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Lockbit-Hacker im Visier: Internationale Strafverfolger übernehmen erneut Darknet-Seite

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Behörden und der kriminellen Online-Bande Lockbit geht in die nächste Runde: Internationale Strafverfolger haben erneut die Darknet-Seite der Lockbit-Cybergang übernommen.

Wie bereits im Februar im Rahmen der Operation Cronos geschehen, haben Strafverfolger erneut die Darknet-Webseite der Lockbit-Bande unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei erscheint die Webseite in der typischen Lockbit-Optik, jedoch mit Inhalten, die von den Ermittlern eingestellt wurden. Für morgen ist die Veröffentlichung weiterer Informationen angekündigt, darunter die Enthüllung der Identität hinter dem Spitznamen LockBitSupp sowie persönliche Informationen zu weiteren Lockbit-Hackern und Unterstützung für die Opfer.

Unterseiten der Webseite zeigen bereits die Logos verschiedener internationaler Strafverfolgungsbehörden, die an der aktuellen Aktion beteiligt sind, darunter die britische NCA, das FBI, Europol, das BKA und das LKA Schleswig-Holstein.

Laut IT-Sicherheitsforschern vom vx-underground behauptet die Lockbit-Gruppe, dass die Strafverfolger lügen. Sie betonen, dass sie trotz der Maßnahmen weiterhin aktiv sind und neue Opfer finden wollen.

Es bleibt spannend, welche Informationen die Strafverfolger am Dienstag veröffentlichen werden. Heise Online wird darüber berichten, sobald weitere Details bekannt sind.

Cyberangriffe: Hacken gegen Hacker? Ex-BND-Chef fordert neue Strategien

Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, hat mal wieder seine Meinung kundgetan: Er plädiert für Gegenschläge im Internet als Reaktion auf Cyberangriffe. In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland forderte er energisch mehr Überwachungsbefugnisse für die Geheimdienste.

„Es wäre gut, wenn wir mal vor die Welle kommen würden“, kommentierte der 71-Jährige. Sein Vorschlag? Hackbacks. Diese könnten Cyberattacken abwehren, meint Schindler. „Darüber diskutieren wir in Deutschland schon seit über zehn Jahren“, monierte er. Die Schweiz sei hier schon weiter und habe Hackbacks bereits 2016 eingeführt.

Nicht nur das: Schindler kritisiert die aktuelle Debatte über digitale Gegenschläge als „irre“. Für ihn sind Hackbacks ein legitimes Mittel zur Reaktion auf Cyberangriffe. Derzeit seien die Sicherheitsbehörden „verpflichtet zuzuschauen, wenn wir angegriffen werden“. Doch das sollte sich ändern, findet der ehemalige BND-Chef.

Aber nicht nur Hackbacks fordert Schindler, sondern auch das Knacken von Kommunikation. Deutschland tue sich schwer mit der Kommunikationsüberwachung, so Schindler. Die Vorratsdatenspeicherung sei ein Beispiel dafür. Außerdem dürfe der BND grundsätzlich keine deutschen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen erfassen. Das sei ein „großes Handicap“. Schindler fordert eine Möglichkeit zur strategischen Kommunikationsaufklärung im Inland für den Verfassungsschutz.

Doch nicht alle sind von Schindlers Vorschlägen begeistert. Maximilian Funke-Kaiser, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, betont: „Angriff ist im Internet nicht die beste Verteidigung“. Es brauche Prävention statt Hackbacks. Bekannte Sicherheitslücken müssten mit einem unabhängigeren Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schnellstmöglich geschlossen werden.

Was denkst du über Schindlers Vorschläge? Sollen wir Hacken gegen Hacker einsetzen? Oder sollten wir uns lieber auf Prävention konzentrieren? Teile deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

Ein Blick hinter die Kulissen des Ausschusses für Klimaschutz und Energie

Die 108. Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie (AfKE) brachte verschiedene wichtige Themen zur Sprache. Von der Umsetzung der Energiewende über Förderprogramme bis hin zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen wurde breit diskutiert. Ein Einblick in die parlamentarischen Beratungen offenbart die Herausforderungen und Chancen der deutschen Klima- und Energiepolitik.

