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Abhörfall von Luftwaffen-Offizieren: Verteidigungsministerium bestätigt Vorfall

Ein brisanter Abhörfall sorgt derzeit für Aufsehen: Ein vertrauliches Gespräch hochrangiger Luftwaffen-Offiziere wurde von russischen Propagandakanälen veröffentlicht. Das Verteidigungsministerium bestätigte nun den Vorfall und bezeichnete ihn als „Gespräch im Bereich der Luftwaffe“. Die Aufzeichnung, die in sozialen Medien kursiert, dauert 38 Minuten und enthält Details, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Das Gespräch, das offensichtlich am 19. Februar von russischen Stellen abgehört wurde, beinhaltet Diskussionen über die Vorbereitung eines Briefings für Verteidigungsminister Boris Pistorius zum Thema „Taurus“-Einsatz in der Ukraine. Die Offiziere besprachen dabei auch die Möglichkeit, ukrainisches Personal in Deutschland für den Einsatz auszubilden und erwähnten das Agieren von US-amerikanischen und britischen Militärs in der Ukraine. Auch ein potenzieller Einsatz des „Taurus“ gegen die Kertsch-Brücke wurde thematisiert.

Das Verteidigungsministerium gibt an, dass es derzeit nicht sicher sagen könne, ob die veröffentlichte Aufnahme unverändert ist. Die Bundesregierung zeigt sich besorgt über den Vorfall, und Kanzler Olaf Scholz betont die Notwendigkeit einer intensiven und sorgfältigen Aufklärung.

Politiker, darunter CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter, fordern eine umfassende Aufklärung und betonen die Bedeutung eines verbesserten Schutzes der Kommunikationstechnik der Bundeswehr. Experten bezeichnen den Vorfall als schwerwiegend und sprechen von einem „Super-GAU“ in der Sicherheitspolitik. Es wird vermutet, dass die Russen weitere Gespräche mithören und bei passender Gelegenheit veröffentlichen könnten, um Spannungen zwischen Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu schüren.

Die Aufarbeitung des Abhörfalls steht erst am Anfang, und es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Bundeswehr daraus ziehen wird. In der aktuellen Diskussion wird die Notwendigkeit betont, die Sicherheitsvorkehrungen in der Kommunikation der Bundesregierung zu verbessern und die steigende Bedrohung durch Cyberangriffe, Spionage und Desinformation ernst zu nehmen.

NSO Group im Fokus: Gericht ordnet Offenlegung von Pegasus-Quellcode an

Die NSO Group, ein israelisches Unternehmen und Hersteller des Staatstrojaners Pegasus, wurde vom Bundesgericht in Kalifornien angewiesen, den Quellcode ihrer Software an WhatsApp zu übergeben. Die Entscheidung erfolgte im Rahmen einer Klage, die WhatsApp 2019 gegen die NSO Group eingereicht hatte. Die Vorwürfe besagen, dass die NSO Group eine Sicherheitslücke in der Messenger-App ausnutzte, um rund 1.400 Nutzer:innen auszuspionieren.

Pegasus gilt als äußerst raffiniertes Überwachungswerkzeug und wird als „Zero-Click“-Angriff eingestuft, bei dem die Spionagesoftware ohne Interaktion der Nutzer:innen auf deren Smartphones installiert werden kann. Die NSO Group hatte sich gegen die Offenlegung ihres Quellcodes gewehrt, jedoch entschied die Richterin zugunsten von WhatsApp. Das Unternehmen muss nun die „volle Funktionalität“ der relevanten Software offenlegen.

Die Klage von WhatsApp wurde öffentlich, nachdem im Mai 2019 eine Sicherheitslücke bekannt wurde, durch die Pegasus auf die Telefone von Nutzer:innen geschleust wurde. Betroffen waren sowohl Android- als auch Apple-Betriebssysteme. Ein Anruf in WhatsApp genügte, um die Software zu platzieren. Insgesamt sollen 1.400 Nutzer:innen innerhalb von zwei Wochen betroffen gewesen sein.

