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Satire oder Realität? „ANTIFAmily“-Karte von Hooligans Gegen Satzbau sorgt für Aufsehen

In einer skurrilen Wendung haben die Internet-AktivistInnen von Hooligans Gegen Satzbau eine „ANTIFAmily“-Karte© vorgestellt, die angeblich auf ihrer Website zum Verkauf steht. Die Karte, die wie eine Punkte-Sammel-Karte gestaltet ist, verspricht verschiedene „Vorteile“ für vermeintliche „ANTIFA-Mitglieder“.

Die satirische Karte soll laut der Website des AktivistInnen-Kollektivs folgende „Leistungen“ bieten:

  • „Zahl’s zurück“-Punkte sammeln für vergünstigte Flugmineralien und Distanzbrennstoffe.
  • Bargeldlos bezahlen (anschreiben).
  • Mit der Ohne-Vollkontakt-Funktion das Kantholz schwingen.
  • Demogeld nach Antifawaltungsrecht sofort digital erhalten.
  • Vergünstigungen auf Speisen und Getränke in führenden Schnellrestaurants genießen.
  • Monatliche Bekleidungsgutscheine für schwarze Textilien einlösen.
  • Exklusive Reisemöglichkeiten zu Demonstrationen und Konzerten international nutzen.
  • Persönliches Genussmittelpaket inklusive kassenärztlicher Verordnung erhalten.
  • Den ÖPNV kostenfrei nutzen (Schwarzfahren).

Die AktivistInnen betonen, dass es sich bei all diesen „Vorteilen“ um einen Scherz handelt und fügen hinzu: „ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR. ANGEBOTE NUR GÜLTIG, WENN DIE/DER POTENTIELLE(N) VERTRAGSPARTNERINNEN EBENFALLS BESITZERINNEN EINER SOLCHEN KARTE IST/SIND UND/ODER LUST DAZU HAT/HABEN. #HOGESATZBAU SIND KEIN VERTRAGSPARTNER*INNEN.“

Die Karte parodiert rechte Verschwörungstheorien, die behaupten, dass AntifaschistInnen von einer imaginären Organisation namens „Antifa“ bezahlt werden, um gegen Nazis zu demonstrieren. Die satirische Aktion zielt darauf ab, die Absurdität solcher Behauptungen auf humorvolle Weise zu entlarven.

Überraschenderweise fließt ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Karte in Höhe von 50 Cent pro Karte an EXIT-Deutschland, eine Organisation, die sich für den Ausstieg von Rechtsextremisten aus der Szene einsetzt.

Die Aktion sorgt für Aufsehen und setzt ein humorvolles Zeichen gegen rechte Fake News.

Link: https://www.cottonclub-berlin.de/produkt/antifamily-card

Sicherheitsleck bei Mercedes: Github-Token ermöglichte unbefugten Zugriff auf interne Daten und Sourcecode



Sicherheitsforscher von RedHunt Labs haben ein potenziell schwerwiegendes Sicherheitsleck bei Mercedes Benz entdeckt. Ein Github-Token, das offenbar versehentlich öffentlich zugänglich war, gewährte uneingeschränkten Zugriff auf interne Informationen des Autoherstellers, einschließlich sensibler Daten wie API-Schlüssel, Cloud-Schlüssel, Blaupausen, Passwörter und Sourcecode.

Der Vorfall wurde bei einem Routine-Scan im September 2023 in einem öffentlich zugänglichen Github-Repository entdeckt. Ein Github-Token dient als Alternative zu einem Passwort und ermöglicht den Zugriff auf bestimmte Dienste. In diesem Fall gestattete der Token unbefugten und unbeobachteten Zugriff auf die Github-Website von Mercedes Benz.

Ob tatsächlich unbefugte Zugriffe stattgefunden haben, ist bisher nicht bekannt. Ein Sprecher von Mercedes bestätigte den Vorfall gegenüber TechCrunch und teilte mit, dass der betroffene Token inzwischen seine Gültigkeit verloren hat, sodass eine Anmeldung nicht mehr möglich ist. Das entsprechende Repository wurde ebenfalls nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht.

Die Sicherheitsforscher betonen, dass auf der Github-Website von Mercedes sensible interne Daten gespeichert waren. Dazu gehören API- und Cloud-Schlüssel, Blaupausen, Passwörter und Sourcecode. Ein potenzieller Fremdzugriff auf Blaupausen und Sourcecode könnte schwerwiegende Konsequenzen für den Autohersteller haben.