Doch das war nicht alles, was die Suche nach Informationen über den Deutschen Bundestag zutage brachte. Es stellte sich heraus, dass der Bundestag Cloud-Dienste externer Anbieter nutzt, um Daten und Dokumente zu archivieren und aufzubewahren. Diese moderne Archivierungsmethode bietet zahlreiche Vorteile, darunter geringere Kosten, bessere Zugänglichkeit und einfachere Verwaltung im Vergleich zu herkömmlichen lokalen Speichermedien.

Natürlich ist es wichtig, auch die Aspekte Datenschutz und Sicherheit im Blick zu behalten, wenn externe Cloud-Anbieter genutzt werden. Doch insgesamt geben diese Suchergebnisse einen umfassenden Einblick in die Nutzung von Cloud-Technologien im Deutschen Bundestag sowie in die Beratungen zu energie- und klimapolitischen Themen. Ein spannender Einblick hinter die Kulissen!

Bundeswehr und der Marsalek-Komplex: Warum manche Auftragnehmer bleiben dürfen

Der Wirecard-Skandal ist ein Fass ohne Boden, das immer neue Fragen aufwirft. Vor allem Jan Marsalek, ehemaliger Vorstand des in Ungnade gefallenen Unternehmens, sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nun stellt sich heraus: Ein Auftragnehmer der Bundeswehr hat Verbindungen zu seinem Netzwerk. Während Österreich Konsequenzen zieht, bleibt Deutschland gelassen – zum Ärger einiger Politiker.

Wenn das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags ein Statement abgibt, sollte man genau hinhören. Vor allem, wenn es um Spionage und Sicherheit geht. Mitte März äußerten sich die Abgeordneten besorgt über den Wirecard-Skandal und seine Verbindungen zu russischen Geheimdiensten. Besonders brisant: Jan Marsalek, ehemaliger Vorstand von Wirecard, steht im Zentrum des Geschehens.

Neue Erkenntnisse zeigen, dass Marsalek nicht nur in Russland, sondern auch in Österreich ein Netzwerk unterhielt. Ein Ex-Verfassungsschützer half ihm dabei, sensible Daten österreichischer Beamter an den russischen Geheimdienst FSB weiterzuleiten. Doch während Österreich reagierte und Aufträge an Firmen aus Marsaleks Umfeld stoppte, bleibt Deutschland gelassen.

Ein Beispiel dafür ist ein IT-Projekt, das die Bundeswehr im Sommer 2022 an die Berliner Firma 4strat vergab. Hinter 4strat steht das österreichische Unternehmen Research Industrial Systems Engineering (RISE), das wiederum enge Verbindungen zu Marsalek hat. Ein Professor aus Wien, der Geschäfte mit Marsalek tätigte, steht hinter RISE.

Trotz dieser Verbindungen sieht das Bundesverteidigungsministerium keinen Grund zur Sorge. Es hält an 4strat als Auftragnehmer fest und betont, dass keine Anhaltspunkte für Unzuverlässigkeit vorlägen. Interessanterweise zog der österreichische Verfassungsschutz die Notbremse und stoppte Aufträge an Firmen aus Marsaleks Netzwerk.

Die Diskrepanz zwischen den Reaktionen in Österreich und Deutschland ist offensichtlich. Während Österreich sensibel auf die Verbindungen zu Marsalek reagierte, sieht Deutschland kein Problem darin, Geschäfte mit Auftragnehmern aus seinem Umfeld zu tätigen. Für manche Politiker ist das ein schwer zu schluckender Widerspruch.

Die Geschichte zeigt, dass die Verflechtungen rund um den Wirecard-Skandal weitreichend sind und auch die Sicherheit Deutschlands tangieren. Die Frage, warum einige Auftragnehmer unbehelligt bleiben dürfen, während andere Konsequenzen tragen müssen, bleibt unbeantwortet. Möglicherweise braucht es noch mehr Druck von Seiten der Öffentlichkeit, damit auch in Deutschland die Konsequenzen gezogen werden, die nötig sind.

Angriffe auf Politiker: Eine unangenehme Wahrheit in Zahlen

Politiker müssen mit viel umgehen: von Sachdiskussionen bis zu Straftaten. Die Zahlen politisch motivierter Attacken steigen seit Jahren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Immer öfter werden Politiker beleidigt, bedroht und sogar angegriffen. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das Ausmaß.

