzeptiert diesen Schritt unter der Bedingung, dass es freiwillige Maßnahmen bleiben und keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind. SAP setzt auf Umschulungen und Freiwilligenprogramme, um den Übergang zu erleichtern, und plant gleichzeitig die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die Situation bei SAP verdeutlicht die Herausforderungen bei der Einführung neuer Arbeitsmodelle und den Balanceakt zwischen Büropflicht und Flexibilität. Der Ausgang des Konflikts könnte die Arbeitskultur bei SAP nachhaltig prägen.

Die Kontroverse um die Hohenzollern-Forderungen und historische Gutachten

In den letzten Monaten hat eine bedeutende Auseinandersetzung zwischen den Hohenzollern und der Bundesregierung Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Dabei geht es um die Forderung der Nachfahren des Kaisers Wilhelm II. nach Kunst- und Wertgegenständen aus dem Allgemeinbesitz. Eine zentrale Frage in den Verhandlungen ist, ob Kronprinz Wilhelm dem nationalsozialistischen System „erheblichen Vorschub“ geleistet hat. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen, die historischen Gutachten und die verschiedenen Aspekte dieser Kontroverse.

Die Hohenzollern-Forderungen im Überblick:

Georg Friedrich Prinz von Preußen, als Nachfahre des letzten deutschen Kaisers und Oberhaupt der Hohenzollern, fordert vom deutschen Staat die Rückgabe von bedeutenden Wertgegenständen. Dazu gehören Kunstwerke, Wertpapiere und Kronjuwelen. Zusätzlich verlangt er kostenloses Wohnrecht auf verschiedenen Schlössern. Die rechtliche Grundlage für diese Forderungen bildet das Entschädigungsgesetz von 1994, welches besagt, dass solche Besitztümer den Hohenzollern zustehen, solange kein Familienmitglied dem Nationalsozialismus „erheblichen Vorschub“ geleistet hat.

Die Rolle von Kronprinz Wilhelm:

Eine der zentralen Fragen in den Verhandlungen ist die Rolle von Kronprinz Wilhelm im Kontext des nationalsozialistischen Systems. Vier Gutachten verschiedener Historiker wurden dazu erstellt, um Klarheit zu schaffen. Die Historiker sind sich uneinig: Während einige betonen, dass Kronprinz Wilhelm aktiv gegen das NS-Regime agierte, behaupten andere, dass er erheblich zum Aufstieg der NSDAP beigetragen hat.

  1. Gutachten Prof. Christopher Clark: Betont die Unfähigkeit des Kronprinzen, effektiv im politischen Umfeld zu handeln.
  2. Gutachten Dr. Wolfram Pyta: Unterstreicht die aktive Ablehnung des NS-Systems durch Kronprinz Wilhelm und seine Nähe zu Widerstandsnetzwerken.
  3. Gutachten Prof. Dr. Peter Brandt: Sieht einen erheblichen Beitrag von Kronprinz Wilhelm zum Aufstieg der NSDAP.
  4. Gutachten Dr. Stephan Malinowski: Beschreibt, dass Kronprinz Wilhelm erheblich zum Aufbau und zur Festigung des NS-Regimes beigetragen hat.

Die Uneinigkeit der Gutachten spiegelt sich in den Verhandlungen wider und wirft die Frage auf, ob die Hohenzollern tatsächlich einen Anspruch auf die geforderten Besitztümer haben.

Die Seminaraufgabe zur rechtsstaatlich gedeckten Enteignung:

Im Rahmen der Verhandlungen wird auch die Möglichkeit einer rechtsstaatlich gedeckten Enteignung der Hohenzollern diskutiert. Die Seminaraufgabe befasst sich mit der Frage, welche juristischen und politischen Instrumente die Bundesregierung anwenden kann, um nicht nur die Forderungen abzuwehren, sondern auch Reparationszahlungen oder Enteignungen durchzusetzen.

Weitere Aspekte und Rechercheaufgaben:

Die Kontroverse um die Hohenzollern-Forderungen geht über die nationalen Grenzen hinaus. Rechercheaufgaben befassen sich unter anderem mit der Möglichkeit von Pfändungen in anderen Ländern, Klagen nach dem Alien Tort Claims Act in den USA, und der Verantwortlichkeit der Hohenzollern in historischen Kontexten wie dem Genozid in Deutsch-Südwestafrika.