Die NSO Group betont, Pegasus nur an staatliche Stellen zu verkaufen, die es für Ermittlungen im Zusammenhang mit Terrorismus, Kinderpornografie und schweren Verbrechen einsetzen sollen. In Deutschland besitzen das Bundeskriminalamt und der Auslandsgeheimdienst BND Lizenzen für Pegasus.

Die Offenlegung des Quellcodes könnte einen bedeutenden Einblick in die Funktionsweise von Pegasus bieten. Bisher gibt es keine umfassende Liste der Staaten und Behörden, die den Staatstrojaner nutzen. Pegasus wurde weltweit in Ländern wie Mexiko, Saudi-Arabien, Ruanda und Indien eingesetzt, um Journalist:innen, Aktivist:innen und politische Konkurrent:innen auszuspionieren. Im EU-Parlament wurden ebenfalls Fälle von Spyware auf Geräten von Mitarbeitern und Abgeordneten bekannt.

In den USA steht die NSO Group seit 2021 auf einer Sperrliste, was Exportbeschränkungen für US-Unternehmen bedeutet.

Verteidigungsministerium prüft mögliche Abhörung der Bundeswehr durch Russland

Das deutsche Verteidigungsministerium steht unter Druck, nachdem vermeintliche Abhöraufnahmen von Bundeswehroffizieren durch russische Medien veröffentlicht wurden. Die Authentizität und Herkunft der Aufnahmen werden derzeit vom Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst (BAMAD) geprüft. Die Berichte über die angeblich abgehörte Kommunikation im Bereich der Luftwaffe lassen Sorgen unter Parlamentariern wachsen.

Die veröffentlichten Aufnahmen sollen Bundeswehroffiziere zeigen, die über die theoretischen Möglichkeiten eines Einsatzes deutscher „Taurus“-Raketen diskutieren. Auch die Weigerung von Bundeskanzler Olaf Scholz, „Taurus“ an die Ukraine zu liefern, wird thematisiert. Scholz argumentiert technisch und befürchtet, dass eine „Taurus“-Lieferung die Beteiligung deutscher Soldaten an der Zielsteuerung in den Ukraine-Konflikt ziehen könnte.

In dem Mitschnitt äußert der Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz angeblich seinen Frust über falsche Informationen zu den Marschflugkörpern. Zudem wird erwähnt, dass die Briten im Zusammenhang mit ihren Storm-Shadow-Marschflugkörpern „ein paar Leute vor Ort“ hätten. Diese Aussagen könnten politische Spannungen weiter verschärfen.

Das Verteidigungsministerium hat eine Machbarkeitsstudie zur Klärung des Vorfalls gestartet. Parlamentarier fordern eine umgehende Aufklärung der Hintergründe. CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter warnt vor weiteren möglichen Leaks und sieht Russlands Absicht darin, eine „Taurus“-Lieferung zu unterbinden. Das russische Außenministerium fordert Antworten von der Bundesregierung und betrachtet Ausweichmanöver als Schuldeingeständnis.

Wie KI die deutsche Bürokratie entwirren soll: Bundesfinanzministerium startet KI-Projekt

Die deutsche Bürokratie gilt als komplex und oft schwerfällig. Trotz mehrerer Versprechen der Regierung, die Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen, bleibt die Frage, ob künstliche Intelligenz (KI) die Lösung bieten kann. Das Bundesfinanzministerium plant nun, KI einzusetzen, um die Bürokratie zu entwirren.

In einer Ausschreibung fordert das Ministerium Forschende dazu auf, zu prüfen, ob KI in der Lage wäre, die deutsche Bürokratie in all ihren Ebenen zu vereinfachen. Die Ausschreibung mit dem Titel „Machbarkeitsstudie zu einer KI-gestützten Anwendung zur Identifikation des Vereinfachungspotenzials von Regelungen“ soll zunächst feststellen, was überhaupt möglich ist.

Die Frage nach der Machbarkeit wirft jedoch auch ein Schlaglicht auf die Sprache der Ausschreibung selbst. Der Titel zeigt, dass bereits in der Formulierung von Anforderungen ein Potenzial zur Vereinfachung liegt. Die 16 PDFs mit Bedingungen und Bewertungskriterien, die das Ministerium bereitstellt, verdeutlichen, dass allein das Ausschreibungsverfahren komplex ist.