Allein von 2019 bis 2023 wurden insgesamt 10.537 Straftaten gegen Politiker gemeldet. Doch nicht nur die Anzahl der Angriffe steigt, auch die Zielgruppen verlagern sich. Während 2019 vor allem Vertreter der AfD attackiert wurden, sind es aktuell vermehrt Politiker der Grünen, die im Fokus stehen.

Die Zahlen für 2023 zeigen ein alarmierendes Bild: Die Grünen verzeichneten bundesweit 1.219 Angriffe, während die AfD mit 478 Attacken vergleichsweise weniger betroffen war. Doch nicht nur physische Übergriffe, sondern auch Beleidigungen und Bedrohungen gehören zum Alltag von Politikern.

In Sachsen wurden seit Jahresbeginn 112 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit den Wahlen registriert, 30 davon richteten sich direkt gegen Amts- und Mandatsträger. Ähnlich sieht es in Thüringen aus: Hier gab es im Jahr 2023 insgesamt 3.097 politisch motivierte Straftaten, wobei insbesondere die rechtsmotivierten Taten stark zunahmen.

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Situation besorgniserregend: Die Anzahl der Angriffe auf Politiker hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt. Besonders alarmierend ist die Zunahme von Angriffen im Internet, wo etwa 70 Prozent der Straftaten begangen wurden.

Die politisch motivierte Kriminalität in diesen Regionen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Trotz aller Bemühungen der Behörden und Politik scheint es schwierig zu sein, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Es bleibt zu hoffen, dass diese Zahlen nicht weiter ansteigen und Politiker in Zukunft ohne Angst und Bedrohung ihrer Arbeit nachgehen können.

Rechtsextreme Attacke auf Politiker: Solidaritätswelle rollt, AfD wehrt sich

Nach dem Angriff auf einen SPD-Politiker und einen Wahlkampfhelfer der Grünen in Dresden ermittelt die Polizei gegen vier Tatverdächtige. Dabei gehen sie von einem rechtsextremen Motiv aus. Währenddessen zeigt sich die Politik solidarisch, und es werden Forderungen nach härteren Strafen laut. Doch nicht alle sind sich einig, wer für die aufgeheizte Stimmung verantwortlich ist.

Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) geht bei einem der Tatverdächtigen des Angriffs auf den SPD-Europapolitiker Matthias Ecke von einem rechtsextremen Motiv aus. Dem 17-jährigen mutmaßlichen Täter werden daher politisch motivierte Straftaten zugeordnet.

Die vier Tatverdächtigen im Alter zwischen 17 und 18 Jahren sind mittlerweile alle bekannt, ihre Wohnungen wurden durchsucht. Die Polizei ermittelt weiterhin, hat jedoch keine Haftgründe gefunden. Unterdessen befindet sich Ecke auf dem Weg der Genesung, nachdem er wegen mehrerer Frakturen operiert wurde. Er zeigte sich dankbar für die Solidarität und Anteilnahme, betonte aber auch, dass niemand in einer Demokratie Angst haben sollte, seine Meinung zu äußern.

Die Solidaritätswelle aus Politik, Kultur und Gesellschaft reißt nicht ab. Doch die AfD wehrt sich gegen die Vorwürfe, für die Eskalation der politischen Gewalt verantwortlich zu sein. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer fordert derweil härtere Strafen für Gewalttaten und warnt vor den Folgen derartiger Angriffe für Politik und Gesellschaft.

In Dresden und Berlin demonstrierten Tausende für Demokratie und gegen Gewalt. Doch auch abseits der Demonstrationen wird der Ruf nach einem respektvollen politischen Diskurs lauter. Der Dresdner Musikfestspielintendant Jan Vogler betonte, dass Verständigung und Dialog dringend notwendig seien, um die aufgeheizte Stimmung in der Gesellschaft zu beruhigen.

Karl Lauterbach in den Fängen der Rechtsextremen: Weiterer Verdächtiger angeklagt

Im Mai 2023 begann der Prozess gegen eine rechtsextreme Gruppe, die einen Umsturz plante. Nun muss sich ein weiterer Mann wegen der geplanten Entführung von Karl Lauterbach vor Gericht verantworten.

Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Fall der geplanten Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angeklagt. Dem 42-Jährigen wird vorgeworfen, die Gruppe bei ihren Umsturzplänen unterstützt zu haben.

Im April 2022 wurden mehrere mutmaßliche Anführer der Gruppe Vereinte Patrioten festgenommen. Sie planten den Sturz der Bundesregierung und die Einführung eines autoritären Systems nach Vorbild des Deutschen Kaiserreichs. Die Gruppe plante gezielte Sabotageakte gegen die Strominfrastruktur sowie die öffentlichkeitswirksame Entführung Lauterbachs.

Der 42-jährige Angeklagte soll über einen Kurznachrichtendienst mit der Gruppe in Kontakt gekommen sein und angeboten haben, Waffen für den Umsturz zu beschaffen. Die erste Sitzung der neuen Regierung, die die Umstürzler bilden wollten, wollte er mit Waffen absichern.

Die Vorwürfe müssen noch vor Gericht bewiesen werden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Das Oberlandesgericht München muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Bereits seit Mai 2023 wird gegen fünf mutmaßliche Anführer der Gruppe vor dem Oberlandesgericht Koblenz verhandelt. Ihnen wird die Gründung einer inländischen terroristischen Vereinigung beziehungsweise die Mitgliedschaft darin vorgeworfen sowie die Planung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund.

Seitdem kam es zu weiteren Festnahmen. Im Oktober wurden fünf weitere mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Gruppe gefasst. Ende April wurden in mehreren Städten Anklagen gegen sie erhoben, zudem begann in Koblenz ein weiterer Prozess gegen zwei mutmaßliche Unterstützer.

Shisha vs. Cannabis – Ein Fall fürs Gericht!

Die Keyf GmbH aus Hamburg zieht vor Gericht gegen Sidos Firma KEjF. Ein Grund: Die Ähnlichkeit der Namen und das vermutete „monetäre Interesse“ des ehemaligen Gangsta-Rappers.

Während Sido in einem Talk mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach über die Legalisierung von Cannabis plaudert, steckt er gleichzeitig mitten in einem Gerichtsstreit. Die Keyf GmbH aus Hamburg will vor dem Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen Sidos Firma durchsetzen.

Die Shisha-Firma Keyf vertreibt Produkte rund um Shishas und E-Zigaretten und betreibt Shisha-Bars, vorwiegend im Norden Deutschlands. Erst Mitte Februar 2024 wurde bekannt, dass Sidos Firma KEjF nicht nur Shirts, sondern auch medizinisches Cannabis vertreibt. Die Keyf GmbH bemängelt die Ähnlichkeit der Firmennamen und hat erst kürzlich von der Existenz von KEjF erfahren.

Die Richterin Monika Rhein führt die Verhandlung und weist darauf hin, dass beide Firmennamen ähnlich ausgesprochen werden und auf das türkische Wort „Kif“ zurückgehen, was so viel wie „Wohlbehagen, die Seele baumeln lassen“ bedeutet. Die Shisha-Firma hatte ihren Namen bereits 2017 in Deutschland und später europaweit eingetragen, während Sidos Marke erst Ende 2023 registriert wurde.

Die Frage, ob Shishas und medizinisches Marihuana in einen Topf geworfen werden können, bleibt offen. Die Anwälte beider Seiten sind sich uneins über eine mögliche Lizenzierung des Namens. Die Richterin schlägt vor, eine gütliche Einigung zu finden, was jedoch von Seiten Sidos abgelehnt wird.

Ob die beiden Parteien sich einigen können, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung der Kammer wird Ende Mai erwartet.

Bye-bye Telefonauskunft!

Die Deutsche Telekom stellt zum 1. Dezember 2024 ihren Telefonauskunftsdienst ein. Die unter der Nummer 11833 erreichbare Inlandsauskunft, die Auslandsauskunft und der Weckservice werden eingestellt. Grund dafür ist die stark gesunkene Nachfrage nach diesem Service.

1995 verzeichnete die Telefonauskunft noch 550 Millionen Anfragen, doch in den letzten Jahren ist die Nachfrage kontinuierlich gesunken. Heute liegt die Anzahl der Anrufe bei deutlich unter 2 Millionen pro Jahr. Die Telekom kann die Dienste nicht mehr kostendeckend anbieten und möchte die eingesparten Mittel stattdessen in den Ausbau von Infrastrukturen wie Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie in digitale Services investieren.