Es ist derzeit unklar, ob auch Kundendaten von dem Sicherheitsleck betroffen sind. Mercedes gibt an, den Vorfall weiter zu untersuchen und gegebenenfalls zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Bundesbank warnt vor Anstieg von Falschgeld: Fast 30% mehr gefälschte Banknoten in Deutschland

Die Bundesbank vermeldet einen drastischen Anstieg von gefälschten Banknoten im Jahr 2023. Insgesamt wurden knapp 56.600 falsche Euro-Banknoten entdeckt, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von über 28% entspricht. Besonders auffällig waren größere Betrugsfälle, hauptsächlich mit gefälschten 200- und 500-Euro-Banknoten.

Bundesbankvorstand Burkhard Balz betont, dass trotz des Anstiegs das Risiko für Normalbürger, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, nach wie vor gering sei. Im Durchschnitt entfielen im Jahr 2023 in Deutschland sieben gefälschte Banknoten auf 10.000 Einwohner. Balz vergleicht diese Zahlen mit dem Allzeithoch von 2015, als 95.400 gefälschte Banknoten entdeckt wurden.

Die Schadenssumme durch Falschgeld stieg im Jahr 2023 um beeindruckende 90%, hauptsächlich aufgrund betrügerischer Geschäfte mit Luxuswaren. Der Schaden verdoppelte sich nahezu von 2,7 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 5,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Die Bundesbank empfiehlt, verdächtige Banknoten nach dem Prinzip „Fühlen, sehen, kippen“ zu überprüfen. Dies beinhaltet das Erfühlen des griffigen Banknotenpapiers, das Erkennen des Wasserzeichens im unbedruckten Bereich gegen das Licht und das Beobachten von Veränderungen in den Hologramm-Elementen beim Kippen der Banknote. Die Europäische Zentralbank (EZB) plant, im Jahr 2029 fälschungssicherere Banknoten einzuführen.

Neben gefälschten Banknoten gab es auch einen signifikanten Anstieg bei gefälschten Münzen. Fast 115.900 gefälschte Münzen wurden 2023 aus dem Verkehr gezogen, verglichen mit knapp 73.400 im Vorjahr. Die Bundesbank führt dies auf Unternehmen zurück, die über einen längeren Zeitraum verdächtiges Hartgeld gesammelt und erst im letzten Jahr bei der Bundesbank eingereicht haben. In Europa insgesamt stieg die Zahl der sichergestellten Euro-Blüten im Jahr 2023 um 24,2% auf 467.000, und das Schadensvolumen erhöhte sich von 21,5 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro im Jahresvergleich.

Kann hier jemand Windows 3.11? – Die Welt der Legacy-Software

In einer ungewöhnlichen Stellenanzeige sucht die Deutsche Bahn nach Experten für Windows 3.11, einem Betriebssystem, das im Februar 1994 veröffentlicht wurde und nun fast 30 Jahre alt ist. Die gesuchten Fachleute sollen sich um die Anzeigesysteme in Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen kümmern, die nach wie vor auf diesem betagten Betriebssystem basieren.

Die Notwendigkeit, nach Fachleuten für veraltete Software zu suchen, wirft einen Blick auf die Herausforderungen, denen Unternehmen in verschiedenen Branchen gegenüberstehen. In vielen Bereichen, von der Bahnindustrie bis hin zu Banken und Versicherungen, sind Systeme im Einsatz, die von Jüngeren oft nicht mehr bekannt sind. Ein ICE ist kein kurzlebiges Produkt, sondern soll über Jahrzehnte seinen Dienst tun, und das spiegelt sich in den eingesetzten Betriebssystemen wider.

Besonders Banken und Versicherungen tragen eine beträchtliche Menge sogenannter Legacy-Software mit sich herum. Viele ihrer zentralen Systeme laufen auf einer jahrzehntealten Software, die in Cobol geschrieben wurde, einer Programmiersprache, die Ende der 1950er-Jahre entwickelt wurde. Das Hauptproblem besteht nicht darin, Menschen zu finden, die diese veraltete Sprache beherrschen können, sondern darin, dass damit bestimmte moderne Funktionen wie datenbasierte personalisierte Services, Datenanalyse und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht möglich sind.