Die Herausforderung für die Forschenden ist beträchtlich. Sie sollen prüfen, ob eine KI in der Lage ist, „welche Regelungen für bestimmte Unternehmen, Wirtschaftszweige oder die Regelungsadressaten gelten“ zu erfassen. Dies würde die Kartografierung der gesamten Bürokratie von der EU-Ebene bis zu spezifischen Branchenregelungen erfordern. Viele relevante Dokumente sind möglicherweise nicht frei zugänglich oder digital verfügbar.

Das Ministerium plant für die gesamte Machbarkeitsstudie lediglich sechs Monate ein. Die Frist setzt die Forschenden unter Druck, da sie nicht nur die KI einsetzen müssen, sondern auch eine juristische Bewertung und Verbesserungsvorschläge durch die Maschine erstellen sollen. Es bleibt abzuwarten, ob die KI den komplexen Herausforderungen der deutschen Bürokratie gewachsen ist.

BKA ersucht um Mithilfe bei Fahndung nach ehemaligen RAF-Terroristen: Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg gesucht

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Öffentlichkeit um Unterstützung bei der Fahndung nach zwei mutmaßlichen ehemaligen Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) gebeten. Ernst-Volker Staub (69) und Burkhard Garweg (55) werden in Berlin vermutet, und es besteht der Verdacht, dass sie Daniela Klette, eine ehemalige RAF-Terroristin, unterstützen. Die Festnahme von Klette erfolgte vor kurzem.

Das BKA und das Landeskriminalamt Niedersachsen haben auf ihrer Fahndungsseite detaillierte Informationen zu den gesuchten Personen veröffentlicht. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, sich den Verdächtigen zu nähern, da sie als bewaffnet gelten könnten. Die Ermittlungsbehörden richten ihren Appell auch an die Familien, den Freundeskreis und ehemalige RAF-Unterstützer der Gesuchten.

Hinweise können vertraulich über ein geschütztes Internetsystem abgegeben werden. Auch Europol führt die beiden Männer auf seiner Liste der meistgesuchten flüchtigen mutmaßlichen Täter, und beide werden als „gefährlich“ eingestuft. Es wurde eine Belohnung in Höhe von mindestens 150.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Beschuldigten führen.

Die Verdächtigen werden konkret für Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zwischen 1999 und 2016 verantwortlich gemacht. Dem Trio wird auch versuchter Mord vorgeworfen, da bei Überfällen Schüsse gefallen sein sollen. Zusätzlich liegen Haftbefehle wegen des Verdachts der Beteiligung an Terroranschlägen vor.

Daniela Klette, die sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert hat, wurde kürzlich in Berlin-Kreuzberg festgenommen. In ihrer Wohnung wurden Waffen, darunter ein Kalaschnikow-Sturmgewehr, eine Maschinenpistole, eine Pistole, Munition und eine Panzerfaustgranate gefunden. Die Auswertung dieser Beweismittel dauert an.

Es wird vermutet, dass auch Staub und Garweg bewaffnet sein könnten, und es besteht die Annahme, dass sie sich ebenfalls in Berlin aufhalten. Die beiden Männer gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF, einer linksextremistischen Vereinigung, die in den 1970er- bis 1990er-Jahren in Deutschland für Terror und Mord verantwortlich war. In ihrer aktiven Zeit wurden unter anderem der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder ermordet.

Enthüllung: Jan Marsalek tarnte sich als orthodoxer Priester – Verbindung zu russischen Geheimdiensten aufgedeckt

Die spektakuläre Flucht des ehemaligen Wirecard-Managers Jan Marsalek nach Russland nimmt eine noch dramatischere Wendung: Neue Enthüllungen legen nahe, dass Marsalek sich unter dem Aliasnamen Konstantin Bajazow als russisch-orthodoxer Priester tarnte. Recherchen von ZDF frontal, dem „Spiegel“, dem österreichischen „Standard“ und der russischen Investigativplattform „The Insider“ deuten darauf hin, dass Marsalek möglicherweise jahrelang für russische Geheimdienste spionierte.