Fazit:

Die Auseinandersetzung zwischen den Hohenzollern und der Bundesregierung ist komplex und berührt sowohl historische als auch juristische Aspekte. Die Gutachten der Historiker sind Schlüsselkomponenten in den Verhandlungen und zeigen, dass die Frage der Verantwortlichkeit von Kronprinz Wilhelm weiterhin umstritten ist. Die Seminaraufgabe zur rechtsstaatlich gedeckten Enteignung verdeutlicht, dass die Bundesregierung verschiedene Wege prüft, um mit den Forderungen der Hohenzollern umzugehen.

Quelle: http://hohenzollern.lol/

Sexuelle Gewalt in der Evangelischen Kirche – Eine umfassende Analyse

Sexuelle Gewalt ist in der evangelischen Kirche deutlich präsenter als bisher angenommen. Eine von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Auftrag gegebene Studie, die als „ForuM“-Studie bekannt ist, wirft ein schockierendes Licht auf das Ausmaß von sexualisierter Gewalt in der Kirche und Diakonie. Die Studie, die im Jahr 2020 initiiert und finanziert wurde, sollte typisch evangelische Strukturen analysieren, die Gewalt und Machtmissbrauch begünstigen.

Die erschütternden Zahlen: Mindestens 2200 Missbrauchsopfer in der Evangelischen Kirche

Die Forscher haben in den untersuchten Disziplinarakten mindestens 2225 Betroffene und 1259 mutmaßliche Täter identifiziert. Die amtierende Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, zeigte sich tief erschüttert von diesem Gesamtbild. Sie betonte, dass die Kirche in Demut die Studie annimmt und sich als Institution schuldig gemacht habe. Kritisiert wurde insbesondere, dass die Kirchen Vereinbarungen nicht eingehalten hätten, indem sie nicht alle Akten zur Verfügung stellten.

Das wahre Ausmaß: „Spitze der Spitze des Eisbergs“

Die Forscher betonen, dass die identifizierten Zahlen lediglich die „Spitze der Spitze des Eisbergs“ darstellen. In einer Hochrechnung, die mit großer Vorsicht betrachtet werden muss, ergibt sich eine beunruhigende Schätzung von knapp 3500 Beschuldigten und mehr als 9300 Opfern, wenn man die Ergebnisse auf die gesamte evangelische Kirche in Deutschland hochrechnet. Diese Zahlen zeigen, dass das tatsächliche Ausmaß von sexueller Gewalt möglicherweise weit höher ist als bisher angenommen.

Kritik an der Aufarbeitung und Forderungen nach staatlichem Handeln

Die „ForuM“-Studie legt offen, dass die evangelische Kirche in der Vergangenheit eine reaktive Aufarbeitung betrieben hat und oft nicht von sich aus aktiv wurde. Kritiker bemängeln die föderale Aufteilung in Landeskirchen, die Verantwortung verschleiert und einheitliche Standards erschwert. Auch die besondere Stellung der evangelischen Pfarrer als Autoritätspersonen begünstigte Missbrauch.

Betroffene mahnen an, dass die Kirche nicht ausreichend in der Lage sei, die Fälle umfassend aufzuarbeiten. Sie fordern eine verstärkte Einbeziehung des Staates, externe Fachleute und Beschwerdestellen. Die amtierende EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs entschuldigte sich bei den Betroffenen und betonte, dass die Bitte um Entschuldigung nur glaubwürdig sein könne, wenn die Kirche entschlossen weitere Veränderungsmaßnahmen auf den Weg bringt.

Vergleich mit der katholischen Kirche und Ausblick

Die „ForuM“-Studie kann nicht direkt mit der MHG-Studie der katholischen Kirche verglichen werden. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Datengrundlage und der Untersuchungsrahmen unterschiedlich sind. Die Zahlen legen jedoch nahe, dass sexuelle Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie ein ernstzunehmendes Problem ist, das eingehend angegangen werden muss.