Die Ablösung alter Systeme gestaltet sich oft schwierig, da sie häufig erst verschwinden, wenn auch die darunterliegende Hardware ausgemustert wird. Dieses Phänomen zeigt sich beispielsweise in Atomkraftwerken in Deutschland, die lange Zeit noch mit Windows XP betrieben wurden. Auch in der Luftfahrtbranche sind viele Flugzeuge auf veralteter Software angewiesen, und Software-Updates werden teilweise noch per Diskette eingespielt.

Trotz der potenziellen Sicherheitsrisiken von veralteter Betriebssoftware wird oft nach dem Prinzip „Never change a running system“ verfahren, da eine Umstellung auf modernere Systeme eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich bringt, einschließlich neuer Genehmigungsverfahren, die sich über Jahre hinziehen können.

Die Schwierigkeiten bei der Umstellung von IT-Systemen wurden zuletzt bei der Postbank deutlich, als die Umstellung auf neue IT-Systeme im Jahr 2023 zu erheblichen Problemen führte und zahlreiche Kunden sich bei der Finanzaufsicht beschwerten. Die Vorfälle verdeutlichen die Komplexität und Risiken, die mit dem Übergang von Legacy-Software zu modernen Systemen verbunden sind.

Deutsche Bahn sucht Admin für Windows 3.11 for Workgroups

In einer überraschenden Stellenanzeige sorgte die Deutsche Bahn für Aufsehen, als sie nach Administratoren für das betagte Betriebssystem Windows 3.11 for Workgroups suchte. Dieses System feiert in wenigen Tagen seinen 30. Geburtstag, da es im Februar 1994 erstmals veröffentlicht wurde. Die Ausschreibung, die inzwischen vom Netz genommen wurde, wurde als „Remote“-Position angeboten, was die Nutzung von Windows 3.11 for Workgroups für den Fernzugriff erklärt.

Die Stellenausschreibung bezog sich auf die Aktualisierung von Treibern und die Pflege des veralteten Systems. Die Bewerber sollten Kenntnisse in Windows 3.11 und den „Legacy-Betriebssystemen und Windows-Managern (insbesondere MS DOS und Windows for Workgroups)“ haben. Die Formulierung der Anzeige war möglicherweise etwas unglücklich und könnte auf den Einsatz von KI bei der Texterstellung hinweisen, was vielleicht auch den Rückzug der Anzeige erklärt.

Die Deutsche Bahn betonte, dass die Ergebnisse der Arbeit hochwertige Display-Software sein sollten, deren Schnittstellen zur Fahrzeugsteuerung reibungslos funktionieren. Dies ist besonders wichtig für die Anzeigesysteme in den Führerständen von Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen, die dem Fahrer in Echtzeit wichtige technische Daten anzeigen.

Trotz der ungewöhnlichen Anforderungen könnte die Stellenanzeige auf die langen Lebenszyklen von Systemen in der Bahnindustrie hinweisen. Neue Entwicklungen und Aktualisierungen erfolgen oft mit erheblichem Vorlauf. Die Stellenanzeige erwähnte jedoch nicht im Detail, welche Art von Pflege die veralteten Systeme benötigen würden. Es bleibt unklar, ob die Bahn möglicherweise Wartungsverträge mit den Hardware-Anbietern von damals hat, um die Softwarepflege über viele Jahrzehnte zu sichern.

Die Anforderungen an die Bewerber schlossen auch Kenntnisse von Systemen der Deutschen Bahn wie Sibas (Siemens Bahn Automatisierungs System) ein, sowie Erfahrung mit bildgebenden Systemen oder im Bahnbereich. Die Bahn ist bekannt dafür, Systeme viele Jahrzehnte im Einsatz zu halten, was sich stark von den üblichen Produkt-Lebenszyklen unterscheidet.

Für diejenigen, die sich nach einer Reise ins Jahr 1993 sehnen und Windows 3.11 for Workgroups wieder erleben möchten, bietet das Internet Archive eine im Browser lauffähige Version dieses historischen Betriebssystems an.

Offenlegung der Gehälter bei ZDF-Stars: Markus Lanz und Kollegen im Fokus

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, allen voran das ZDF, sieht sich mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Inmitten der Diskussion über eine mögliche Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags aufgrund steigender Kosten, enthüllt ein Medienbericht der „Welt am Sonntag“ die Gehaltsstrukturen einiger bekannter ZDF-Moderatoren. Die Veröffentlichung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Sender sparen und zugleich seine Finanzsituation verbessern muss.