Das Team des Auskunftsdienstleisters in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) wurde bereits stark reduziert. Weniger als zehn Prozent des ursprünglichen Call-Center-Teams sind noch beschäftigt. Ab Dezember werden auch diese Mitarbeiter in anderen Projekten eingesetzt.

„Das Angebot ist aus der Zeit gefallen“, kommentiert Thomas Zähringer, Experte für Auskunftsdienste der Telekom. „Digitale Services am Handy haben der Auskunft einfach den Rang abgelaufen.“ Heutzutage nutzen über 80 Prozent der Deutschen ein Smartphone, über das sie gewünschte Informationen sekundenschnell abrufen können.

Ab dem 1. Dezember 2024 müssen Auskunftssuchende alternative Dienste nutzen, da die Telekom ihren Telefonauskunftsdienst einstellt. Eine Alternative bleibt jedoch das gedruckte Telefonbuch, in dem auf Wunsch weiterhin Rufnummern und Adressen zu finden sind.

Interview mit Gerhard Schindler: Ex-BND-Chef über Spionageattacken

Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, äußert sich positiv über die Erfolge der Nachrichtendienste bei der Abwehr von Spionageangriffen aus Russland und China. Er betont jedoch auch, dass es noch Verbesserungsbedarf gebe und fordert mehr Unterstützung von Seiten der Politik.

Frage: Herr Schindler, Russland und China spionieren aggressiv in Deutschland. Wie nehmen Sie das als Experte wahr?

Antwort: Der Ukraine-Krieg hat den Aktivitäten beider Länder einen Schub gegeben. Spionage, Sabotage und Desinformation sind seit jeher Teil der geopolitischen Strategien Russlands und Chinas.

Frage: Welche Unterschiede gibt es zwischen den Spionageaktivitäten Russlands und Chinas?

Antwort: China konzentrierte sich lange Zeit stark auf Wirtschaftsspionage, während Russland vor allem an Militärtechnologie und Sicherheitspolitik interessiert war. China hat jedoch seinen Fokus erweitert und ist nun auch verstärkt in Europa aktiv.

Frage: Die AfD scheint ein Ziel für ausländische Geheimdienste zu sein. Wie bewerten Sie das?

Antwort: Die AfD ist zweifellos ein relevantes Ziel, da sie Gedankengut vertritt, das ausländischen Interessen entgegenkommt. Zudem gibt es in der AfD Personen mit flexiblen Lebensläufen, was sie anfälliger für Anwerbungsversuche macht.

Frage: Was kann der Staat tun, um Spionage zu bekämpfen?

Antwort: Wir sollten den Sicherheitsbehörden für ihre erfolgreiche Arbeit danken und sie weiter unterstützen, statt Fehler zu suchen. Es ist wichtig, den Geheimschutz und den Wirtschaftsschutz zu stärken und die Kommunikation zwischen Agenten und ihren Auftraggebern zu überwachen.

Frage: Sind dafür zusätzliche Kompetenzen nötig?

Antwort: Ja, wir müssen die Kommunikationsüberwachung verbessern und den Nachrichtendiensten mehr Befugnisse geben, um effektiver agieren zu können.

Frage: Wie steht es um den Einsatz von Hackbacks?

Antwort: Hackbacks sind ein wichtiges Mittel zur Abwehr von Cyberangriffen. Wir sollten von Ländern wie der Schweiz lernen, die bereits Hackbacks eingeführt haben.

Frage: Wie wichtig ist die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen Spionage?

Antwort: Internationale Zusammenarbeit ist unverzichtbar. Wir müssen Erkenntnisse verschiedener Dienste zusammenführen, um ein umfassendes Lagebild zu erhalten.

Frage: Wie wird sich die Spionage Ihrer Meinung nach entwickeln?

Antwort: Die Spionage wird zunehmen, da der Kampf um Ressourcen und Vorherrschaft eskaliert. Wir müssen uns gegen Spionage wappnen, gleichzeitig aber auch selbst aktiv Informationen sammeln.

Gerhard Schindler, vielen Dank für das Gespräch!