Die Veröffentlichung der „ForuM“-Studie markiert einen Wendepunkt in der Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt in der evangelischen Kirche. Nun liegt es an der Kirche und dem Staat, gemeinsam entschlossen weitere Schritte zur Aufarbeitung und Prävention zu unternehmen.

https://www.forum-studie.de/

Ring beendet Zusammenarbeit mit der Polizei: Neuer Fokus auf Datenschutz und Community

Ring, das von Amazon betriebene Unternehmen für intelligente Türklingeln, nimmt einen bedeutenden Schritt in Richtung Datenschutz und Transparenz. In einer Ankündigung wurde bekannt gegeben, dass Ring die Funktion „Request for Assistance“ in seiner Neighbors-App einstellen wird. Diese Funktion ermöglichte es der örtlichen Polizei, Nutzer um Türklingel-Aufnahmen zu bitten, die in der Nähe einer laufenden Untersuchung aufgezeichnet wurden.

Ab sofort müssen Polizeibehörden in den meisten Fällen einen richterlichen Beschluss einholen, um auf Videoaufzeichnungen von Ring-Nutzern zugreifen zu können. Dieser Schritt scheint auf den ersten Blick positiv, könnte jedoch die Transparenz des Anforderungsprozesses beeinträchtigen. Ring wird jedoch weiterhin in „Notfällen“ Clips an die Polizei liefern, ohne dass ein richterlicher Beschluss erforderlich ist. Dies beinhaltet Situationen, in denen eine unmittelbare Gefahr für Leben oder schwere körperliche Verletzungen besteht, wie etwa bei Entführungen oder versuchten Morden.

Amazon-Sprecherin Yassi Yarger betonte, dass solche „Notfallanfragen von geschulten Fachleuten überprüft werden, die Informationen nur preisgeben, wenn der rechtliche Standard erfüllt ist“. Dies bedeutet, dass die Polizei in Notfällen immer noch auf Aufnahmen zugreifen kann, ohne einen richterlichen Beschluss oder die Zustimmung des Nutzers einzuholen. Ähnlich verhält es sich bei Google, das in Notfällen ebenfalls auf Aufnahmen von Nest-Geräten zugreifen kann, ohne einen richterlichen Beschluss zu benötigen.

Ring stand bereits in der Vergangenheit aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden in der Kritik. Frühere Berichte zeigten, dass Ring mit der Polizei kooperierte, um Nutzer dazu zu bewegen, ihre Sicherheitsaufnahmen freiwillig zu teilen. Die Partnerschaft ermöglichte es Hunderten von Polizeibehörden, gezielt Aufnahmen von bestimmten Ring-Nutzern anzufordern. 2021 änderte Ring seine Politik dahingehend, dass Polizeibehörden Aufnahmen öffentlich über die Neighbors-App von Nutzern in einem bestimmten Gebiet anfordern müssen, anstatt Einzelpersonen privat zu kontaktieren.

Matthew Guariglia, Senior Policy Analyst bei der Electronic Frontier Foundation, äußerte sich zuversichtlich: „Jetzt wird Ring hoffentlich vollständig aus dem Geschäft mit informellen und richterlichen Anfragen von Strafverfolgungsbehörden an seine Nutzer herauskommen.“ Gleichzeitig äußerte er jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit von Strafverfolgungsbehörden und Ring, zu bestimmen, was als Notfall gilt und eine Herausgabe von Aufnahmen ohne richterlichen Beschluss oder Zustimmung des Nutzers rechtfertigt.

Neben der Einstellung der Funktion „Request for Assistance“ führt Ring auch neue Features in seiner Neighbors-App ein. Dazu gehört eine Kategorie namens „Ring Moments“, die es Nutzern ermöglicht, mehr als nur Clips zu Kriminalität und Sicherheit zu teilen. Des Weiteren wird ein „Best of Ring“ Feed eingeführt, der die App wie eine aufdringlichere Version von TikTok aussehen lassen könnte, da er eine „kuratierte Auswahl“ von Ring-Videos bietet, die durchgescrollt werden können. Es bleibt unklar, wie Amazon diese Videos auswählt, obwohl Nutzer die Möglichkeit haben, sich dagegen zu entscheiden.