Die derzeitige Debatte über die Beitragshöhe wird darüber entscheiden, ob die monatlichen Gebühren von 18,36 Euro auf 18,94 Euro steigen werden. Die Expertenkommission schlägt eine Erhöhung um 58 Cent vor. Diese Entscheidung obliegt den Ländern und könnte ab 2025 in Kraft treten.

Der Bericht der „Welt am Sonntag“ beleuchtet die Gehälter im ZDF, das mit jährlichen Finanzmitteln von etwa zehn Milliarden Euro einen beträchtlichen Beitrag aus dem Rundfunkbeitrag erhält. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Liste aus der Sender-Zentrale in Mainz, datiert auf März des vorangegangenen Jahres.

Bisher waren außer dem Intendantengehalt keine Informationen über die Gehälter der ZDF-Stars öffentlich bekannt. Laut dem Bericht verdient Markus Lanz am meisten im ZDF, gefolgt von weiteren prominenten Moderatoren. Hier sind einige der enthüllten Jahresgehälter:

  • Markus Lanz: 1,9 Millionen Euro
  • Horst Lichter: 1,7 Millionen Euro
  • Oliver Welke: 1,18 Millionen Euro
  • Jan Böhmermann: 682.000 Euro (brutto)
  • Johannes B. Kerner: 630.000 Euro
  • Maybrit Illner: 480.000 Euro (brutto)
  • Andrea Kiewel: 400.000 Euro
  • Marietta Slomka: 393.750 Euro (brutto)
  • Rudi Cerne: 382.000 Euro (brutto)
  • Christian Sievers: 350.000 Euro (brutto)
  • Mai Thi Nguyen-Kim: 349.000 Euro
  • Giovanni Zarella: 300.000 Euro

Der Bericht macht dabei eine Unterscheidung zwischen den Honoraren von Markus Lanz, Oliver Welke und anderen, bei denen die Mehrwertsteuer bereits enthalten ist, und den Brutto-Vereinbarungen von Böhmermann oder Cerne. Das ZDF hat diese Zahlen nicht kommentiert und betont, dass alle genannten Personen „freie Mitarbeitende“ sind, zu deren finanziellen Verdiensten aus Datenschutzgründen keine Angaben gemacht werden können.

Trotz fehlender Bestätigung erscheinen die genannten Zahlen plausibel, insbesondere in Anbetracht der herausragenden Bedeutung von „Markus Lanz“ für das ZDF. Mit über 130 Sendungen pro Jahr stellt der Talkmaster einen bedeutenden Beitrag zum Programm dar, was sich auch in seinem Honorar im Vergleich zu anderen Moderatoren widerspiegelt.

Thorn und die Chatkontrolle: Eine umstrittene Lobbyarbeit für Verschlüsselung

Die Organisation Thorn, unter der Schirmherrschaft von Ashton Kutcher, war von Anfang an an der Entstehung der Chatkontrolle-Verordnung beteiligt. Neue Erkenntnisse legen offen, wie Thorn die EU-Kommission lobbyierte und dabei nicht nur den Kampf gegen Kindesmissbrauch, sondern auch breitere Anwendungen der Chatkontrolle ins Spiel brachte.

Die Recherche von „Follow The Money“ enthüllt, dass Thorn der EU-Kommission frühzeitig aufzeigte, dass die Chatkontrolle nicht nur auf den Bereich Kindesmissbrauch beschränkt sein könnte. Thorn, dessen Struktur eher an ein Startup als an eine Wohltätigkeitsorganisation erinnert, spielte eine entscheidende Rolle bei den Plänen zur Chatkontrolle und pflegte enge Beziehungen zur EU-Innenkommissarin Ylva Johansson.