Im September 2020 übernahm Marsalek die Identität des Priesters Konstantin Bajazow, unterstützt von Personen aus dem Umfeld russischer Geheimdienste. Der echte Priester, der in der Stadt Lipezk südöstlich von Moskau lebt, ähnelt Marsalek optisch und teilt sogar das Geburtsjahr. Dies ermöglichte es Marsalek, unter dieser Identität zu reisen. Kopien seines neuen Passes, begleitet von einem Portraitfoto Marsaleks, liegen den Rechercheteams vor.

Die Recherchen deuten darauf hin, dass Marsalek seit Jahren Teil russischer Spionagenetzwerke war. Eine zentrale Rolle spielte dabei seine russische Geliebte Natalia Zlobina, die möglicherweise als „Honigfalle“ gezielt auf Marsalek angesetzt wurde. Zlobina öffnete Türen in Russlands Geschäftswelt und führte Marsalek in militärische und geheimdienstliche Kreise ein.

Stanislaw Petlinsky, der Marsalek mit hochrangigen Personen in Russland bekannt gemacht haben soll, gibt an, dass Marsalek besessen von der Spionagewelt sei. Petlinsky selbst betrachtet sich als „Sicherheitsberater“ und betont, dass Morde nie geplant waren. Allerdings bestätigt er, dass Marsalek während einer Reise nach Syrien im Jahr 2017 Kontakte zu hochrangigen Mitgliedern der Söldner-Truppe Wagner und dem Geheimdienstchef Anatoliy Karaziy knüpfte.

In Österreich halten die Behörden Marsalek für einen russischen Agenten. Ehemalige Mitarbeiter des österreichischen Verfassungsschutzes sollen für Marsalek spioniert haben, indem sie Daten über missliebige Personen beschafften. Marsalek wird auch verdächtigt, Wirecard für den Kauf von Teilen einer russischen Söldnerfirma genutzt zu haben.

Der Prozess gegen fünf Bulgaren, die von Marsalek beauftragt worden sein sollen, Anschlags- und Entführungspläne zu verfolgen, steht bevor. Marsaleks Verbleib bleibt weiterhin unbekannt, geschützt durch die russischen Geheimdienste. Der spektakuläre Fall wirft weiterhin viele Fragen auf und könnte sich als einer der aufsehenerregendsten Spionagefälle der letzten Jahre entpuppen.

Gerichtsentscheidung: NSO Group muss Quellcode von Pegasus-Spyware an WhatsApp herausgeben

Im langjährigen Rechtsstreit zwischen dem Messenger-Dienst WhatsApp, einer Tochtergesellschaft von Meta, und der israelischen NSO Group hat WhatsApp einen Teilerfolg erzielt. Die zuständige Richterin Phyllis Hamilton entschied, dass die NSO Group den Quellcode ihrer leistungsfähigen Spyware Pegasus an WhatsApp übergeben muss. Die Entscheidung erfolgte im Rahmen eines seit 2019 laufenden Gerichtsverfahrens vor dem US-Bundesbezirksgericht für das nördliche Kalifornien.

Der Rechtsstreit begann, als Meta der NSO Group vorwarf, mit Pegasus gegen US-Gesetze verstoßen zu haben, darunter das Bundesgesetz über Computerbetrug und -missbrauch. Die NSO Group soll Anfang 2019 unrechtmäßig auf WhatsApp-Server zugegriffen und dadurch die Überwachung von 1.400 Personen, darunter Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, ermöglicht haben. Die Entscheidung der Richterin sieht vor, dass die NSO Group den Quellcode aller relevanten Spyware, die zwischen Ende April 2018 und Mai 2020 eingesetzt wurde, an WhatsApp herausgeben muss. Allerdings sind Informationen zu Kunden und Details zur Server-Architektur von dieser Entscheidung ausgenommen.