Diese Entscheidung von Ring, die Zusammenarbeit mit der Polizei zu überdenken und den Fokus auf Datenschutz und Gemeinschaft zu legen, spiegelt einen breiteren Trend wider. Auch Google kündigte kürzlich an, den Zugang von Strafverfolgungsbehörden zu Standortdaten seiner Nutzer einzuschränken. Datenschutzorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation haben Ring schon lange kritisiert und ihm vorgeworfen, ein Überwachungsnetzwerk für Wohngebiete bereitzustellen, das auf Anfrage für Strafverfolgungsbehörden verfügbar ist.

Neuigkeiten von Twitch: Aktualisierte Auszahlungsprogramme für Streamerinnen und Streamer

Datum: 24. Januar 2024

Twitch hat heute wichtige Aktualisierungen zu den Auszahlungsprogrammen für Streamerinnen und Streamer bekannt gegeben. Diese Änderungen basieren auf dem Feedback und den Entwicklungen des vergangenen Jahres, mit dem Ziel, ein nachhaltiges und transparentes Einnahmemodell zu schaffen, das die Kreativen auf der Plattform angemessen belohnt. Hier sind die drei wichtigsten Neuerungen:

1. Erweiterung des Partner-Plus-Programms: Im Oktober 2023 wurde das Partner-Plus-Programm eingeführt, um Streamerinnen und Streamern eine verbesserte Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen durch bezahlte und Geschenk-Abonnements zu ermöglichen. Ab dem 1. Mai wird das Programm erweitert:

  • Eine neue Stufe wird hinzugefügt: Streamer und Streamerinnen, die drei Monate in Folge mindestens 100 Plus-Punkte vorweisen können, qualifizieren sich für eine Umsatzbeteiligung von 60/40 an den Nettoeinnahmen durch bezahlte und Geschenk-Abonnements ihres Kanals.
  • Die Mindestanzahl von Plus-Punkten für eine Umsatzbeteiligung von 70/30 wird von 350 auf 300 reduziert.
  • Affiliates haben nun ebenfalls die Möglichkeit, sich für das Programm zu qualifizieren, da die Anforderungen gesenkt wurden. Das Programm wird nach den Änderungen im Mai in „Plus-Programm“ umbenannt.
StufeUmsatzbeteiligungMindestanforderung
160/40100 Plus-Punkte
270/30300 Plus-Punkte

Durch diese Erweiterung profitieren dreimal so viele Streamerinnen und Streamer von der Premium-Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen. Weitere Details sind auf der Hilfe-Seite von Twitch verfügbar.

2. Abschaffung der Obergrenze von 100.000 USD: Die bisherige Obergrenze von 100.000 USD für die 70/30-Umsatzbeteiligung an den Nettoeinnahmen entfällt ab sofort. Dies gilt für alle Streamer und Streamerinnen, einschließlich der Teilnehmenden des Partner-Plus-Programms.

3. Änderungen des Auszahlungsmodells für Prime Gaming-Abonnements: Ab dem 3. Juni 2024 wird das Auszahlungsmodell für Prime Gaming-Abonnements geändert. Es wird zu einem Modell mit festen Raten für Abonnentinnen und Abonnenten basierend auf ihrem Wohnsitzland wechseln. Diese Änderung betrifft nur Prime Gaming-Abonnements und soll langfristig die Nachhaltigkeit dieses Vorteils gewährleisten.

Für detaillierte Informationen zu den festen Raten und weiteren Einzelheiten verweisen wir auf die offizielle Mitteilung von Twitch.

Insgesamt sind diese Anpassungen darauf ausgerichtet, ein transparentes Rahmenwerk für die Umsatzbeteiligung zu schaffen, das den finanziellen Erfolg von Streamerinnen und Streamern besser kalkulierbar macht. Wir empfehlen, die offizielle Mitteilung von Twitch für weitere Einzelheiten zu konsultieren.