Ein Dokument, das im Rahmen einer Recherche über das schwedische Informationsfreiheitsgesetz ans Licht kam, zeigt, dass Thorn bei seiner Lobbyarbeit nicht nur die Erkennung von Kindesmissbrauchsmaterial im Blick hatte, sondern eine umfassendere Nutzung vorschlug. In dem Dokument heißt es:

„Bei den Überlegungen zur Regulierung oder Gesetzgebung im Bereich der Verschlüsselung sollte man sich nicht nur auf die CSAM konzentrieren. Lösungen für die Erkennung in verschlüsselten Umgebungen sind viel umfassender als ein einzelnes Verbrechen, und jede Regulierung oder Gesetzgebung sollte den gesamten Umfang des Themas berücksichtigen, um das Problem vollständig anzugehen.“

Diese erweiterte Nutzung der Chatkontrolle-Daten wurde auch von Europol gefordert. Andere Dokumente enthüllten im vergangenen November, dass der Sicherheitsapparat von Anfang an maßgeblich an der Gestaltung der Chatkontrolle-Gesetzgebung beteiligt war.

Der ehemalige Journalist von netzpolitik.org, Alexander Fanta, betont in der Recherche, dass die Software von Thorn „weit davon entfernt“ sei, ein technisches Allheilmittel zu sein. Sie identifiziere Bilder fälschlicherweise als kindermissbräuchliche Inhalte. Zudem zeigten die Dokumente, dass Thorn angeblich technische Optionen für die Chatkontrolle vorstellte, die derzeit technisch noch nicht umsetzbar sind – eine Information, die die EU-Kommission unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse von Thorn nicht freigab.

Der EU-Abgeordnete der Piraten, Patrick Breyer, kritisiert die Zurückhaltung der Kommission bei der Offenlegung von Beweisdokumenten in diesem Skandal und betont, dass die Lobbydokumente von Thorn keine Geschäftsgeheimnisse enthalten, sondern aufgrund ihrer für die Überwachungspläne der Kommission unbequemen Inhalte vertuscht wurden.

Die ZDF-Dokumentation über Ashton Kutcher und die Chatkontrolle wirft einen kritischen Blick auf die Entstehung und Rolle von Thorn in dieser Debatte. Die Doku beleuchtet, wie Kutcher seine Prominenz nutzte, um für die Überwachungspläne zu werben, und thematisiert die bereits bestehende Software von Thorn, die heute schon zur Erkennung von Kindesmissbrauchsmaterial eingesetzt wird.

Aktuell stockt das Gesetzesvorhaben, da das Parlament weitreichende Einschränkungen beschlossen hat und der Rat der Länder uneins über seine Position ist. Die EU-Kommission hat vor der EU-Wahl im Juni eine Verlängerung der freiwilligen Chatkontrolle auf den Weg gebracht.

Ransomware-Bedrohung im Gesundheitswesen: Auswirkungen auf Patientenmortalität

Cyberangriffe auf Krankenhäuser nehmen zu und könnten laut ersten Untersuchungen in den USA die Sterblichkeit von Patienten beeinflussen. Die beunruhigenden Erkenntnisse verdeutlichen die ernsten Konsequenzen von Ransomware-Angriffen auf die Gesundheitsversorgung.

Im Jahr 2020 ereignete sich in Düsseldorf ein exemplarischer Vorfall, der die drastischen Auswirkungen verdeutlicht: Ein Ransomware-Angriff auf das Universitätsklinikum führte dazu, dass ein Rettungswagen eine lebensbedrohlich erkrankte Frau zu einem weit entfernten Krankenhaus umleiten musste. Kurz nach der Ankunft verstarb die Patientin. Die Ermittlungen zu diesem Vorfall zeigten die Schwierigkeiten bei der juristischen Zuordnung von Todesfällen zu Cyberangriffen auf.

Weltweit gibt es bisher keinen eindeutigen Nachweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen Ransomware-Angriffen auf Krankenhäuser und Patiententoden. Die Herausforderung besteht darin, einen klaren Zusammenhang zwischen einem Cyberangriff und dem Eintritt von Schäden wie dem Tod eines Patienten nachzuweisen. In Fällen, in denen der Angriff nur indirekte Auswirkungen hat, wie z.B. Verzögerungen bei der Behandlung, fehlt oft der eindeutige kausale Zusammenhang.

Eine Forschungsgruppe der University of Minnesota School of Public Health hat in einer ersten Studie 374 Ransomware-Angriffe auf Einrichtungen im Gesundheitswesen in den USA von 2016 bis 2021 analysiert. Die Ergebnisse zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Angriffe haben sich seit 2016 mehr als verdoppelt.