Der Quellcode von Pegasus gilt als zentrales Geschäftsgeheimnis der NSO Group und ist in Israel sogar als Staatsgeheimnis eingestuft. Die Gerichtsentscheidung stellt somit einen erheblichen Erfolg für WhatsApp dar. Der Rechtsstreit dauert bereits mehr als vier Jahre an, und die Klage wurde vor einem Jahr vom Supreme Court zugelassen. Die Spionagesoftware Pegasus der NSO Group wurde weltweit bei Hacks von Smartphones von Journalisten, Regierungsbeamten und Menschenrechtsaktivisten eingesetzt und hat politische Konsequenzen in verschiedenen Ländern nach sich gezogen. Die US-Regierung hat zuletzt angekündigt, gegen Hersteller solcher Spyware entschiedener vorzugehen.

Erfolg für die Strafverfolgung: „Crimemarket“ – Kriminelle Handelsplattform gestoppt

Die Strafverfolgungsbehörden in Deutschland und international haben erfolgreich gegen die größte deutschsprachige kriminelle Handelsplattform im Internet, „Crimemarket“, agiert. Die Polizei Düsseldorf gab bekannt, dass in einer koordinierten Aktion zahlreiche Durchsuchungen und Maßnahmen im In- und Ausland durchgeführt wurden. Genauere Details zu den Ermittlungen sollen in einer Pressekonferenz am Freitag veröffentlicht werden.

Die Ermittlungen richteten sich sowohl gegen die Betreiber als auch gegen die Nutzer von „Crimemarket“. Ähnlich wie bei anderen vergleichbaren Plattformen wurden über „Crimemarket“ verschiedene kriminelle Aktivitäten angeboten, darunter der Handel mit Betäubungsmitteln, kriminelle Dienstleistungen und detaillierte Anleitungen zu schweren Straftaten.

Die Durchsuchungen erstreckten sich über fast alle Bundesländer, wobei Nordrhein-Westfalen einen Schwerpunkt bildete. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass etwa 100 Objekte durchsucht wurden, und es habe auch Festnahmen gegeben. Der Zugriff war das Ergebnis jahrelanger intensiver Ermittlungen, bei denen die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) eine entscheidende Rolle spielte.

Dieser Erfolg kommt nur zwei Monate nach der „Fallen Kingdom“-Operation, bei der Strafverfolgungsbehörden aus den USA, der Schweiz, der Republik Moldau und der Ukraine die Serverinfrastruktur des illegalen Marktplatzes „Kingdom Market“ sicherstellten und diesen schlossen. Die Ermittlungen nach diesem Schlag laufen weiter, während gleichzeitig neue Plattformen von Nachahmern geschaffen werden.

Die Behörden werden weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen und den Ergebnissen der Operation in der anstehenden Pressekonferenz bekannt geben. Der jüngste Schlag gegen „Crimemarket“ unterstreicht die fortgesetzten Anstrengungen der Strafverfolgung, illegale Handelsplattformen im Internet zu bekämpfen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Fall Daniela Klette: Die Macht der KI-Software und die Herausforderung für die Privatsphäre

Die jüngste Festnahme der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette in Berlin wirft nicht nur Fragen zur Sicherheit auf, sondern auch zu den weitreichenden Auswirkungen von Gesichtserkennungs-Software im Internet. Die ARD-Recherche, die zur Aufspürung von Klette führte, enthüllte die Verwendung einer Gesichtserkennungs-Software namens PimEyes, die öffentlich zugänglich ist und mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) im Internet nach Gesichtern sucht.

Die Entdeckung von Daniela Klette durch den Journalisten Michael Colborne wirft einige bedeutsame Fragen auf. Die Geschwindigkeit, mit der er die Gesuchte mithilfe von PimEyes aufspürte, stellt die Effizienz von öffentlich zugänglichen KI-Tools in den Vordergrund. In diesem Fall fand Colborne nicht nur Bilder von Klette auf der Website eines Sportvereins, sondern auch ein Facebook-Profil unter dem Pseudonym Claudia Ivone. Dieses schnelle Ergebnis wirft die Frage auf, warum die Behörden, die 30 Jahre erfolglos nach Klette suchten, nicht ähnliche Technologien einsetzten.