Wir danken für euer Verständnis und stehen für etwaige Fragen zur Verfügung.

https://blog.twitch.tv/de-de/2024/01/24/an-update-to-several-streamer-payout-pro

Kontroverse um Rechtsextremismus-Vorwurf: Verhandlung im Gegenrechtsschutz-Fall

Ein Bautzner Unternehmer, Jörg Drews, hat Klage gegen das Recherchekollektiv 15°Research eingereicht, da er sich in einem Bericht als „extrem rechts“ bezeichnet sieht. Die Organisation FragDenStaat unterstützt diese Verhandlung, die exemplarisch für Einschüchterungsklagen steht, welche den öffentlichen Diskurs beschränken sollen.

Die Verhandlung, geleitet von einem Richter, der betont, seit Jahren nicht mehr Mitglied der AfD zu sein, befasst sich mit Vorwürfen gegen Drews. Der Bericht wirft dem Geschäftsführer von „Hentschke Bau“ Verbindungen zu rechtsextremen Medien, Spenden an die AfD und rassistische Äußerungen im Firmenpausenraum vor.

Auf der Anklagebank sitzt Silvio Lang, Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) in Sachsen. Lang ist laut Impressum für den Bericht verantwortlich, der gemeinsam mit dem Else-Frenkel-Brunswik-Institut für Demokratieforschung veröffentlicht wurde.

Die Kernvorwürfe drehen sich um Drews‘ Finanzierung des Senders Ostsachsen.TV, der laut dem Bericht eine Plattform für extreme Rechte bietet, sowie um seine Spende an die AfD. Der Recherchebericht zitiert auch rassistische Äußerungen im Pausenraum von „Hentschke Bau“. Drews gesteht die AfD-Spende, bestreitet jedoch die pauschale Einstufung als „extrem rechts“.

Drews‘ Anwalt, aus der Kanzlei Höcker, bezeichnet die Darstellung als einseitig und unvollständig. Insbesondere bestreitet er die rassistischen Äußerungen im Pausenraum und führt Zeugen an, die diese nicht bestätigen können. Das Gericht ruft auch einen Zeugen des Rechercheteams auf, der die Aussagen der Mitarbeiterin im Pausenraum bestätigt.

Die Verhandlung beleuchtet auch Drews‘ frühere rechtliche Auseinandersetzungen, darunter eine Klage gegen Äußerungen über seine angebliche „Reichsbürgerei“. Ein Twitter-Beitrag wurde damals als zulässig eingestuft.

Die Entscheidung des Gerichts über die Klage gegen den VVN-BdA steht noch aus und wird am 5. April verkündet. Die Verhandlung wirft wichtige Fragen darüber auf, wie der öffentliche Diskurs in Bezug auf Rechtsextremismus geführt und rechtlich bewertet wird.

Verurteilung im Fall Breachforums: Admin erhält 20 Jahre auf Bewährung

Ein US-Gericht hat Conor Brian Fitzpatrick, den Administrator des im Jahr 2023 abgeschalteten Hackerforums Breachforums, zu einer 20-jährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Das einst prominente Forum war ein bedeutender Marktplatz für den Handel mit persönlichen Daten.

Gemäß dem Bericht von Bleeping Computer wird Fitzpatrick die ersten zwei Jahre seiner Strafe unter Hausarrest verbringen, überwacht durch ein GPS-Ortungsgerät. In dieser Zeit ist er verpflichtet, sich einer psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Zusätzlich ist ihm im ersten Jahr jegliche Internetnutzung untersagt, und er muss die Installation von Überwachungssoftware auf seinem Computer akzeptieren.

Die Verurteilung resultiert aus Fitzpatricks Betrieb des Hackerforums Breachforums, das persönliche Daten von Millionen von Menschen weltweit veröffentlichte und verkaufte, darunter Daten von Twitter und Duolingo. Fitzpatrick, auch unter dem Alias “Pompompurin” bekannt, war selbst in Cyberangriffe verwickelt, sammelte Nutzerdaten und bot sie zum Verkauf an.

Breachforums, auch als Breached bekannt, wurde im März 2023 vom FBI abgeschaltet, nachdem Fitzpatrick festgenommen wurde. Das Gericht fordert von ihm eine Entschädigung für die Opfer, die jedoch zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt wird. Die Bewährungsauflagen für Fitzpatrick schließen auch nach dem ersten Jahr Internetbeschränkungen und Einschränkungen im Handel mit Gegenständen für andere Personen oder Organisationen ein.