Die Auswirkungen dieser Angriffe auf die Gesundheitsversorgung können von Ausfällen administrativer Systeme bis zur Schließung von Krankenhäusern reichen. In fast der Hälfte der untersuchten Fälle kam es zu Störungen in der Gesundheitsversorgung, darunter Ausfälle elektronischer Systeme, Absagen geplanter Behandlungen und die Umleitung von Rettungswagen.

In einer weiteren Studie betrachteten die Forscher konkret die Patientenversorgung nach einem Ransomware-Angriff. In 74 von 374 Attacken waren insgesamt 163 Krankenhäuser betroffen. Die Patientenversorgung war in diesen Krankenhäusern oft wochenlang beeinträchtigt. In drei von vier Fällen verschlechterte sich die Patientenversorgung, was indirekt die Sterblichkeit erhöhen kann.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Patienten, in einem von Ransomware betroffenen Krankenhaus zu sterben, erhöht sich um 20 bis 35 Prozent. Die Forscher schätzen, dass im Zeitraum von 2016 bis 2021 zwischen 42 und 67 Patienten aufgrund der Auswirkungen von Ransomware-Angriffen gestorben sein könnten. Die Untersuchung verdeutlicht die drängende Notwendigkeit, Sicherheitsmaßnahmen im

Microsoft kündigt Windows Server 2025 an: Neue Funktionen und Hoffnungen für Server-Admins

Microsoft hat den offiziellen Namen seines kommenden Server-Betriebssystems bekannt gegeben: Windows Server 2025. Die ersten Einblicke in das neue System, zuvor unter dem Arbeitstitel v.Next bekannt, wurden im November 2023 während der Ignite-Konferenz enthüllt. Jeff Woolsey, ein Mitarbeiter von Microsoft, hat nun in einem Blogbeitrag weitere Details und den Namen des Betriebssystems offiziell gemacht.

Interessierte können die Vorabversion des Windows Server 2025 im Windows-Insider-Programm testen. Der aktuelle Build mit der Versionsnummer v.26040 ist verfügbar und zeigt bereits die Bezeichnung Server 2025 in den Systemeigenschaften. Neue Funktionen sollen in regelmäßigen Abständen, etwa alle zwei Wochen, hinzugefügt werden.

Die bisherigen Ankündigungen deuten darauf hin, dass Windows Server 2025 mehr als nur eine Versionsnummeränderung ist. Eine vielversprechende Neuerung ist die Einführung der Funktion „Server Hotpatching“, die bisher nur für Windows Server Datacenter in Azure verfügbar war. Diese Funktion ermöglicht das Einspielen von Sicherheitsupdates im laufenden Betrieb ohne Neustart, was die Schließung von kritischen Sicherheitslücken beschleunigen soll.

Ein weiteres Highlight ist das „Next Generation Active Directory and SMB“. Diese Aktualisierung des zentralen Benutzer-, Gruppen- und Rechnerverwaltungssystems verspricht eine neue Ära für Active Directory, das in den vergangenen Versionen eher geringfügige Veränderungen erfahren hat. Die Erweiterungen sollen nicht nur die Leistung in großen Netzwerken verbessern, sondern auch die Sicherheit durch die Integration von TLS 1.3 für LDAP und neuen Hashfunktionen für Kerberos erhöhen.

Microsoft plant zudem, die Seitengröße der zugrunde liegenden Datenbank von 8k auf 32k umzustellen, was die Leistung in großen Active Directories weiter steigern soll. Diese Änderung wird jedoch nicht automatisch erfolgen, sondern nur auf Anfrage von Domain Controllern, die mit Server 2025 betrieben werden.

In Bezug auf künstliche Intelligenz erwähnt Jeff Woolsey „Hyper-V & AI“. Es bleibt abzuwarten, wie KI in die Virtualisierungsplattform Hyper-V integriert wird. Auf den Wunschzetteln der Administratoren steht laut Woolsey auch „Hyper-V & USB“ hoch im Kurs, da der USB-Support von Hyper-V bisher verbesserungswürdig ist.

Die Ankündigung von Windows Server 2025 weckt Hoffnungen auf substantielle Neuerungen und Verbesserungen, insbesondere für Server-Admins, die außerhalb von Azure arbeiten. Die genauen Details der neuen Funktionen werden im Laufe der weiteren Entwicklung und Tests im Insider-Programm enthüllt.