Es wird angenommen, dass die Gesichtserkennungs-Software eine Schlüsselrolle bei der Festnahme spielte, obwohl die offizielle Bestätigung noch aussteht. Der Chef des Landeskriminalamts gab nach der Verhaftung lediglich an, dass es sich um einen „Hinweis aus der Bevölkerung“ handelte.

Die Software PimEyes, die für die Identifizierung genutzt wurde, wurde 2017 in Polen gegründet und gehört heute einem Unternehmen in Dubai. Trotz umstrittener Geschäftspraktiken und Datenschutzbedenken ist die Software weiterhin öffentlich zugänglich. Kritiker, darunter der Datenschutzbeauftragte Stefan Brink, haben PimEyes wegen seiner undurchsichtigen Methoden angeprangert, und es wurde sogar ein Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.

Die Verwendung von Gesichtserkennungs-Software als Massenphänomen wirft grundsätzliche Fragen zur Privatsphäre im Internet auf. PimEyes kann öffentlich zugängliche Bilder analysieren und Verbindungen zwischen verschiedenen Aufnahmen herstellen. Der Fall Daniela Klette ist nicht das einzige Beispiel für den unerwarteten Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie. Im Herbst 2023 sorgte ein TikTok-Account für Aufsehen, als er Aufnahmen von Taylor-Swift-Konzerten in die Software lud und Besucher identifizierte, was zu Millionen von Zuschauern auf der Plattform führte.

Die Geschichte von Daniela Klette wirft somit nicht nur ein Licht auf Fahndungserfolge, sondern auch auf die potenziellen Auswirkungen auf die Privatsphäre im Zeitalter fortschrittlicher KI-Technologien.

Kuriose Aktion der Sparkasse Bremen: AGB auf USB-Sticks verschickt

Die Sparkasse Bremen hat mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufsehen gesorgt, indem sie 15.000 USB-Sticks mit den neuen Geschäftsbedingungen (AGB) an Geschäftskunden verschickte. Die AGB, die ab Mai gelten, wurden auf dem USB-Stick platziert und per Post an die Kunden versandt. Diese Maßnahme stieß auf heftige Kritik von IT-Sicherheitsexperten und löste in den sozialen Medien einen Shitstorm aus.

Die Sparkasse Bremen verteidigte die unkonventionelle Methode mit juristischen Verpflichtungen. Die USB-Sticks wurden zusammen mit einer Postkarte verschickt, auf der die Kunden über die Neuerungen informiert wurden. Ein Bild dieser Postkarte wurde von einem Reddit-Nutzer geteilt und sorgte für Diskussionen.

IT-Sicherheitsexperten äußerten Bedenken über die Aktion. Der Bremer Informationsrechtler Dennis-Kenji Kipker bezeichnete die Aktion als „schwachsinnig“ in Bezug auf die Cybersicherheit. Es besteht die Besorgnis, dass die ungewöhnliche Vorgehensweise Tür und Tor für Trittbrettfahrer öffnet, die gefälschte USB-Sticks an Sparkassen-Kunden verschicken könnten.

Einige Kommentare in den sozialen Medien machten sich über die Aktion lustig. Ein Reddit-Nutzer kommentierte humorvoll: „Die Entenhausener Panzerknacker verfolgen die Modernisierung der Standards mit Interesse“. Es wurden auch Sicherheitsbedenken geäußert, da die Aktion die Möglichkeit bietet, präparierte USB-Sticks in Umlauf zu bringen, was ein potentielles Risiko für die Kunden darstellt.

Die Sparkasse Bremen betonte, dass die AGB auch online über einen QR-Code und einen Link verfügbar seien. Die Entscheidung für den USB-Stick wurde unter anderem damit begründet, dass die Sparkasse keine rund 140 Seiten Papier ausdrucken wollte. Es bleibt abzuwarten, wie Kunden und die Öffentlichkeit auf diese ungewöhnliche Maßnahme reagieren und ob sie möglicherweise Auswirkungen auf die Sicherheit der Kunden hat.